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Ergebnisse der Brücken-Studie liegen vor

Die Stadt Bautzen hat den Baugrund untersuchen lassen. Doch es bleiben viele Fragen offen.

Blick in die Zukunft: So könnte die neue Fußgängerbrücke über die Spree einmal aussehen. Doch bis zum Baustart müssen noch viele Fragen geklärt werden.
Blick in die Zukunft: So könnte die neue Fußgängerbrücke über die Spree einmal aussehen. Doch bis zum Baustart müssen noch viele Fragen geklärt werden. © Visualisierung: TU Dresden

Bautzen. Ein wichtiger Brief ist jetzt im Bautzener Rathaus eingetroffen. In dem Schreiben, das mit Spannung erwartet wurde, sind die Ergebnisse einer besonderen Untersuchung aufgelistet. Um herauszufinden, ob tatsächlich irgendwann eine Fußgängerbrücke über die Spree gebaut werden kann, ließ die Stadt den Baugrund untersuchen. Die Bilanz der Experten beinhaltet positive Nachrichten. Doch gleichzeitig wirft die Analyse neue Fragen auf. Die SZ fasst die Informationen zusammen.

Was genau hat die Stadt Anfang des Jahres untersuchen lassen?

Die Stadt möchte gern zwischen dem Protschenberg und der Ortenburg eine dünne Spannbandbrücke errichten. Das Bauwerk soll sich möglichst unauffällig in seine Umgebung einfügen. Doch obwohl die Spreequerung filigran aussehen wird , muss einiges unter die Erde. Damit die Brücke später auch stabil steht, soll sie auf jeder Seite einen Felsanker erhalten, der nicht nur mehrere Meter in die Tiefe geht, sondern auch horizontal Platz einnimmt. Um herauszufinden, ob der Boden dafür auch genügend Halt bietet, fanden Anfang April auf beiden Seiten des Spreetals gleich mehrere Probebohrungen statt. Bis zu 25 Meter wühlte sich der Bohrer an verschiedenen Stellen in den Boden. Von jedem Meter, den die Maschinen zurücklegten, wurden Bodenproben entnommen und schließlich zur Analyse in ein Labor geschickt.

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Zu welchen Ergebnissen kommen die Experten bei der Untersuchung?

Auf der Protschenberg-Seite ist die Sache ziemlich klar. Schon bevor die Bohrer kamen, erklärte der für die Untersuchung zuständige Ingenieur, dass dort der Baugrund günstig ist. Wer genau hinschaut, der sieht auch, dass am Protschenberg Felsen aus dem Hang ragen. Bautzens Baubürgermeisterin Juliane Naumann bestätigt: „Auf der Protschenberg-Seite fanden wir erwartungsgemäß massives oberflächennahes Ausgangsgestein vor.“ Deutlich schwieriger ist es auf der Seite der Ortenburg. Dort hatten die Experten eigentlich damit gerechnet, schnell auf Lausitzer Granit zu treffen. Doch die Bohrung ergab, dass es unter der Oberfläche eine breite Aufschüttungsschicht gibt. Erst darunter befindet sich der Granit und dieser kommt auch noch mit Klüftungen daher. Es gibt also einige Spalten im Gestein, die beim Bau eventuell hinderlich sein könnten.

Welche Fragen sind trotz der Untersuchung noch offen?

Leider noch sehr viele. Baubürgermeisterin Naumann betont, dass die Errichtung der Brücke technisch machbar ist. Gleichzeitig erklärt sie aber, dass viele Aspekte noch geklärt werden müssen. So sei zum Beispiel unklar, welche Auswirkungen die Brückenbauarbeiten auf den Hof der Ortenburg haben. Zudem könnte die bei der Untersuchung gefundene Aufschüttungsschicht dazu führen, dass Archäologen sich vor einem Baustart mit dem Ort beschäftigen müssen. Doch auch dazu wisse man noch nicht genug. Auch auf die Frage, welche Technologie für den Bau benötigt wird, gebe es aktuell noch keine richtige Antwort. „Um all das klären zu können, sind weitere Untersuchungen notwendig“, schlussfolgert Naumann. Und der Baugrund ist nur ein Punkt auf der langen Liste. Was ist mit der Entwässerung? Wie erfolgt der Winterdienst, damit das Bauwerk auch in den kalten Monaten genutzt werden kann? Wie teuer wird das Projekt? All das ist offen.

Wie geht es mit dem Projekt Brücken-Bau nun weiter?

Bautzens Stadtspitze hält an der Idee fest. Bislang fand der Bau der Brücke auch unter den Stadträten eine Mehrheit. Doch inzwischen haben sich die Machtverhältnisse in dem Gremium geändert. Um entscheiden zu können, wie die Stadt bei dem Thema weitermachen soll, will Naumann zunächst herausfinden, wie die neuen Stadträte darüber denken. Im Oktober wird sie mit ihnen sprechen. Oberbürgermeister Ahrens (SPD) hatte zudem einen Bürgerentscheid zur Brücke angekündigt. Auch dazu will Naumann die Stadträte befragen. Gemeinsam könne man herausfinden, wann dafür ein geeigneter Zeitpunkt wäre.

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