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Erst Umleitung, dann neuer Radweg

Die Straße zwischen Rammenau und Hauswalde wird saniert. An der Baustelle vorbei geht es schon bald auf einem Damm.

Von Carolin Menz

Neben der Rammenauer Hauptstraße klafft ein gewaltiges Loch – mit voller Absicht. Große Baggerschaufeln haben es ausgehoben. Über 3 500 Tonnen Erde sollen hier zu einem Damm aufgeschüttet werden. Darüber soll der Verkehr rollen während der Bauarbeiten, die an der S 158 seit Ende September laufen. In erster Linie sollen Hochwasserschäden aus dem Jahr 2010 endlich beseitigt werden. Doch noch etwas Gutes hat die Baustelle: Der aufgeschüttete Damm bleibt den Rammenauern und ihren Gästen erhalten. Er soll künftig als Radweg genutzt werden können.

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Priorität aber hat zunächst der Hochwasserschutz, der dringend verbessert werden muss. Vor drei Jahren hatten Wassermassen nach Starkregen die Straßenböschung im Bereich kurz nach der Tankstelle bis hin zum Ortsausgang in Richtung Hauswalde massiv unterspült. Sie drohte abzurutschen. Die Straße daneben wurde in der Folge arg in Mitleidenschaft gezogen. Sie ist an Schadstellen eingeengt, der Zustand wurde zusehends schlechter. Um Schäden nach Hochwasser und Starkregen künftig zu verhindern, lässt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) jetzt einen neuen Durchlass bauen – um mehr Wasser als bisher abzuleiten. „Das Problem ist derzeit, dass der Durchlass in Form eines rechten Winkels liegt, der Großteil liegt neben der Straße und ist daher weniger effektiv“, wie Peter Welp vom Straßenamt auf Anfrage sagt. Ein neuer, zusätzlicher Durchlass wird nun auf einer Länge von 200 Metern vollständig unter der Straße verlegt. Er kann mehr Wasser aufnehmen und so Überflutungen vermeiden. „Der bisherige Damm bleibt erhalten, wird aber etwas verkleinert“, so Peter Welp. Weiterhin wird die Böschung mit Geogittern stabilisiert und die Straße im Bereich grundhaft ausgebaut. Rund 360 000 Euro investiert das Straßenbauamt in mehr Schutz vor Hochwasser in Deutschlands schönstem Dorf. Während erste Arbeiten noch bis zum Einbruch der Kälte erledigt werden, sollen die Fahrbahnarbeiten dann ab dem Frühjahr starten, wie LASuV-Sprecher Peter Welp sagt. Voraussichtlich Ende Juli sollen die Arbeiten beendet sein.

Eine stressige Umleitung gibt es während der Bauphase nicht. Denn die Umleitung führt praktisch direkt neben der Baustelle vorbei – in Form eines mächtigen Erddammes, der daneben aufgeschüttet wird. „Wir haben uns dazu entschieden, weil es keine geeignete Umleitungsstrecke gab“, so Peter Welp. Einige Sträucher mussten weichen, damit Autofahrer keine langen Umwege in Kauf nehmen müssen. Einzig eine vorübergehende Ampel wird für Einschränkungen sorgen. Und einen weiteren Vorteil hat der Damm: Er wird nach Ende der Bauarbeiten nicht etwa abgebaut, sondern darf künftig als neuer Radweg zwischen Rammenau und Hauswalde genutzt werden. Die aktuelle Radwegekonzeption des Freistaats sieht vor, verstärkt neue Radwege neben Staatsstraßen zu bauen – so auch neben der S 158 in Rammenau. Der Damm soll hierfür als Untergrund dienen. Ab wann der Radweg befahren werden, ist aber noch offen.

Und eine weitere Staatsstraße wird gebaut – noch in diesem Jahr. Ab Anfang November rollen die Baufahrzeuge auf der S 56 zwischen Frankenthal und Goldbach an. Noch vor dem Winter lässt das Landesamt für Straßenbau hier Deckschicht und Entwässerungssystem erneuern. Betroffen ist der 1,3 Kilometer lange Abschnitt beginnend am Ortsausgang Goldbach in Höhe der Marienkirche bis nach Frankenthal. „Die Strecke wird während der Bauzeit voll gesperrt. Verkehr und insbesondere die Buslinien 185 und 193 werden über Großharthau umgeleitet“, heißt es aus dem LASuV. Rund 540 000 Euro werden in die Sanierung der Straße investiert, die Anfang Dezember beendet sein soll.