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Erfolgsmodell Toskana-Therme

Seit zehn Jahren schafft es das Bad, sich ohne Zuschüsse zu behaupten. Das macht das Unternehmen nun mutiger.

Von Gunnar Klehm

Im Übernahmetrubel der vergangenen Wochen wäre das Jubiläum beinahe untergegangen. Dabei ist „untergehen“ so etwas wie ein schicksalhaftes Wort für die Toskana-Therme in Bad Schandau, das möglichst nicht mehr gebraucht werden sollte. Denn in den 13 Jahren Geschichte ist der Gebäudekomplex am Elbufer zweimal in den Elbefluten versunken und sind der erste Betreiber und ein Restaurantpächter pleitegegangen.

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Davon ist seit der Übernahme durch die Toskanaworld GmbH keine Rede mehr. Seit zehn Jahren behauptet sich das Unternehmen am Markt. Der ist alles andere als einfach, wenn man bedenkt, dass ein Privatunternehmen die Toskana-Therme ohne Zuschüsse betreiben muss. Das gibt es weit und breit nirgendwo anders.

Etwa 180 000 Besucher kommen pro Jahr. Die 25 Mitarbeiter erwirtschaften drei Millionen Euro. Nach der hochwasserbedingten Schließzeit von Juni 2013 bis April 2014 wurde nahtlos an erfolgreiche Zeiten angeknüpft. Mehr noch: Im August wurden so viele Besucher in der Toskana-Therme gezählt wie noch nie in einem Monat in den letzten zehn Jahren. Das Gros der Gäste sind Urlauber oder kommen aus der Region Dresden. „Aus der näheren Umgebung kommen nur fünf bis zehn Prozent“, sagt Residenzmanager Axel Hausmann.

Mit der Sanierung gab es kleinere Verbesserungen, etwa die Panorama-Sauna oder einen abgeschlossenen Ruhebereich. Die Mundpropaganda ist offensichtlich positiv. Denn die Besucher ließen sich auch nicht von der Preisentwicklung abschrecken. Zur Eröffnung kostete der zweistündige Aufenthalt noch zehn Euro für Erwachsene. Jetzt sind es 15 Euro. Die Qualität ist das offenbar wert.

Dieser Erfolg macht die Betreiber-GmbH offensichtlich mutiger. Geschäftsführer Klaus Dieter Böhm ist 2004 angetreten, „um einen guten touristischen Standort wachzuküssen“, wie er damals in einem Interview sagte. Daraus ist eine handfeste Liebelei geworden, um im Bild zu bleiben. Denn nun hat das Unternehmen auch das Hotel Elbresidenz übernommen, das seit dem Hochwasser 2013 immer noch der Sanierung harrt.