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Envia im Fusions-Strudel

Dresden. Die Gerüchte um Fusionen der ostdeutschen Regionalstromversorger haben gestern Nahrung bekommen: Das Bundeskartellamt verlangt nach Informationen der "Financial Times Deutschland", dass die Energie Sachsen Brandenburg AG (Envia) verkauft wird.

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Dresden. Die Gerüchte um Fusionen der ostdeutschen Regionalstromversorger haben gestern Nahrung bekommen: Das Bundeskartellamt verlangt nach Informationen der "Financial Times Deutschland", dass die Energie Sachsen Brandenburg AG (Envia) verkauft wird. Das Chemnitzer Unternehmen versorgt auch Kunden im Raum Hoyerswerda und Weißwasser. Es gehört zum größten Teil der Essener RWE AG. Die fusioniert mit der Dortmunder VEW AG.
Das Bundeskartellamt betonte gestern auf Anfrage, Bedingungen für die Fusion würden erst am 19. Juni genannt. Es achte darauf, dass der Berliner Braunkohle-Verstromer Veag AG Kunden behalte. Die Veag liefert an Regionalversorger wie Envia oder Esag. Sie verkaufen den Strom weiter an Stadtwerke, auf dem Lande an Haushalte.
Eine RWE-Sprecherin sagte der SZ gestern, mit dem Kartellamt werde noch bis zur Entscheidung weiter verhandelt. Envia-Sprecherin Bettina Schuster sagte, über mögliche Fusionen werde ungern gesprochen - seit dem Debakel der Dresdner und Deutschen Bank. Sie wolle sich auch nicht zu Äußerungen des Regionalversorgers Meag AG in Halle äußern. Die Meag gehört zum künftigen RWE-Partner VEW und hat deshalb eine Fusion mit der Envia nicht ausgeschlossen
Zurückhaltend über Fusionspläne äußerte sich auch die Karlsruher Energie Baden Württemberg AG (ENBW), die an der Esag und der Drewag Stadtwerke Dresden GmbH beteiligt ist. Die Esag ist von Envia-Gebiet umgeben und könnte deshalb Interesse an einer Ausdehnung haben. ENBW-Sprecher Klaus Wertel betonte lediglich, Ostsachsen sei für das Unternehmen "ganz wichtig" - zurückziehen wolle sich die ENBW jedenfalls nicht.
Die Hamburger HEW AG hatte bereits in den vergangenen Wochen Interesse am Kauf von Regionalversorgerngeäußert; an der Esag ist sie schon beteiligt. Ihr Sprecher Johannes Altmeppen sagte gestern, auf bestimmte Versorger habe es das Unternehmen nicht abgesehen. Entscheidend sei, den künftigen Stromverkauf zu sichern, in einem Gesamtkonzept mit Veag. (SZ/mz)

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