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Erst abgefräst, nun löchrig: S 173 wird immer schlimmer

Auf der Straße zwischen Cotta und Berggießhübel gibt es vor allem bei Regen viele Unfälle. Nun soll sie erneuert werden.

Von Heike Sabel
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Da helfen auch die Schilder nicht viel. Die Straße zwischen Cotta und Berggießhübel (S 173) ist und bleibt gefährlich, vor allem bei Nässe. Im Frühjahr soll die Deckschicht erneuert werden.
Da helfen auch die Schilder nicht viel. Die Straße zwischen Cotta und Berggießhübel (S 173) ist und bleibt gefährlich, vor allem bei Nässe. Im Frühjahr soll die Deckschicht erneuert werden. © Daniel Schäfer

Kraftfahrer wissen nicht, ob sie über die Staatsstraße S 173 zwischen Cotta und Berggießhübel lachen oder weinen sollen. Auf jeden Fall regen sie sich auf. Denn das, was hier geschieht, sei reine Geldverschwendung. Aus einem Problem, das man lösen wollte, wurde nämlich ein zweites.

Das erste Problem: Unfälle bei Regen

Die Straße errang im Laufe der Jahre traurige Berühmtheit, weil sie zu einer Unfallstrecke wurde – vor allem bei Regen und in den Kurven. Ganz schlimm war es im August 2006. Damals verunglückten innerhalb einer Woche drei Menschen tödlich. Daraufhin wurde eine Tempobeschränkung auf 60 km/h eingeführt, die jedoch später wieder aufgehoben wurde. Die Unfälle häuften sich weiter. Inwiefern auch unangepasste Geschwindigkeit eine der Ursachen war, ist nicht bekannt. Jedenfalls wurde die Straße immer schlechter und die Unfallzahlen blieben hoch. Als offizieller Unfallschwerpunkt ist die Straße bisher allerdings nicht gelistet.

Die erste Lösung: Abgefräst

Im vergangenen November ließ das Landesamt für Straßenbau und Verkehr die Straße dann überraschend auf knapp einem Kilometer abfräsen. Das ist eine oft angewendete Methode, um die Griffigkeit der Asphaltschicht zu verbessern. Das war gut gemeint, brachte aber neue Probleme.

Das zweite Problem: Löcher und Verschleiß

Es hat nicht lange gedauert, und die Straße ist nun auf rund 300 Metern noch schlechter als vorher. Das Landesamt spricht sogar davon, dass die Straße in diesem Bereich so verschlissen sei, dass sie der „jahreszeitlichen Beanspruchung durch Schnee und Eis“ nicht mehr standhält. Was das für die nächsten Schnee- und Eistage bedeutet, ist derzeit offen. Das Schild „Straßenschäden“ macht das alles nicht besser. Noch ist eine Sperrung aber keine Option. Unfälle gibt es Anwohnern zufolge nach wie vor. In der vergangenen Woche sollen sich mehrere Fahrzeuge überschlagen haben.

Die zweite Lösung: Neue Deckschicht

Jetzt in den Winterwochen sind nur Sicherungsarbeiten mit Kaltmischgut möglich, heißt es aus der Landesstraßenbehörde. Es ändert sich also vorerst nicht viel am derzeitigen Zustand, höchstens, dass der von Tag zu Tag noch schlimmer wird. Noch in diesem Jahr soll die Deckschicht der Straße dann aber erneuert werden, kündigt das Landesamt gegenüber der SZ an.

Aus der Unfallstatistik

22. April 2008: Zwei 18-Jährige sterben, zwei werden schwer verletzt: In einer Linkskurve streifte ihr Auto ein Fahrzeug im Gegenverkehr und prallte gegen einen Baum.

8. Oktober 2011: In einer Rechtskurve kommt ein Pkw von der Straße ab und fährt gegen einen Baum. Es werden drei Personen verletzt.

18. September 2016: Vier Frauen werden schwer verletzt, als die Fahrerin nach einer Linkskurve auf der nassen Straße die Kontrolle über das Auto verliert.

2. September 2018: Eine 31 Jahre alte Frau kommt bei Nässe in einer Kurve mit dem Auto von der Straße ab und kracht gegen einen Baum. Danach schleudert das Auto in den Straßengraben.

29. Oktober 2018: Eine junge Frau überschlägt sich auf der nassen Straße mit dem Auto. Sie wird schwer verletzt.

11. November 2018: Ein 22-J gerät in einer Rechtskurve mit einem Golf auf die Gegenfahrbahn und fährt an einen Baum.

 Quelle: Polizei/SZ-Archiv

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