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Pirna

Engpass am Autobahnzubringer

Pirnas Südumfahrung wächst bald in Richtung Feistenberg weiter. Davon ist im Herbst auch eine andere große Straße betroffen.

Blick vom Kohlberg auf die künftige Pirnaer Südumfahrung im Seidewitztal: Noch in diesem Jahr wird die Trasse von der Seidewitzbrücke in Richtung Autobahnzubringer – rechts im Bild zu sehen – weitergebaut.
Blick vom Kohlberg auf die künftige Pirnaer Südumfahrung im Seidewitztal: Noch in diesem Jahr wird die Trasse von der Seidewitzbrücke in Richtung Autobahnzubringer – rechts im Bild zu sehen – weitergebaut. © Visualisierung: DEGES

Wer derzeit die Bauarbeiten an der Pirnaer Südumfahrung verfolgt, kann Fachleute beobachten, die in der Viehleite Brückenpfeiler vorbereiten oder auf dem Sonnenstein den Trasseneinschnitt ausheben sowie die Baustraße für den Transport der Teile für die Gottleubatalbrücke herrichten. 

Auf der anderen Seite, gleich hinter der schon fertigen Brücke über die Seidewitz, ist hingegen noch nicht viel von dem Großvorhaben zu sehen. Doch mit der Ruhe an dieser Stelle ist es bald vorbei.

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Noch in diesem Jahr wächst die Südumfahrung weiter in Richtung Feistenberg und zum Autobahnzubringer (B 172a). Nach Aussage von Ulrich Gawlas, Bauoberleiter der Südumfahrung, sind die Aufträge dafür bereits vergeben.

Das sogenannte Baulos 3 umfasst die Arbeiten auf dem rund zwei Kilometer langen Teilstück zwischen dem Tunneleinschnitt am Kohlberg im Seidewitztal bis hinüber zum Feistenberg einschließlich des Knotenpunktes am Autobahnzubringer. Drei Firmen bilden für dieses Projekt eine Arbeitsgemeinschaft: Die Baufirma Amand erledigt die groben Erdarbeiten, Bistra Bau übernimmt den Straßenbau, Hentschke Bau ist für die Ingenieurbauwerke zuständig. Zunächst schütten die Fachleute mit dem Aushub aus dem Tunneleinschnitt einen Damm bis zur Brücke über die Zehistaer Straße auf, dann einen Damm zwischen den beiden Brücken, über den später die Straße verläuft. Diese Arbeiten sollen bis November dauern. Auf diese Weise können die Bauleute den künftigen Trassenverlauf als Baustraße nutzen, zudem bleibt das ausgeschachtete Material vor Ort und muss nicht aufwendig über das städtische Straßennetz abtransportiert werden.

Ist dieser Damm fertig, füllen die Bauleute das Gelände hinter der Seidewitzbrücke auf, das geschieht ebenfalls noch in diesem Jahr. Hinter der Brücke verläuft die Südumfahrung dann größtenteils auf dem vorhandenen Geländeniveau, lediglich kurz vor dem Autobahnzubringer taucht die Strecke dann in einen Einschnitt ab, weil ein Teil der Ortsumgehung unter der B 172 a verläuft.

Die Planungen für die Anbindung an den Autobahnzubringer laufen laut Gawlas derzeit, die Auf- und Abfahrten kommen – ähnlich wie bei Autobahnkreuzen – kreuzungsfrei aus. Noch in diesem Herbst soll der Brückenbau an der B 172 a beginnen. Kraftfahrer müssen in dieser Zeit allerdings einen Engpass in Kauf nehmen. Während der Arbeiten wird je eine Seite des Autobahnzubringers gesperrt, sowohl in Richtung Autobahn als auch in Richtung Pirna rollt der Verkehr jeweils nur über eine Spur. Die Unterführung, durch die die Südumfahrung verläuft, wird die einzige Querung der B 172a, sie soll 2021 fertig sein.

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Darüber hinaus bauen die Fachleute in Höhe des Lindigtgutes einen Wirtschaftsweg unter der Ortsumgehung hindurch, damit die Bauern weiterhin weitgehend hindernisfrei ihre Felder erreichen können. Auch wird es in Höhe des Lindigtgutes einen Fledermaustunnel geben. Ebenso wird am Fuß des Kohlbergs hinter der Brücke über die Zehistaer Straße ein Fledermaustunnel gebaut. Auch an anderer Stelle wird einiges zum Schutz der nachtaktiven Tiere getan: Auf der Seidewitzbrücke installieren Handwerker später noch eine Überflughilfe für Fledermäuse. Sie besteht aus einer Art Maschendrahtzaun und soll verhindern, dass die Tiere zu niedrig über die Brücke fliegen und dann möglicherweise mit Autos kollidieren.

Der Wirtschaftsweg sowie die Fledermaustunnel müssen nun zügig fertig werden, damit der Straßenbau beginnen kann. Das gesamte Baulos 3 soll bis 2022 fertiggestellt sein.