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Meißen

Entlastung an der Krippen-Front

Am Meißner Kalkberg öffnet am Donnerstag eine neue Krippe ihre Türen. 28 Kinder werden hier zukünftig betreut.

Auf dem Mattenstapel im Sportzimmer der neuen Kita sprach OB Olaf Raschke mit einem Kind aus dem benachbarten Kindergarten. Das Stadtoberhaupt freut sich, dass die Stadt in Zukunft weitere Betreuungsplätze anbieten kann.
Auf dem Mattenstapel im Sportzimmer der neuen Kita sprach OB Olaf Raschke mit einem Kind aus dem benachbarten Kindergarten. Das Stadtoberhaupt freut sich, dass die Stadt in Zukunft weitere Betreuungsplätze anbieten kann. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. Der Bedarf ist groß. Weil immer mehr junge Familien mit kleinen Kindern nach Meißen ziehen, werden Krippenplätze händeringend gesucht. Für Entlastung sorgt in dieser angespannten Situation die Eröffnung der neuen Krippe in der Querstraße am Kalkberg. Am Donnerstag nimmt der Anbau des bereits bestehenden Kindergartens den Betrieb auf.

„Die neue Kita ist nicht nur für den Stadtteil eine Aufwertung. Auch insgesamt bringt sie für Meißen eine Entlastung“, sagte Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) am Mittwoch bei einem Rundgang durch das Gebäude. Wenn Ende des Jahres noch die Kita in der Mannfeldstraße fertig werde, verbessere sich die Betreuungssituation in der Stadt spürbar. 

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Während des Termins in der Kita am Kalkberg stellte Raschke klar, dass es bei der Vergabe der Plätze keine Einschränkung geben werde. „Wir wollen es bewusst nicht festlegen. Wenn Eltern in Meißen arbeiten und hier ihre Kinder unterbringen wollen, wird das gehen. Ähnlich ist das im Fall von Geschwisterkindern oder bei Menschen, die neu in die Stadt ziehen und eine Betreuung suchen.“

Die Krippe am Kalkberg ist reichlich 210 Quadratmeter groß und bietet Platz für 28 Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren. Sie hat laut Stadt etwa 800.000 Euro gekostet. Ein markantes Merkmal des neuen Gebäudes sind zwei spezielle Aufenthaltsräume mit runden Wänden. 

„Die Rundungen sollen dafür sorgen, dass sich die Kinder gleich geborgen fühlen. Das ist einladender als ein langer schmaler Flur“, erklärt Architektin Angelika von Olberg vom Planungsbüro dvos, die bereits die Kindertagesstätten an der alten Ziegelei und an der Hainstraße entworfen hat.

Anders als in anderen Betreuungseinrichtungen dominieren keine knallbunten Farben. Stattdessen gibt es zarte Pastelltöne in Gelb, Blau und Grün sowie Einbauschränke, Sitzmöbel und sichtbare Dachsparren aus Ahornholz und Birke.

Ein sogenannter „Snoezelraum“ für die Jüngsten bringt Kinder im Alter zwischen ein bis zwei Jahre ins Reich der Träume. Er verfügt über mehrere kleine, nestartige Betten sowie eine Trageschaukel, die wie eine Hängematte anmutet. Die Erzieherinnen lesen den Kindern dort zum Einschlafen Geschichten vor oder stellen die Lieblingsmusik ein. 

Ein kindergerechter Sanitärbereich und ein Kinderwagenraum ergänzen den Anbau. Wenige Meter weiter befindet sich ein Mini-Krippen-Restaurant. In diesem lichtdurchfluteten Raum, über den man problemlos auch in den Garten laufen kann, nehmen die Kinder alle Mahlzeiten ein. Gleich daneben ist ein Zimmer, das dem Schwerpunkt Bewegung gewidmet ist. 

„Die entsprechenden Spiellandschaften werden nächste Woche noch angeliefert. Die Kinder können dann beispielsweise durch einen Tunnel in eine Höhle kriechen oder an einer Kletterwand hochklettern“, sagt die Leiterin der Einrichtung, Therése Kayser, die konzeptionell auf die sogenannte „Offene Arbeit“ setzt.

Die Kinder haben dabei die Gelegenheit, ihren eigenen Interessen zu folgen. Sie können sich frei im Gebäude bewegen und selbstständig entscheiden, ob sie zum Beispiel lieber ein kleines Haus mit Bauklötzen bauen oder sich mit ihren Kumpels treffen wollen.

Im August startet die Krippe zunächst mit sieben Kindern. Im Verlauf der nächsten Monate sollen es Stück für Stück mehr werden, bis die Einrichtung Mitte nächsten Jahres die Gesamtkapazität von 28 Kindern erreicht hat. Zum Start kümmern sich derzeit vier Mitarbeiter um sie. Mit zunehmender Kinderzahl muss das Personal aufgestockt werden. Ein Mitarbeiter ist jeweils für fünf Kinder zuständig.

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