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Wofür das Schlesische Museum Millionen braucht

Seit der Sanierung des Schönhofs sind 20 Jahre vergangen. Um weiter arbeiten zu können, muss das Museum wichtige Anlagen erneuern.

Das Schlesische Museum im Schönhof am Görlitzer Untermarkt benötigt eine Frischekur für Heizung und Gebäudetechnik.
Das Schlesische Museum im Schönhof am Görlitzer Untermarkt benötigt eine Frischekur für Heizung und Gebäudetechnik. © SZ-Archiv / Thomas Fiedler

Das Schlesische Museum wirkt auch 15 Jahre nach seiner Eröffnung immer noch modern, intakt, gepflegt. Die technischen Anlagen hinter den schönen Ausstellungsräumen aber sind seit ihrer Planung und Installation in den Jahren 1998 bis 2001 gealtert. "Sie sind inzwischen stark reparaturanfällig", sagt Museumsdirektor Markus Bauer. "Sie entsprechen teilweise nicht mehr dem Stand der gesetzlichen Anforderungen." Manche Anlagen würden heute nicht mehr gebaut, dafür gebe es keine Ersatzteile. 

Betroffen sind unter anderem die Heizung, die Gebäudeleittechnik, die Einbruchmelde- und Brandmeldeanlage und der zentrale Server. "Die Erneuerung wird in den kommenden Jahren unvermeidlich sein, um den Museumsbetrieb am Laufen zu halten", sagt Markus Bauer. Die Brandmeldeanlage zum Beispiel sei etwas, das zunächst niemand weiter wahrnehme. Sie altere, auch ohne benutzt zu werden. Aber wenn es im Schönhof oder im Goldenen Baum brenne, sei es enorm wichtig, diese wertvollen Hallenhäuser der Renaissance gut zu schützen. 

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Zwei Millionen kosten die Erneuerungen

Für alle Maßnahmen insgesamt werden Kosten von über zwei Millionen Euro entstehen. Die Stadt Görlitz gehört zwar neben dem Bund, dem Freistaat Sachsen und der Schlesischen Landsmannschaft zu den vier Stiftern, die das Museum betreiben, aber die Kosten dieser technischen Sanierung tragen voraussichtlich Bund und Land. 

"Dennoch wünschen wir uns von der Stadt baufachliche Begleitung bei der Umsetzung dieser Maßnahmen", sagt Bauer. Bei der Sanierung der späteren Museumsgebäude vor 20 Jahren habe das Staatshochbauamt diese Aufgabe übernommen, aber jetzt sei es nicht mehr zuständig. Im jüngsten Stadtrat wurde einstimmig entschieden, dass die Görlitzer Stadtverwaltung das Museum bei den Vorhaben fachlich unterstützt, was dem Gegenwert einer fünfstelligen Summe entspricht. 

Die Besucher werden von der Erneuerung der technischen Anlagen wenig mitbekommen. Sollte es notwendig werden, das Museum oder bestimmte Räume vorübergehend zu schließen, werde es sich höchstens um ein paar Tage handeln, sagt Markus Bauer. Mit besonders dringenden Vorhaben wie der Erneuerung der Datentechnik wurde bereits Ende 2019 begonnen. Zurzeit laufen die Entwurfsplanungen für die anderen Maßnahmen. Bis Ende des Jahres 2021 soll alles abgeschlossen sein. 

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