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Großenhain

Ente ist in Großenhain auf der Flucht

Seit Mittwoch saß das Tier auf dem Parkplatz Carl-Maria-von- Weber-Allee. Doch dann nutzte es plötzlich die Chance.

Stück für Stück wagte sich die Warzenente an ihren Fluchhelfer, die Röder, heran. Hockte sie erst auf dem Parkplatz, schwamm sie danach auf und davon
Stück für Stück wagte sich die Warzenente an ihren Fluchhelfer, die Röder, heran. Hockte sie erst auf dem Parkplatz, schwamm sie danach auf und davon © privat

Großenhain. Wenn nicht jetzt, wann dann? Der Entschluss fällt innerhalb von Sekunden. Sich in die Hände dieser Leute begeben, die irgendetwas von Tierschutz daherschnattern? Oder sich von den zwei zwar sehr nett wirkenden Mädchen packen lassen und womöglich noch vor der Zeit als Braten im Ofen landen? Nein! Da hilft nur die Flucht nach vorn! Und vorn befindet sich genau das, womit sich auch eine Ente vom Land eigentlich auskennen sollte. Nach dem Motto wer wagt, der gewinnt, macht das prächtige Tier einen Satz und landet in der Röder. Zunächst noch mit der leichten Strömung kämpfend, entscheidet es sich für einen abrupten Richtungswechsel – und paddelt auf und davon.

Die zurückbleibenden Menschen machen lange Gesichter. Mit so viel mutigem Enthusiasmus hatten vor allem Jenniffer Frey und Millie Williams nicht gerechnet. Die 18-jährigen Radebeulerinnen absolvieren zurzeit in der Anerkannten Schulgesellschaft Sachsen (ASG) Großenhain ein berufsvorbereitendes Jahr.

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Tier ist wohl entwischt

Nach Unterrichtsschluss am Mittwoch hätten sie die Ente das erste Mal gesehen. Zusammengekauert habe sie auf dem Rasen entlang des Parkplatzes auf der Carl-Maria-von-Weber-Allee gehockt. „Uns fiel natürlich sofort auf, dass ihr Gefieder ganz anders ausschaut. Also mehr nach Zucht und Bauernhof und nicht schwimmend im Teich“, erzählt Jenniffer Frey und lacht.

Gemeinsam hätten sie dem Vogel – es handelt sich hierbei um eine Warzenente – gern helfen wollen. Und ermittelten wohl nach der Klingelei an mehreren Grundstücken immerhin, dass einem älteren Herrn in der Nähe der Radeburger Straße ein Erpel dieser Rasse abhandengekommen sei. Sich weder in Großenhain noch mit dieser Art Federvieh auskennend, hofften sie schließlich, das Problem löse sich gewissermaßen über Nacht vielleicht von selbst. Doch weit gefehlt! Wer die beiden jungen Frauen am Donnerstagmorgen auf dem Parkplatz begrüßte, war tatsächlich die Ausreißerin. Noch immer an derselben Stelle im Gras sitzend, habe sie inzwischen einen noch hilfloseren Eindruck gemacht als tags zuvor. „In Absprache mit unserer Lehrerin sind wir in der Pause immer mal gucken gewesen und haben dann den Tierschutz in Dresden angerufen“, verrät Millie Williams. Als dieser am Donnerstagmittag eintrifft, ist das Tier schon wild entschlossen. Bekanntermaßen zur plötzlichen Flucht auf dem Wasserweg. Immerhin: Nicht umsonst gilt die domestizierte Form der südamerikanischen Moschusente als recht widerstandsfähig.

Wer sie entdeckt, bitte melden

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Für den Vorsitzenden des Großenhainer Tierschutzvereins, Armin Krake, ist es längst nicht der erste Vorfall dieser Art. Immer wieder mal würden er und seine Mitarbeiter darüber informiert, dass ein felliger und auch mal gefiederter Liebling abhanden oder auch aufgefunden worden ist. In Sachen der getürmten Ente könne man jetzt leider nur abwarten. Wer sie entdeckt, solle sich aber bitte sofort an den Verein unter 1 0174 1059350 wenden.