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Erfolg macht glücklich

Dresdner verdienen mehr als der sächsische Durchschnitt. Zur Zufriedenheit gehört tatsächlich mehr.

© René Plaul

Von Bettina Klemm

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Freudig schildert Stefanie Albrecht ihren Chefs die Eindrücke einer großen Konferenz. Die 28-Jährige ist voll in ihrem Element. Sie trägt bei der Firma Saxonia Systems Verantwortung für den Vertrieb der neuesten Softwareentwicklung des Unternehmens Eteo-Board (Ein Team ein Office). „Die Arbeit macht mir Spaß. Ich schätze den offenen Umgang untereinander, die kurzen Wege ohne Hierarchien und die Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten“, sagt sie. Das sei wichtiger als das Gehalt. „Eine Arbeit, zu der ich mich täglich hinschleppen müsste, dafür ein dickes Konto hätte, wäre nichts für mich.“ Stefanie hat sogar ihr privates Glück bei Saxonia Systems gefunden. Plötzlich war der Chefentwickler des Eteo-Boards, Alexander Casall, mehr als nur ein Kollege.

Ihre Kollegin Sylvie Löffler war vor 15 Jahren die Erste, die ihre Diplomarbeit bei Saxonia Systems geschrieben hat. Die heute 36-Jährige ist bei dem IT-Unternehmen geblieben und war viele Jahre als Beraterin in der Versorgungswirtschaft tätig und damit viel unterwegs. Nach der Rückkehr aus dem Babyjahr wurde sie Leiterin des Ausschreibungsbüros. Glück ist für sie neben einer gesunden Familie, „ein abwechslungsreicher Job, in dem ich mitgestalten, mich weiterentwickeln und verwirklichen kann“, sagt sie.

In der IT- und Softwarebranche wird in der Regel gut verdient, schließlich hängt der Erfolg vom Können der Mitarbeiter ab. Gute Fachkräfte wollen gewonnen werden. Konkrete Summen mag Viola Klein nicht nennen. „Gehalt ist immer Verhandlungssache. Es hängt von der Ausbildung, den Industriezertifikaten und von der jeweiligen Tätigkeit ab. Ein Berater, der viel unterwegs ist, erhält am Ende mehr als einer mit einem reinen Bürojob“, erklärt sie. Aber das Gehalt sei nicht alles. So gebe es bei der Saxonia eine betriebliche Altersvorsorge, die Mitarbeiter erhalten für jedes Vorschulkind monatlich 150 Euro als sogenannte Betreuungsbeihilfe. Saxonia hat zudem bei der Stadt Kindergartenplätze gekauft. „Die Kinderbetreuung ist in Dresden deutlich besser als in München und Hamburg“, sagt Klein. Auch eine gute Personalarbeit trage zum Betriebsklima bei.

Bei der Einschätzung zum Arbeitsklima und zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben lagen die Dresdner bei der großen Umfrage der Sächsischen Zeitung auf den vorderen Plätzen. Insgesamt wurden 12.700 Leser für die SZ-Glücksserie befragt, 3.700 Dresdner beteiligten sich.

Die Höhe ihres Haushaltseinkommens schätzten 55,5 Prozent als mittelgut, 19,8 Prozent als hoch und 1,7 Prozent als sehr hoch ein. Das bedeutet auch, weniger als ein Viertel bewertet sein Einkommen als niedrig und sehr niedrig. Darunter werden sicherlich auch die fast 24.000 Arbeitslosen in Dresden zählen. Nach der Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung beträgt das mittlere Monatsbruttogehalt in Dresden 2.527 Euro. Der sächsische Durchschnitt liegt bei 2.039 Euro. Seit 1993 ist das Einkommen in der Stadt um 63,5 Prozent gestiegen. Damit landet Dresden hinter Ingolstadt, Jena und Erlangen-Höchstadt im bundesweiten Vergleich auf dem vierten Platz. In Dresden wird verhältnismäßig gut bezahlt. Das liegt nach Ansicht von Jan Kluge vom Ifo-Institut Dresden vor allem daran, dass es in der Stadt viele Hightech-Unternehmen mit hoch qualifizierten Mitarbeitern gibt.

Das beruhigt die Dresdner allerdings nur bedingt: Bei der SZ-Frage, wie sicher sie ihre Stelle einschätzen, landete die Stadt nur auf dem 14. von 20 Plätzen. Vielleicht wirkt die Pleite der Halbleiterfirma Qimonda noch nach? Etwa 48.000 Menschen, etwa ein Fünftel aller Beschäftigten, zählt die Mikroelektronik-Branche der Stadt. Sie ist von den Entwicklungen auf dem Weltmarkt stark abhängig. Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) freut es, dass der Dresdner Mittelstand kontinuierlich wächst, ebenso die Zahl der Beschäftigten. Neben der Branchenvielfalt sei das eine gute Basis für die Wirtschaft.

Bei der Einschätzung zu den Aufstiegschancen und zur Eigenverantwortung im Beruf fallen die Umfrageergebnisse jedoch unterdurchschnittlich aus.

Dennoch sieht IHK-Sprecher Lars Fiehler Dresden als eine „Insel der Glückseligen“. Es stimme fast alles: ein guter Arbeitsmarkt mit verhältnismäßig hohen Einkommen, ein vielfältiges Schulsystem und gute Studienmöglichkeiten, eine Vielfalt an Einkaufsmöglichkeiten und alles noch eingebettet in ein schönes natürliches Umfeld. „Da muss sich Dresden wenig Sorgen machen“, sagt er.

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