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Erinnerung an den Todesmarsch

Schüler gedenken der Befreiung des KZ Auschwitz.

Von Beate Erler

Ein Geigenspiel zu Beginn. Wenig später erscheinen auf dem weißen Tafelschreibblock grausige Bilder von KZ-Häftlingen. Jeder im Raum kennt diese Bilder, und trotzdem schockieren sie immer wieder. Die Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren liegt vor allem in den Händen der Schüler der Oberschule Radebeul-Kötzschenbroda. Mit viel Einsatz haben sie sich dieses schweren Themas angenommen, sagt der Initiator der Veranstaltung Roland Hering.

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Die Schule dürfe das Thema nicht nur über Wissensvermittlung, einen Museumsbesuch oder einen Film abhandeln, betont Direktorin Antje Ambos. Ziel des Schülerprojektes „Todesmarsch Schwarzheide – Theresienstadt“ war, die Emotionalität der Schüler zu erreichen. So sind sie einen Teil der Strecke, von Hinterhermsdorf bis in das tschechische Khaatal, abgelaufen, wo heute viele Gedenktafeln an den Todesmarsch vom Frühjahr 1945 erinnern. Damals wurden 600 Häftlinge des Außenlagers Schwarzheide des Konzentrationslagers Sachsenhausen Richtung Theresienstadt geschickt. Die Konzentrationslager sollten auf Befehl Himmlers evakuiert und zerstört werden. Die meisten Häftlinge starben während der Märsche an Erschöpfung und Krankheit, viele wurden von der SS-Mannschaft erschossen. „Obwohl der Marsch ganz in unserer Nähe war, hatten die Schüler kaum Kenntnis“, sagt Roland Hering, der bereits drei Projekte dieser Art an der Schule begleitet hat. Als Mitglied im Verband der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), ist es ihm wichtig, vor allem die jungen Menschen immer wieder an die grausamen Verbrechen zu erinnern.

In Gruppen erarbeiteten sie in der Projektwoche Kurzvorträge und informieren zur Gedenkveranstaltung über das Leben im Konzentrationslager und über die Todesmärsche, von denen es in ganz Deutschland über 100 gegeben haben soll.

Das Thema Nationalsozialismus steht am Ende der Klassenstufe acht auf dem Lehrplan und wird mittlerweile nicht mehr stärker behandelt als andere Themen, sagt Deutsch- und Geschichtslehrerin Andrea Metzner. „Vielleicht könnte man gewisse Themen etwas kürzen, um das Thema Nationalsozialismus etwas ausführlicher zu behandeln, aber wir müssen uns ja an den Lehrplan halten.“

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