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Erinnerung an alte Betriebe

Im Oberland und der Westlausitz entsteht eine touristische Route zur Industriekultur. Dabei kann jeder mithelfen.

© Regina Berger

Was wurde einst wo produziert? Unter anderem Granitabbau, Textilindustrie und Landmaschinenbau haben die Oberlausitz geprägt. Manches ist bis heute präsent. Um auch an das, was nicht mehr existiert, zu erinnern, ist im Bautzener Oberland und der Westlausitz eine touristische Route zur Industriekultur geplant. Zum aktuellen Stand sprach die SZ mit Marlen Martin, Regionalmanagerin im Bautzener Oberland.

Frau Martin, Sie haben im Frühjahr das Projekt gestartet und um Mithilfe gebeten. Wie war die Resonanz?

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Wir haben uns über das Echo sehr gefreut und waren überrascht, dass es so viele sind, die uns aus ihren Erinnerungen an frühere Betriebe berichten wollen. Zur Auftaktveranstaltung im Mai kamen mehr als 40 Leute. Einige Ältere, die nicht mehr so mobil sind, haben wir auch zu Hause besucht. Die meisten haben wirklich viel zu erzählen.

Wie weit ist das Projekt inzwischen gediehen?

Wir haben uns darauf verständigt, dass wir Hauptstationen der Route an Orten ausweisen, wo es Anlaufpunkte für Besucher gibt, etwa ein Museum oder eine Schauwerkstatt. Das sollen zum Beispiel in Demitz-Thumitz das Museum Alte Steinsäge, in Neukirch die Leineweberei und in Großröhrsdorf das Museum der Bandweberei sein. Weinbrand in Wilthen, ehemals Vegro für die Textilindustrie in Kirschau und der Landmaschinenbau in Obergurig sind ebenfalls als zentrale Standorte im Gespräch. Um diese herum wollen wir dann jeweils kleinere Routen mit Hinweisen zu weiteren Standorten ausarbeiten.

Wie geht es jetzt weiter?

In Demitz-Thumitz haben wir vorige Woche vor rund 20 Interessierten bereits für einen Teil der Route die geplanten Stationen vorgestellt. Die weiteren folgen am Mittwoch in einem Workshop in Kirschau. Bis Jahresende soll das Konzept stehen und 2018 dann die Ausarbeitung erfolgen. Dabei werden wir auch Fachleute einbeziehen, die sich mit touristischen Formaten auskennen. Mit der Kulturstiftung Sachsen sind wir bereits im Austausch, um uns Anregungen zur Gestaltung zu holen.

Können sich jetzt trotzdem noch Leute mit ihren Erinnerungen an frühere Betriebe einbringen?

Auf jeden Fall. Die Leute können sich einfach bei uns melden. Wir sind sowohl an ihren persönlichen Erinnerungen interessiert, als auch an solchen Dingen wie Chroniken, Werkszeitungen, Produktmustern und anderen Sachzeugen.

In welcher Form wird die Route mal nutzbar sein und ab wann?

Über die Form sind wir uns noch nicht ganz einig. Entweder lassen wir einen Audioguide produzieren oder eine Internetseite erstellen und Flyer drucken. Was letztlich umsetzbar ist, wird auch von den Kosten abhängen. An den Standorten soll es grafisch gestaltete Hinweise geben, aber keine großen Infotafeln. Denn es wäre zu aufwendig, sie immer in Ordnung zu halten. Ich gehe davon aus, dass die Route im Frühjahr 2019 eingeweiht werden kann.

Gespräch: Madeleine Siegl-Mickisch

Workshop zu den vorgesehenen Stationen in Wilthen, Obergurig, Großpostwitz, Schirgiswalde-Kirschau, Sohland, Hochkirch und Kubschütz am 20. September, 18 Uhr, im Friese-Café, Friesestraße 31, in Kirschau

Kontakt: Regionalmanagement Bautzener Oberland, Telefon: 03592 5426910, [email protected] [email protected]