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Kamenz: Engpass an Pulsnitzer Straße bleibt

Schon länger will die Stadt die schmale Straße verbreitern. Warum ist das so schwierig?

Diese Engstelle an der Pulsnitzer Straße von Kamenz ist nicht ungefährlich. Die Stadt würde die Fahrbahn hier gern verbreitern. Doch es gibt Problem.
Diese Engstelle an der Pulsnitzer Straße von Kamenz ist nicht ungefährlich. Die Stadt würde die Fahrbahn hier gern verbreitern. Doch es gibt Problem. © René Plaul

Kamenz. Als es im Oktober 2019 an der Pulsnitzer Straße in Kamenz brannte, war der Schock groß. Gleich zwei Häuser aus städtischem Besitz fielen den Flammen zum Opfer und mussten abgerissen werden. Umständlich wurden die Überreste entsorgt und eine Not-Giebelwand errichtet, um das angrenzende Wohnhaus zu sichern. Die Arbeiten dauerten viele Wochen. In dieser Zeit blieb die Straße am Eingang in die Stadt voll gesperrt. Eine unerträgliche Situation für viele Pendler.

Zum Zeitpunkt des Brandes standen die Häuser schon lange leer und Menschen kamen nicht zu Schaden. Der Verdacht der Brandstiftung erhärtete sich. Es gab dazu auch  öffentliche Zeugen-Aufrufe. "Bislang haben wir dazu noch keine aktuelle Rückmeldung der Polizei, was die Ermittlungen betrifft", so Stadtsprecher Thomas Käppler.

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Drei Varianten im Stadtrat besprochen

Die beiden abgebrannten Häuser hatte die Stadt 2009 und 2015 nur zu einem Zweck gekauft: Sie sollten irgendwann weichen - damit die Pulsnitzer Straße aufgeweitet werden kann. Denn in diesem Bereich besteht seit Jahrzehnten eine Engstelle, die Anlass zur Sorge gibt. Da die Staatsstraße an dieser Stelle stark befahren ist,  quälen sich nicht selten Autos förmlich aneinander vorbei. Auch ein richtiger Fußweg fehlt. All dies bewog die Stadt seit Längerem, zumindest Betrachtungen anzustellen, um eine Verbreiterung der Straße zu planen.

In der jüngsten Sitzung der Kamenzer Stadträte stand das Thema wieder auf der Tagesordnung.  "Denn in der Öffentlichkeit und im Stadtrat gibt es nach dem Abriss der Brandhäuser unterschiedlichste Diskussionen, wie man künftig mit der Situation umgehen sollte", hieß es in der Beschlussvorlage.  Bestand etwa sogar die Chance, dass die lang ersehnte Weitung der Straße nun erfolgen kann? Dem Stadtrat wurden zumindest drei mögliche Varianten zur Entscheidungsfindung unterbreitet.

Hausbesitzer möchten nicht verkaufen

In der ersten wurde vorgeschlagen, dass die Stadt nun auch das angrenzende Grundstück Nummer 84 erwirbt, das Haus später abreißt und damit Platz für eine Straßenerweiterung schafft. Allerdings ist das Haus noch bewohnt. Und es besteht keinerlei Verkaufsinteresse der älteren Bewohner. 

Bereits kurz nach dem Brand hatten Heidrun und Hans-Jürgen Lehmann ihre Sorgen als Besitzer des Nachbargrundstückes der Brandhäuser geschildert. Das Rentner-Ehepaar  fürchtete vor allem die Folgen für das eigene Haus. Da es keine eigene Giebelwand hat, waren auf der Brandseite umfangreiche Sicherungsmaßnahmen nötig. Von mehreren Zehntausend Euro Kosten war die Rede.

Die Stadt Kamenz sicherte den Giebel notdürftig. Doch sollte diese Notvariante auf ewig so stehen bleiben? Darüber galt es zu befinden. 

Notgiebel wird regelmäßig kontrolliert

Da die  Lehmanns auch weiterhin in ihrem Haus bleiben möchten, fiel die erste Variante  durch - auch in den vorangegangenen Ausschüssen des Stadtrates. "Wir werden niemanden nötigen, aus seinem Haus auszuziehen beziehungsweise es zu verkaufen. So dringend stellt sich die Situation an der Engstelle nun auch nicht dar", sagt FDP-Stadtrat André Maak stellvertretend.  

Auch die zweite Variante,  bei der die Stadt den Notgiebel manuell abtragen lassen wollte, traf nicht auf offene Ohren.  Bekannt ist nämlich, dass der Giebel im Bereich des Obergeschosses eine Grenzwand ist, also eigenständig steht. Der Giebel von Familie Lehmann besteht aus einer Lehmausfachung und müsste nach Abtrag des Mauerwerkes stabilisiert und ausgemauert werden. Kosten, die die alten Leute nicht  aufbringen können. 

Also kommt nun Variante drei zum Einsatz: Die nach den Abrissmaßnahmen entstandene Situation bleibt bestehen. Es sind jedoch regelmäßig Kontrollen zur Standsicherheit der Giebelwand durchzuführen.  "Welche weiteren Sicherungsmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt notwendig werden, ist im Ergebnis der Kontrollen festzulegen", heißt es im Beschluss.

Der Stadtrat folgte einstimmig – ohne Diskussion – den Empfehlungen der Ausschüsse.  Es bleibt abzuwarten, ob sich Lehmanns  zu einem späteren Zeitpunkt für einen Verkauf entscheiden.  Bis dahin bleibt der Engpass an der Pulsnitzer Straße bestehen.

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