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Enso modernisiert Stromnetz

Acht Kilometer Leitung von Reinhardtsgrimma nach Ulberndorf werden gebaut – auch 29 neue Masten.

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Von Franz Herz

Oberhalb von Reinholdshain steht im Feld ein hohes Holzgerüst an der Straße in Richtung Glashütte. Wer weiter aufs Feld guckt, sieht auf beiden Seiten der Straße Betonfundamente mit Füßen von neuen Gittermasten. Hier lässt die Enso Netz GmbH eine neue Hochspannungsleitung bauen, die von Reinhardtsgrimma an Reinholdshain vorbei zum Umspannwerk nach Ulberndorf führt.

„Das Holzgerüst ist ein sogenanntes Schleifgerüst“, informiert Claudia Kuba, die Pressesprecherin der Enso Netz. Denn die ersten Masten bei Reinhardtsgrimma stehen schon komplett, bei Reinholdshain werden sie noch aufgestellt und dann ziehen Spezialisten die Leiterseile, dicke Drahtseile, die später den Strom leiten. Damit diese nicht auf die Straße fallen, wenn bei der Montage etwas schiefgehen sollte, wurden zur Sicherheit die großen Holzgerüste an die Straße gestellt.

Die Enso Netz modernisiert das komplette Hochspannungsnetz, über welches sie das Osterzgebirge mit elektrischem Strom versorgt, damit das auch in Zukunft zuverlässig funktioniert. Erstens stellt sich die Enso darauf ein, dass der Strombedarf weiter steigt. Zweitens geht sie davon aus, dass sie in mehreren Richtungen Strom transportieren muss, also nicht nur von zentralen Kraftwerken zum Verbraucher, sondern auch von vielen Sonnen- oder Windkraftwerken zu den Abnehmern.

Dafür entsteht jetzt der Abschnitt von Reinhardtsgrimma bis Ulberndorf komplett neu. Fachfirmen bauen im Auftrag der Enso Netz in zwei Bauabschnitten 29 neue Masten. Die ersten sechs bei Reinhardtsgrimma stehen schon komplett. Weitere bei Reinholdshain sind fertig für den Aufbau. Dort sind die Fundamente fertig, in welche die Mastfüße einbetoniert sind. In wenigen Tagen kommt der Kran und stellt die gesamte Konstruktion auf. Dafür ist eine kräftige Maschine erforderlich. Denn die einzelnen Masten wiegen zwischen sechs und zwölf Tonnen. Sie sind je nach Standort auch unterschiedlich hoch. Zwischen Reinhardtsgrimma und Ulberndorf liegen die Höhen der Masten zwischen 20 und 30 Meter.

Bald sollen alle 16 Masten stehen, die zum ersten Bauabschnitt gehören. Dann werden die Leiterseile aufgezogen. Später folgen dann die nächsten 13 Leitungsmasten auf dem letzten Stück bis nach Ulberndorf. Bis August dieses Jahres soll die neue Leitung komplett fertig sein. Dann wird sie ans Umspannwerk Ulberndorf angeschlossen und geht in Betrieb. Die Enso Netz erneuert derzeit auch das Umspannwerk komplett. Die gesamte Modernisierung kostet rund 17,5 Millionen Euro.

Mit der Erneuerung wird das Hochspannungsnetz in der Region insgesamt verkleinert. Derzeit gabelt sich die Hochspannungsleitung bei Heidenau. Ein Strang führt über Reinhardtsgrimma nach Altenberg hoch, der andere leitet den Strom über Kreischa, Oelsa und Ruppendorf nach Ulberndorf. Die Leitung in Richtung Altenberg wird jetzt zur Hauptverbindung ausgebaut. Wo früher nur drei Leiterseile auf den Masten hingen, werden jetzt sechs aufgehängt. Das sind zwei vollwertige Hochspannungsleitungen. Die Leitung über Kreischa und Ruppendorf wird ab 2017 abgebaut. Damit fallen über 20 Kilometer Stromleitung weg. Wenn alles glattgeht, werden wir Stromverbraucher in der Region davon nichts bemerken, höchstens dass der Strom noch seltener ausfällt.