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Enso und Drewag erhöhen die Strompreise

Nach langem Rechnen stehen die neuen Preise in weiten Teilen Sachsens fest. Für die Kunden wird es teurer. Doch es gibt eine Möglichkeit, zu sparen.

Strom wird nächstes Jahr teurer.
Strom wird nächstes Jahr teurer. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Es ist die stärkste Strompreis-Erhöhung seit sieben Jahren: Sachsens große regionale Stromversorger Enso und Envia-M haben steigende Tarife zum Januar angekündigt. Die Stadtwerke folgen ihnen zum Teil etwas später, wie am Montag von der Drewag zu erfahren war.

Die Enso Energie Sachsen Ost als traditioneller Energieversorger außerhalb der größeren Städte verlangt von Januar an 1,55 Cent mehr pro Kilowattstunde Strom. Damit steigt beispielsweise der Preis im häufig genutzten Tarif Swing auf 28,75 Cent pro Kilowattstunde. Das ist noch nicht alles: Enso-Sprecherin Claudia Kuba sagte der Sächsischen Zeitung, auch der jährliche Grundpreis werde erhöht – je nach Tarif unterschiedlich stark.

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Enso-Sprecherin Claudia Kuba sagte der Sächsischen Zeitung am Montag zur Begründung, das Unternehmen habe bereits den Strom für das kommende Jahr eingekauft und dabei selbst mehr bezahlt als bisher. Enso kaufe den Strom sicherheitshalber portionsweise im Voraus. Der Einkaufspreis richte sich nach der Entwicklung an der Leipziger Strombörse. Nicht nur der Strom selbst sei teurer geworden, sondern auch die anderen Preisbestandteile: die Abgaben und die Netzentgelte, also etwa die Preise zum Benutzen der Hochspannungsleitungen des Unternehmens 50 Hertz.

Für einen typischen Haushalt auf dem Lande in Ostsachsen wird die Preiserhöhung zum Januar spürbar sein: Sprecherin Kuba rechnete vor, dass bei einem Jahresverbrauch von 2.700 Kilowattstunden im Grundversorgungstarif jeden Monat 4,98 Euro mehr zu bezahlen sind. Das sind im Jahr rund 60 Euro mehr, und bei einer Familie mit Kindern dürfte der Verbrauch höher sein. 

Allerdings weist die Enso-Sprecherin von sich aus auf eine Spar-Möglichkeit hin, die auch Verbraucherschützer gerne nennen: Wer bisher Grundversorgungspreise zahlt, sollte in einen billigeren Tarif wechseln. Enso berät dazu nicht nur im Internet, sondern auch telefonisch. Der Beispielhaushalt zahlt in der Grundversorgung nächstes Jahr 910,65 Euro, im Tarif Swing 880,49 Euro und im Internet-Tarif namens Enso Strom Direkt 850,65 Euro.

© SZ-Grafik

Ein Wechsel zu anderen Unternehmen mithilfe von Stromvergleichsrechnern im Internet kann niedrigere Preise bringen. Dabei ist allerdings zu beachten, nicht auf Lock-Angebote mit einmaligen Prämien und langer Kündigungsfrist hereinzufallen. Außerdem stehen bei vielen Anbietern die Preise für 2020 noch nicht fest.

Wer Kunde der Dresdner Stadtwerke Drewag ist, kann zum Jahreswechsel noch keine neuen Preisvergleiche anstellen. Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann sagte der Sächsischen Zeitung zwar auf Nachfrage, eine Preis-Erhöhung stehe bevor. Aber zum Januar sei es noch nicht so weit. Die Kunden würden spätestens sechs Wochen vorher informiert. 

Die Enso dagegen wollte am Montag die Briefe an ihre Kunden abschicken. Stadtwerke wie die in Pirna und Freital haben ebenfalls angekündigt, die Preise zu erhöhen, aber sie noch nicht genau benannt. Die Unternehmen nennen üblicherweise erst Mitte November die genauen Preise, wenn alle Kosten bekannt sind. Die Preiserhöhungen verlaufen schon lange nicht mehr im Gleichtakt. Während die Enso zuletzt Anfang 2017 die Preise erhöhte, ist es bei der Drewag noch nicht lange her: Anfang dieses Jahres erhöhte sie den Strompreis um 0,7 Cent, nachdem sie ihn erst zehn Monate zuvor um 0,6 Cent pro Kilowattstunde gesenkt hatte.

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Zur Begründung der Preis-Erhöhungen nannten die Sprecher unter anderem die Umlage für Erneuerbare Energien (EEG-Umlage). Damit werden Wind- und Solaranlagen subventioniert, indem die Besitzer garantierte Preise erhalten. Zum neuen Jahr steigt die EEG-Umlage von 6,405 auf 6,756 Cent. Enso-Sprecherin Kuba verwies auch auf Ausgaben für die Stromnetze. Nächstes Jahr beginne die Erneuerung des Umspannwerks Löbau für rund fünf Millionen Euro. Die Gaspreise bleiben bei Enso und Drewag zum Jahreswechsel für die meisten Kunden unverändert. Etwa 3.000 Enso-Gaskunden erhalten aber Briefe mit Preiserhöhungen, weil sie spezielle Preise für eine feste Laufzeit vereinbart hatten.

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