merken
PLUS Bischofswerda

Bischofswerda: Hospiz eröffnet

Jetzt gibt es auch im Landkreis Bautzen ein Haus, in dem Sterbenskranke ihren letzten Lebensabschnitt verbringen können. Mit einer architektonischen Besonderheit.

Architekt Daniel Neuer (l.) übergibt symbolisch den Schlüssel an René Rixrath, den Leiter des stationären Hospizes in Bischofswerda.
Architekt Daniel Neuer (l.) übergibt symbolisch den Schlüssel an René Rixrath, den Leiter des stationären Hospizes in Bischofswerda. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Von der Terrasse aus schaut man rüber ins Freibad. Man sieht zur linken den Gondelteich und zur rechten eine viel befahrene Straße. Man sieht das Leben einer Stadt.  

Genau so haben es sich die Leitung der gemeinnützigen Gesellschaft Christliches Hospiz Ostsachsen und Architekt Daniel Neuer vorgestellt, als sie im Sommer 2017 in Bischofswerda die Pläne für ein stationäres Hospiz öffentlich präsentierten. Sterben gehört zum Leben - und ein Hospiz mitten in die Stadt, sagte damals Diakon Volker Krolzik, Theologischer Vorstand der Diakonie Herrnhut. 

Anzeige
Schlossherr gesucht!
Schlossherr gesucht!

Herbst-Auktionen mit außergewöhnlichen Immobilien aus Ostsachsen

Schmerzfrei und würdevoll leben

Blick in ein Bewohnerzimmer. Von jedem der zwölf Zimmer gelangt man auf die Terrasse.
Blick in ein Bewohnerzimmer. Von jedem der zwölf Zimmer gelangt man auf die Terrasse. © SZ/Uwe Soeder

An diesem Mittwoch konnte er mit geladenen Gästen die Eröffnung des stationären Hospizes Siloah feiern. In nur anderthalb Jahren Bauzeit wurde an der Zufahrt zur Innenstadt aus Richtung Dresden ein Schandfleck beseitigt und ein Neubau errichtet, der das älteste erhaltene Gebäude der Stadt, die Fronfeste, einbezieht. Das Hospiz in Bischofswerda ist das zweite in der Oberlausitz - neben dem in Herrnhut, das von der selben Gesellschaft betrieben wird. 

In dem Gebäudekomplex werden zwölf unheilbar kranke Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt so betreut, dass sie würdevoll, schmerzfrei und selbstbestimmt leben können, erklärt der Leiter  des Hauses, René  Rixrath. 

In den beiden Etagen für die Bewohner befinden sich zwölf geräumige Zimmer. Jedes hat einen Ausgang zur Terrasse. Während die Wände in dezenten Pastelltönen gehalten sind, bewiesen Bauherr und Architektenteam bei den türkisfarbenen Polstermöbeln und den bunten Fußböden Mut zur Farbe. Jedes Zimmer hat eine eigene Nummer in Form einer Keramikfliese. Eine der Mitarbeiterinnen, die in ihrer Freizeit töpfert, hat sie gestaltet, sagt René Rixrath beim Rundgang.  

Raum der Stille unter dem Turmdach

Der Raum der Stille wurde im Turm der ehemaligen Fronfeste eingerichtet. Das mittelalterliche Mauerwerk bleibt sichtbar. Dieser Raum ist sieben Meter hoch.
Der Raum der Stille wurde im Turm der ehemaligen Fronfeste eingerichtet. Das mittelalterliche Mauerwerk bleibt sichtbar. Dieser Raum ist sieben Meter hoch. © SZ/Uwe Soeder

Nicht nur außen, auch innen wurde die Fronfeste in den Neubau eingebunden. An mehreren Stellen ist das jahrhundertealte Bruchsteinmauerwerk sichtbar geblieben. 

Der bauliche Höhepunkt  ist der Raum der Stille, der sich im oberen Bereich des Turmes der Fronfeste über eine Höhe von sieben Metern erstreckt. Er steht jedem für Meditationen offen - Bewohnern, Angehörigen, Mitarbeitern. "Wir haben ihn so gestaltet, dass wir auch ein Pflegebett hier rein schieben können", so der Leiter des Hospizes.  

Auf der selben Etage befindet sich unterm Dach ein großer Seminarraum und künftig auch das Büro des ambulanten Hospizdienstes. 

27 neue Arbeitsplätze geschaffen

Elisabeth Schöne - hier im Gang des ersten Obergeschosses - ist die Pflegedienstleiterin im Bischofswerdaer Hospiz Siloah.
Elisabeth Schöne - hier im Gang des ersten Obergeschosses - ist die Pflegedienstleiterin im Bischofswerdaer Hospiz Siloah. © SZ/Uwe Soeder

Im Freistaat gibt es 13 stationäre Hospize und 54 ambulante Hospizdienste, sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) in einem Grußwort. Sie dankte den 2.100 Menschen im Freistaat, die sich ehrenamtlich in der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen engagieren.   

"Der Humanismus einer Gesellschaft zeigt sich auch daran, wie sie mit schwerkranken und sterbenden Menschen umgeht",  sagt René Rixrath. Der erste Bewohner wird an diesem Donnerstag erwartet. Die weiteren kommen nach und nach in den nächsten Wochen.

Für das  Haus stellte die Gesellschaft Christliches Hospiz Ostsachsen ein neues Team mit zurzeit 23 Mitarbeitern ein. Bis zum Herbst wird die Belegschaft auf 27 wachsen. 

Mit dem kostenlosen Newsletter „Bautzen kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bischofswerda