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Erfolgskonzept aus Schweden

In den 1970er-Jahren wurden viele Freilichtmuseen gebaut. Eine Region blieb aber ohne.

Freilichtmuseen sind in vielen Regionen ein Besuchermagnet. Die Idee, solche Museen anzulegen, kommt aus Schweden. Dort wurde 1891 das Freilichtmuseum Skansen in Stockholm eröffnet. Später wurden ähnliche Museen in anderen Ländern gegründet. Befördert wurde dieser Prozess durch die zunehmende Technisierung der Landwirtschaft. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem systematischen Verfall alter Gehöfte und klassischer Dorfstrukturen. Dies war in vielen Regionen der letzte Anlass, Sammlungen anzulegen und Bauwerke zu sichern, um sie für spätere Generationen erlebbar zu machen, sagt Kay Arnswald. Der Holzexperte hat im Auftrag der Stadt Wilsdruff eine Studie erarbeitet. In dieser lotete er aus, was zu tun ist, um ein Freilichtmuseum zu errichten.

Im Osten Deutschlands gibt es schon einige. Viele gehen auf das Jahr 1972 zurück. Auf einer Tagung der Akademie der Wissenschaften wurde die flächendeckende Einrichtung von Freilichtmuseen erörtert, sagt Arnswald. Die Wissenschaftler gaben auf diesem Treffen auch Empfehlungen zu Standorten, Umfang und Inhalten. Auf dem Gebiet des heutigen Freistaates machte sich der damalige Bezirk Karl-Marx-Stadt gleich für zwei Museen stark. Es entstanden Freilichtmuseen in Landwüst und Seiffen. Der Bezirk Dresden unterließ jegliche Maßnahmen, sagt Arnswald. Erst nach der politischen Wende tat sich etwas. Die Gemeinde Rietschen in der nördlichen Oberlausitz begann mit der Errichtung des Erlichthofes.

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