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Erheblicher Wohnungsmangel in Dresden

Steigende Mieten, hohe Neubaukosten und viel Leerstand – das sind die Probleme in der Stadt. 

Beim Neubauvorhaben der WID an der Ecke Alemannenstraße/Wittenberger Straße entstehen neue Wohnungen.
Beim Neubauvorhaben der WID an der Ecke Alemannenstraße/Wittenberger Straße entstehen neue Wohnungen. © Visualisierung: WID

Etwa 40 Prozent der Haushalte in deutschen Großstädten müssen mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens ausgeben, um ihre Miete stemmen zu können. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie an der Humboldt-Universität Berlin. Auch in Dresden betrifft das immer mehr Menschen, bestätigt der Mieterverein am Donnerstag bei der Diskussionsrunde des SPD-Abgeordneten Albrecht Pallas. 

Mit auf dem Podium zum Thema bezahlbares Wohnen in Dresden saßen Olaf Brandenburg, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Glückauf Süd (WGS) und Peter Bartels, Chef des Mietervereins. Wie ist die Lage in der Stadt und womit kämpfen Mieter und Vermieter?

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So ist die Situation

„Es gibt einen erheblichen Wohnungsmangel in Dresden, und die Mieten steigen immens“, betonte Bartels. „Es gibt auch beginnende Verdrängung von Mietern durch hochwertige Sanierung in Altbauquartieren und radikale Mieterhöhungen durch Großvermieter“, so Pallas. Man brauche sozialen Wohnungsbau.

Hier werden Wohnungen gebaut

Nicht nur die Wohnen in Dresden (WID) baut neue Wohnungen, sondern auch die Genossenschaften und die Vonovia. Die WID baut unter anderem an der Ecke Alemannenstraße/Wittenberger Straße in Striesen zwei fünfstöckige Gebäude mit 35 Wohnungen. 

Die WGS realisiert Vorhaben unter anderem auf der Hübner- und der Liebigstraße. Die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt (WGJ) baut an drei Projekten, bei denen 52 neue Wohnungen bis 2022 entstehen. Auf der Hutten/Wormser Straße, Spitta/Ecke Wittenberger Straße und an der Fetscherstraße.

Ein Problem sind steigende Baukosten

Wie alle anderen Vermieter kämpft auch die WGS Süd mit steigenden Bau- und Handwerkerkosten, so Brandenburg. Auch die WGJ musste beim Neubauprojekt auf der Haydnstraße 17 plötzlich vier Millionen statt der geplanten 3,5 Millionen zahlen. Die Preise für die Gewerke und für das Personal der Baufirmen seien extrem gestiegen. Das Material hat sich ebenfalls stark verteuert.

Ein zweites Problem sind die Wohnberechtigungsscheine

Die vergleichsweise günstigen WID-Wohnungen und auch Teile der Genossenschaftswohnungen sind für Menschen mit geringem Einkommen gedacht. So gilt etwa für einen Singlehaushalt eine Einkommensgrenze von weniger als 13 800 Euro im Jahr. Als Nachweis, dass alle Kriterien erfüllt werden, gilt der Wohnberechtigungsschein. Dieser muss bei der Stadtverwaltung beantragt werden. 

Doch laut Brandenburg und Bartels komme es immer wieder vor, dass Menschen mit diesen Scheinen mieten, die schon lange viel mehr verdienen als bei Antragstellung und trotzdem nicht umziehen. Das blockiere die günstigen Wohnungen für wirklich darauf angewiesene Menschen.

So viele Wohnungen stehen leer

In Dresden standen laut Stadt 2018 rund 19 350 von rund 300 000 Wohnungen leer. Diese stehen damit den Mietern nicht zur Verfügung. Den größten Anteil davon gibt es mit 18 Prozent in der Inneren Altstadt, gefolgt von Loschwitz und Bühlau, den niedrigsten in der Johannstadt und in Prohlis-Süd. Die Ursachen für Leerstand sind unter anderem unklare Eigentumsverhältnisse oder fehlendes Geld der Besitzer, die Wohnungen und Häuser zu sanieren.

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