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Hoyerswerda

Pappen zerkleinern und falten!

Warum quellen gelegentlich Wertstoff-Container über? Um das zu vermeiden, gibt es einige Möglichkeiten.

So sah es Anfang der Woche in der Hufelandstraße in Hoyerswerda aus. In die Container für Pappe und Altpapier ging kaum noch was hinein, Pappen wurden zwischen die Container gesteckt. Mittlerweile sind die Container geleert.
So sah es Anfang der Woche in der Hufelandstraße in Hoyerswerda aus. In die Container für Pappe und Altpapier ging kaum noch was hinein, Pappen wurden zwischen die Container gesteckt. Mittlerweile sind die Container geleert. © Foto: Hagen Linke

Von Hagen Linke und Uwe Schulz

Die Szene kommt Ihnen sicher bekannt vor: Man kommt zu einen gut gefüllten Wertstoffcontainer und hat den Wochenstapel mit Zeitungen und die Pappe vom letzten Online-Einkauf dabei. Der Containerschlitz ist schon schmaler als sonst, aber ein bisschen geht bestimmt noch rein. Man quetscht also und quetscht und fragt sich: Hat der nächste Entsorger genauso viel Kraft und Geduld? Denn eigentlich geht nichts mehr rein.

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So sieht man gelegentlich Papier- und Papp-Behälter, die überquellen. Das Problem beschäftigt die Leute privat und in der Kommunalpolitik. Im Technischen Ausschuss des Stadtrates in Hoyerswerda sprach am Mittwoch Dr. Gitta Kaltschmidt (CDU) das Thema an: „Warum kann die beauftragte Firma die Pappcontainer nicht ordentlich leeren?“ Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) wies einerseits darauf hin, dass die Stadt ja nicht mehr zuständig sei. Allerdings sei Sauberkeit und Ordnung an den Containerstellplätzen ein unsägliches wie unendliches Thema. Denn die Verschmutzung und Vermüllung werde ja von Bürgern verursacht. Freilich habe man einen bedeutend kürzeren Draht zum Entsorgungsunternehmen gehabt, als die Stadt auch noch für die Entsorgung zuständig war. Aber man sei regelmäßig mit dem Landratsamt im Gespräch. Das bestätigte auch Bürgeramtschefin Jana Nitschmann. Seit Ende April würden die Container überquellen und man interveniere diesbezüglich beim Landratsamt.

Vorige Woche erst schien das Problem in Hoyerswerda besonders akut. „Es gab Verzögerungen aufgrund eines dreistündigen Fahrzeugausfalls“, heißt es auf Tageblatt-Nachfrage beim zuständigen Landratsamt. Grundsätzlich werden die Container in der Stadt Hoyerswerda drei Mal pro Woche angefahren. Eine Sprecherin des Entsorgungsunternehmens Veolia erklärte zudem, dass es durch den 1. Mai zu einer leichten Verzögerung der Leerung gekommen sei. An Feiertagen werde grundsätzlich nicht geleert. „Die Touren wurden jedoch umgehend nachgefahren, sodass die Anzahl der Containerleerungen konstant geblieben ist.“ Veolia erklärt auch, dass ein voll aussehender Container nicht zwangläufig voll sein muss. „Die Wahrnehmung überfüllter Container liegt häufig an schlecht zerkleinerten Kartons und Pappen, die unnötig viel Platz im Container einnehmen oder die Einwurfschlitze blockieren können.“ Soll heißen, wer sich vorab ein bisschen bemüht, kann für sich und andere Platz schaffen. „Die richtige Zerkleinerung oder Faltung von sperrigen Kartons spart Volumen ein, wodurch die Container mehr Masse fassen können und weniger schnell voll sind.“ Veolia registriert auch die unrechtmäßige Entsorgung von großen Abfallmengen durch Gewerbeunternehmen. Das kann ebenfalls für eine rasche Füllung der Container sorgen.

Um die Leerungstouren noch effizienter zu gestalten und Ressourcen einzusparen, nutzt Veolia in Hoyerswerda jetzt auch Presscontainer für die Abfuhr von Altpapier. „Durch diese Technik können bei einer Tour größere Mengen Abfälle transportiert und damit zusätzliche Fahrten vermieden werden“, heißt es.

Spohlaer Verzicht wegen Vermüllung

Auch außerhalb der Stadt Hoyerswerda gibt es Probleme. In der jüngsten Gemeinderatssitzung der Elsterheide wurde angeregt, den zuständigen Mitarbeiter des Landratsamtes einzuladen. Im Wittichenauer Ortsteil Spohla waren weniger die überquellenden Container das Problem. Vielmehr störte der illegal abgelagerte Müll an den Behältern. „Die haben alles hingeschmissen, sogar Möbel“, ärgerte sich gestern Vormittag eine Frau aus dem Dorf, die hier regelmäßig mit ihrem Hund unterwegs ist. Ganz so schlimm ist das Problem nicht mehr. Ein Maschendrahtzaun zur Absperrung steht bereits. In einer Einwohnerversammlung wurde abgestimmt und entschieden als Dorf komplett auf die Container zu verzichten – vorerst. Mittlerweile wurden alle Bürger der Ortschaft informiert, mit dem Hinweis, sich über das Landratsamt Bautzen Blaue Tonnen für das Papier bestellen zu können, erklärt Wittichenaus Bürgermeister Markus Posch, der auch Ende März bei der Einwohnerversammlung war. „Sobald Technik zur Verfügung steht, werden die Container abgeholt und der Zaun geschlossen.

Die Blaue Tonne ist für Grundstücksbesitzer nicht nur eine sehr bequeme und die Containerplätze entlastende Möglichkeit. Sie ist zudem kostenfrei.