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Entsorger schließt Betrieb

Sebnitz. Ab 1. Juli hat die Transport Entsorgung Service GmbH nur noch einen Sitz – in Freital. Der Sebnitzer Standort wird aufgegeben.

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Von Thomas Möckel

Die Transport Entsorgung Service GmbH (TES) schließt ihre Sebnitzer Niederlassung. Ab 1. Juli 2007 legt das Unternehmen seine Betriebsstätten Sebnitz und Freital zusammen. „Von diesem Zeitpunkt an operieren wir nur noch von Freital aus“, sagt Holger Rösel, Leiter der Freitaler TES-Betriebsstätte. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen könne es sich die Firma nicht mehr leisten, beide Standorte zu erhalten. „Ich vergleiche das immer mit einer Familie, die innerhalb einer recht kurzen Entfernung zwei Häuser gebaut hat. Ziehen nun viele Kinder weg, ist sie gezwungen, ein Haus zu verkaufen“, sagt Rösel.

Zu herb traf die Firma im vergangenen Jahr der Verlust wichtiger Entsorgungsaufträge. „Wir haben 2006 die Hausmüllentsorgungs-Verträge für die Altkreise Sebnitz und Freital verloren“, sagt Rösel. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) hatte die Leistungen im vergangenen Jahr neu ausgeschrieben – und vergab den Auftrag in der Sächsischen Schweiz letztendlich an das Entsorgungsunternehmen Kühl. Allein deswegen musste die Sebnitzer TES-Betriebsstätte ihren Mitarbeiterstamm von 30 auf 15 reduzieren.

Hinzu kam, dass der TES zunehmend auch private Auftraggeber wegbrachen. Das zwang die Firma, zu reagieren. „Allein davon, dass die Sebnitzer TES im Landkreis Sächsische Schweiz gelbe Säcke für das Duale System einsammelt, lässt sich der Standort nicht halten“, sagt Rösel. Letztlich waren die Betriebsergebnisse des ersten Quartals 2007 ausschlaggebend dafür, beide Betriebsstätten zusammenzulegen.

Dem Unternehmen erschien Freital dabei als der günstigere Standort. „Er liegt für uns strategisch besser als Sebnitz“, sagt Rösel. Auch die meisten Sebnitzer Mitarbeiter wechseln nach Freital. „Wir haben allen 15 Fahrern angeboten mitzugehen, und ein Großteil hat das Angebot angenommen“, sagt Rösel. Zudem arbeiten künftig auch ein Verwaltungsmitarbeiter sowie ein Auszubildender zum Speditionskaufmann am neuen Standort. „Für ihn stehen auch die Chancen gut, dass wir ihn nach der Lehre übernehmen“, sagt der Betriebsstättenleiter.

Neben den Beschäftigten wandern auch die gesamte Technik sowie die Fahrzeuge nach Freital. Dass sich TES in Zukunft noch einmal in Sebnitz niederlässt, erscheint eher unwahrscheinlich: Nach dem Wegzug steht die Immobilie in Sebnitz zum Verkauf.

TES bewirbt sich neu

Für die Verbraucher hingegen ändert sich durch die Firmenzusammenlegung vorläufig nichts. „Der Tourenplan und der Abhol-Rhythmus bleiben wie gehabt bestehen“, sagt Rösel – zumindest bis Ende dieses Jahres.

Denn bereits jetzt ist wieder der Kampf darum entbrannt, welcher Entsorger die gelben Säcke in den kommenden drei Jahren abholen wird. „Wir haben die Leistung für den Landkreis Sächsische Schweiz zum 1. Januar 2008 neu ausgeschrieben“, sagt Norbert Völl, Pressereferent der Grüner Punkt/Duales System Deutschland GmbH. Am 11. Juni endet die Bewerbungsfrist, im Laufe des Sommers will das Unternehmen den Auftrag vergeben.

„Wir haben uns auch um diesen Auftrag beworben“, sagt Holger Rösel. Noch aber ist fraglich, ob TES ihn auch bekommt. Denn Norbert Völl rechnet mit vielen Bietern. „Auf dem Müllentsorger-Markt herrscht eine harte Konkurrenz“, sagt er.