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Erste App für Pfandflaschen

Eine neue App verbindet Menschen, die ihr Leergut loswerden wollen, mit denen, die es wegtragen.

Von Susanne Plecher
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Flaschen los mit wenig Aufwand.
Flaschen los mit wenig Aufwand. © PR

Das kommt in den besten Familien vor: Jemand müsste mal wieder die Pfandflaschen entsorgen – aber keiner hat Lust darauf. Das brachte Studenten aus Berlin auf eine Idee der Internet-Plattform Pfandgeben.de. Sie ermöglicht, dass dieser Jemand sogar an die Wohnungstür kommt und mitnimmt, was anderen den Weg versperrt. Der Spender hat wieder Platz – und etwas Gutes getan. Denn der Sammler darf das Pfandgeld als Lohn für seine Mühe behalten. Pfandfreies entsorgt er nicht.

Seit heute gibt es bundesweit zur Plattform auch eine App, die Spender und Sammler noch leichter zusammenbringt. Gestaltet hat sie die Studenteninitiative Enactus der Leibniz Universität Hannover, betrieben wird sie ehrenamtlich zusammen mit dem Berliner Verein Mensch Mensch Mensch e.V. Ihr Anreiz? „Wir möchten Bedürftigen die Suche nach Flaschen zwischen Scherben und Abfällen ersparen und die Umwelt von Pfandflaschen befreien“, sagt Leonard Zucht von Enactus. Die Spendenbereitschaft sei generell hoch.

Spender können wählen, ob sie telefonisch Kontakt aufnehmen möchten oder das Angebot automatisch vermittelt werden soll. Auch der Ort der Übergabe kann beliebig vereinbart werden. „Das muss nicht die eigene Wohnung sein“, so Zucht. „Meist passiert das aber trotzdem an der Wohnungstür, denn das ist für die Spender bequemer“, sagt Georg W. aus Leipzig. Als Flaschensammler ist er bereits dreimal über die Plattform kontaktiert worden. Einmal war ein großer Wurf dabei: Ein Paar hatte in seiner Dachgeschosswohnung etwa 350 Bierflaschen angesammelt. W. holte sie ab und brachte sie zur nächsten Pfandannahme – mit dem Fahrrad.

Die App, die als Basis die Datenbank der Online-Plattform nutzt, steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Bei einem Test der SZ waren einige der angegebenen Telefonnummern gar nicht mehr vergeben.