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Entscheidung für das Leben mit Gott

In der Hoyerswerdaer Johanneskirche war Pfingstsonntag feierliche Konfirmation.

Pfarrer Heinrich Koch segnete die Jugendlichen zur Konfirmation in der Hoyerswerdaer Johanneskirche ein.
Pfarrer Heinrich Koch segnete die Jugendlichen zur Konfirmation in der Hoyerswerdaer Johanneskirche ein. © Foto: Andreas Kirschke

Hoyerswerda. Herzklopfen und Demut spüren die Jugendlichen. Zwei Jahre intensive Vorbereitung liegen hinter ihnen. In der Hoyerswerdaer Johanneskirche feiern Henriette Gille und Henriette Meixner (aus Hoyerswerda), Martha Hansetz und Paul Kubsch (aus Seidewinkel) sowie Jack Müller und Paul Hugo Simon (aus Bröthen) Pfingstsonntag ihre Konfirmation.

Ein ausgewähltes Bibel-Zitat

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Im kleinen Kreis mit engsten Angehörigen der Familie und der Paten findet der Gottesdienst statt. Pfarrer Heinrich Koch segnet die Jugendlichen ein. Würdig überreicht er jedem eine Urkunde mit dem jeweils selbst ausgewählten Bibel-Zitat für das Leben. Jeder Konfirmand erhält ebenfalls zur Erinnerung einen persönlichen Kelch. Konfirmation ist Pfingstsonntag zudem in Schwarzkollm. Der Superintendent im Ruhestand Friedhart Vogel segnet dort die Konfirmandinnen Lara Großmann und Lea Michelle Boden ein.

„Vergiss es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee, und dass du atmest, kein Entschluss von dir“, singt die Gemeinde kraftvoll in der Hoyerswerdaer Johanneskirche. Auch Lieder wie „Komm, Heiliger Geist“, „Unser Vater“ und „Nun danket alle Gott“ erklingen. „Konfirmation ist für mich wie die Auffrischung nach der Taufe, mich im Glauben zu bekennen“, meint Martha Hansetz (14). „Es ist meine eigene Entscheidung für den Glauben.“ Henriette Meixner erfuhr ihre Taufe mit sieben Jahren. Konfirmation heißt für sie Bestätigung, im Glauben anzukommen. „Fest machen im Glauben“ heißt confirmare. Feierlich werden die Jugendlichen in den Kreis der Erwachsenen in der Kirchengemeinde aufgenommen. „Wir haben viele Stunden über verschiedene Themen gesprochen: über Jesus, die Auferstehung, das Glaubensbekenntnis, die Gebete, auch über Feste wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten“, erzählt Jack Müller vom Konfirmanden-Unterricht. Durch die Konfirmation will er näher bei Gott sein. Im Glauben geerdet und gerüstet will er ins Leben starten. Für Paul Kubsch ist die Konfirmation Ehre und Bekenntnis. Er freut sich auf die Aufnahme in den Kreis der Erwachsenen der Gemeinde.

Im Konfirmanden-Unterricht ging es um Grundthemen wie Taufe, Bibel und Abendmahl. Es ging um existenzielle Fragen wie Leben und Tod. Die Jugendlichen konnten Gemeinschaft leben und tiefer erfahren. 2018 war Rüstzeit in Kollm. Im März 2020 folgte die Rüstzeit in Rathen. „Dabei übten die Jugendlichen gemeinsames Leben und gemeinsame Spiritualität im Gebet, im Gesang und im Bibel-Lesen ein“, unterstreicht Pfarrer Heinrich Koch. Keiner erahnte bei der Rüstzeit in Rathen die Folgen der Corona-Pandemie. Seit Anfang März war kein Konfirmanden-Unterricht, keine Prüfung, kein intensiver Vorbereitungsgottesdienst mehr möglich. „Die Rüstzeit war wie ein Abschluss.“

... wie ein gutes Kraftfeld

Auf Lukas 5 geht er in seiner Predigt zur Konfirmation ein. Darin geht es um das Fischen der Jünger auf dem See Genezareth. Trotz vieler Mühen bleiben ihre Netze leer. „Jeder kennt das doch“, nennt Pfarrer Koch Beispiele: „Viel für die Prüfung gelernt – doch es gibt schlechte Noten. Für die Freunde einen Ausflug geplant – doch der fällt aus. Arbeit ohne Lohn ... Den Frust über die vergebliche Anstrengung kennen wir alle.“ Gott, so unterstreicht er, ist jedoch wie ein gutes Kraftfeld. Er will uns Menschen gezielt einsetzen. Talente, Fähigkeiten und Fertigkeiten gilt es, zum Wohl der Gemeinschaft zu gebrauchen. Gott, so unterstreicht der Pfarrer in der Predigt, braucht jeden einzelnen Menschen. Er lässt ihn nicht fallen. Gott braucht auch jeden einzelnen Jugendlichen. „Ihr seid eingeladen zu einem Leben mit ihm.“

„Einmal Pate, immer Pate“

Vom Gemeindekirchenrat heißt Mitglied Christin Speisekorn feierlich die Konfirmanden willkommen. Ihre eigene Konfirmation liegt zwölf Jahre zurück. Aufregung und Demut spürte sie an diesem besonderen Tag. Ebenso ein starkes Gefühl der Freiheit der Entscheidung. „Ich habe damals «Ja» zum Leben mit Gott gesagt“, schildert sie im Gottesdienst. Die Konfirmation, so ergänzt sie, verleiht jedem Jugendlichen das Recht, künftig selbst Taufpate zu werden. Für die eigenen Paten endet offiziell mit der Konfirmation deren Begleitung. Für viele gilt jedoch: Einmal Pate, immer Pate. So sieht es Karsten Hansetz (53) aus Seidewinkel. Er ist Pate für Konfirmandin Martha Hansetz. Er selbst wurde als Kind zwar getauft, doch erst mit 25 Jahren konfirmiert. Durch seine Frau Annett (heute 54) fand er wieder verstärkt zum Glauben. „Unsere Familie pflegt engen Zusammenhalt“, meint er. „Wir versuchen, ihn an die Kinder weiterzugeben. Familie ist das höchste Gut.“

Ein Leben mit Gott und im Glauben, so unterstreicht Ehefrau Annett, gibt Halt und Erdung. Es gibt Kraft, Tiefen und Konflikte durchzustehen. Es gibt Kraft für den Frohsinn und für die Bewältigung der Trauer. „Diese Werte wollen wir weitergeben.“

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