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Entspannt ins neue Schuljahr?

Großenhains Schulen rüsten sich für den Start am kommenden Montag. Einer unter besonderen Bedingungen und zusätzlichen Anforderungen.

Das Großenhainer Werner-von-Siemens-Gymnasium ist empfangsbereit. Ab Montag werden die Schüler hier wieder ganz regulär unterrichtet.
Das Großenhainer Werner-von-Siemens-Gymnasium ist empfangsbereit. Ab Montag werden die Schüler hier wieder ganz regulär unterrichtet. © Foto: Anne Hübschmann

Großenhain. Die Kleinsten haben sich erst am Donnerstagnachmittag kennengelernt. Weil aufgrund der Coronapandemie auch in der 1. Grundschule Großenhain mit lieb gewordenen Traditionen gebrochen werden musste, sei ein Treffen aller Erstklässler nicht mehr in den letzten Kindergartentagen möglich gewesen. "Es jetzt aber noch nachzuholen und auf diese Weise vielleicht auch ein paar Ängste der natürlich aufgeregten Mädchen und Jungen nehmen zu können, fand ich eine sehr schöne Idee der Kollegen", befindet Sylvia Ufert. 

Wie die Schulleiterin betont, sei man in jeder Hinsicht gut für den Beginn am kommenden Montag gerüstet. Abgesehen vom feierlichen Schuleingang am Sonnabend, der den Kindern unter Beachtung aller geltenden Vorschriften selbstverständlich so schön als möglich bereitet würde, sorgten 13 Kollegen für die volle Abdeckung aller Unterrichtsstunden. Ein personelles Aufgebot, welches im Vergleich zu anderen Jahren schon mal einen positiven Start für die insgesamt 169 Schüler garantiere.

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Während in der ersten Woche ausschließlich Unterricht mit dem Klassenlehrer stattfinden solle, werde man danach wieder in den Regelbetrieb einsteigen. "Es ist uns einerseits wichtig, dass die Kinder erst einmal in der Schule ankommen und wir andererseits eingedenk der zu beachtenden Hygienevorschriften so kurz nach der Rückkehr aus dem Urlaub noch eine gewisse Konzentration an Schüler- und Lehrergruppen beibehalten", erklärt Sylvia Ufert. Auch der Hort werde unter diesem Gesichtspunkt in den ersten 14 Tagen auf sein freies Konzept verzichten. Man sei aber durchaus guter Dinge und hoffe, alle blieben gesund, um dann wieder durchgängig bis zu den Herbstferien gemeinsam lernen zu können.

Ein normaler Unterrichtsbetrieb, von dem auch Axel Hackenberg ausgeht. Laut dem Leiter der 2. Oberschule "Am Schacht" hätte sich das 33-köpfige Kollegium zwar natürlich darauf eingestellt, dass sämtliche Corona-bedingten Verhaltensweisen zu beachten seien. Auf dem Schulhof und in den Gängen etwa müsse eine Maske getragen werden und sowohl in den Klassenräumen als auch in den Toiletten stünden Wasch- und Desinfektionsmöglichkeiten zur Verfügung. Abgesehen davon stelle man sich aber darauf ein, den 420 Schülern endlich wieder in regulärer Weise das Wissen vermitteln zu können. Ausreichend Lehrer warten auf den Stundenbeginn und auch ein Plan, der keine Lücke in Kauf nehmen müsse. "An unserer Schule gibt es inzwischen eine gute Mischung zwischen jüngeren und älteren Kollegen. Jeder bringt seine Ideen ein und ich hoffe, dass wir im neuen Schuljahr mehr Gelegenheit haben, diese umzusetzen."

Ebenfalls in den Startlöchern stehen die 62 Pädagogen des Großenhainer Werner-von-Siemens-Gymnasiums. Entsprechend der aktuellen sächsischen Allgemeinverfügung fände der Unterricht wieder im Klassenverband statt. Es verstehe sich von selbst, so Schulleiter Klaus Liebtrau, dass man auf die Einhaltung der Hygienevorschriften achten werde und sich um die notwendigen Abstände bemühe. Ganz besonders in der ersten Woche, in welcher der vielleicht sogar im Ausland verbrachte Urlaub noch nicht so fern ist. "Darüber hinaus wird alles ganz normal sein! Und wir hoffen, dass dieser Zustand auch weiterhin anhalten wird, denn wir haben einiges aus dem vergangenen Schuljahr aufzuholen", bekennt Klaus Liebtrau. 

Immerhin stünden die fachlichen Zeichen, dies ungehindert tun zu können, schon mal ganz gut. Der Stundenplan sei fertig und auch, wenn man ziemlich knapp hätte planen müssen, habe es letztlich doch gepasst. Für in Rente gegangenen Lehrer habe die Schule Ersatz bekommen beziehungsweise vom selbst herangezogenen Nachwuchs an Referendaren profitiert. Ein Wermutstropfen: Trotz aller Bemühungen sei es nicht gelungen, jeden ausgeschiedenen Lehrer fachlich gleichwertig zu besetzen. Klaus Liebtrau macht keinen Hehl daraus, dass Fächerkombinationen wie Mathematik/Physik nicht nur im Freistaat seit Jahren ein rares Gut sind. Aus diesem Grund habe man sich nach langem Ringen auch entschieden, die 16 Schüler einer zehnten Klasse auf andere Klassen aufzuteilen. "Auch wenn mir dieser Schritt persönlich leid tut, war er unumgänglich! Das habe ich so auch den Eltern mitgeteilt. Hätten wir das nicht getan, wäre der Unterricht überdies in der Klassenstufe sechs und sieben nicht abgesichert gewesen, und Physik wäre um die Hälfte gekürzt worden", erklärt Klaus Liebtrau. 

Ihre Schulen besonders im Blick hat dieses Mal sicher auch die Stadt Großenhain. In ihrer Eigenschaft als Träger sei sie schließlich für die Sicherstellung der Reinigung verantwortlich. Zudem sorge man für die Beschaffung und Bereitstellung von ausreichend Reinigungs- und Desinfektionsmaterial, um die momentan geforderten Hygienebestimmungen einzuhalten. "Zur Sicherstellung der Nachvollziehbarkeit von Infektionsketten ist von der jeweiligen Schule täglich zu dokumentieren, welche einrichtungsfremden Personen sich während der Unterrichtszeit oder einer schulischen Veranstaltung in einem Schulgebäude länger als fünfzehn Minuten aufgehalten haben", weiß Rathaussprecherin Diana Schulze. Schulische Veranstaltungen selbst wären unter Einhaltung der allgemeinen Hygienebestimmungen zulässig. Bis so manche von ihnen gefeiert oder durchgeführt werden wird, dauert es aber vielleicht ohnehin. Denn ab Montag wird wohl erstmal wieder vorrangig eins getan - gelernt. 

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