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Görlitz

Erste Corona-Tote im Landkreis Görlitz

Eine 89-jährige Frau, die seit einigen Tagen im Krankenhaus war, ist gestorben. Sie lebte in einer Pflegeeinrichtung.

Das Pflegeheim Martin-von Tours-Heim der Diakonie St. Martin in Klein Priebus.
Das Pflegeheim Martin-von Tours-Heim der Diakonie St. Martin in Klein Priebus. © André Schulze

Die Zahlen Coronavirus-Infizierter steigen nun auch im Landkreis Görlitz in die Höhe - innerhalb eines Tages von 33 auf 53. Leider gibt es auch das erste Todesopfer zu beklagen. Wie der Landkreis mitteilt, ist eine 89-Jährige, die in einer Pflegeeinrichtung in Klein Priebus wohnte, am Mittwoch gestorben. Wegen einer allgemeinen Zustandsverschlechterung mit bestehenden Vorerkrankungen war die Frau in eine Klinik gebracht worden. Dort wurde die Patientin, die bereits als begründeter Verdachtsfall galt, positiv auf Covid-19 getestet. Landrat Bernd Lange bedauert den Vorfall zutiefst: „Ich spreche den Angehörigen mein tiefstes Beileid aus und wünsche allen Erkrankten in unserem Landkreis einen milden Krankheitsverlauf sowie eine baldige Genesung.“

Zehn Fälle allein in Klein Priebuser Pflegeheim

Dass das Martin-von-Tours-Haus im Krauschwitzer Ortsteil Klein Priebus ein Hotspot der Virusausbreitung sein würde, hatte sich im Laufe der Woche bereits abgezeichnet. Schon am Mittwoch hatten der Landkreis und die Diakonie St. Martin zwei positive Befunde in der Einrichtung bestätigt, dabei aber nicht mitgeteilt, ob es sich um Bewohner oder Pflegepersonal handelte. Inzwischen sind nach einer Information des Landkreises zehn Personen in dem Altenpflegeheim betroffen. Wie die Verteilung ist, darüber schweigt sich die Behörde auch weiterhin aus. Immerhin bestätigt Diakoniesprecherin Doreen Lorenz, dass "sowohl einige Mitarbeiter als auch einige Bewohner positiv getestet" worden seien. 

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Insgesamt sind in dem Klein Priebuser Altenpflegeheim 23 Senioren untergebracht, die von einer 20 Mitarbeiter starken Belegschaft betreut werden. Alle 43 Personen wurden laut Kreissprecherin Julia Bjar auf Covid-19 untersucht. Zudem habe man für die gesamte Einrichtung  - Bewohner und Pflegepersonal - eine Quarantäne verhängt. Die ist für die Betreuungskräfte mit einer Sonderregelung nach Empfehlung des Robert-Koch-Institutes verbunden. Das bedeutet: Die Mitarbeiter dürfen sich sowohl im häuslichen Umfeld als auch in der Pflegeeinrichtung aufhalten - wenn der persönliche Schutz eingehalten wird.

Betreungsregime im Heim ändert sich nicht

Innerhalb des Heimes ändert sich trotz der neuen Infektionen und des Todesfalls offenbar nichts. Das hatte Doreen Lorenz schon Mitte der Woche nach den ersten beiden Fällen bestätigt. Pflege und Betreuung würden so wie bisher beibehalten, Verlegungen innerhalb der Einrichtung seien nicht geplant und könnten sowieso nur auf Anweisung des Gesundheitsamtes oder des behandelnden Arztes durchgeführt werden. Der Landkreis jedenfalls spricht sich gegen solche Maßnahmen aus. Die Bewohner würden nicht nach Gesunden und Infizierten separiert, erklärt Julia Bjar auf SZ-Nachfrage. Selbstverständlich werde die Betreuung auch weiter altersgerecht und dem Gesundheitszustand entsprechend durchgeführt.

Infektionsketten sollen unterbunden werden

Unterdessen wird nach möglichen Kontaktpersonen der Infizierten geforscht. Nach SZ-Informationen rufen Mitarbeiter des Klein Priebuser Heimes bei all jenen Angehörigen der Bewohner an, die mit einer Vollmacht ausgestattet sind und fragen nach deren letztem Besuch. Sämtliche bisher bestätigten 15 Covid-19-Fälle in Krauschwitz stehen laut Landkreis in Verbindung mit dem Martin-von-Tours-Heim in Klein Priebus. Das Unterbinden weiterer Infektionsketten scheint deshalb dringend erforderlich.

Krauschwitzer Bürgermeister zeigt sich wenig überrascht

Auch Bürgermeister Tristan Mühl hatte sich aufgrund privater Kontakte sicherheitshalber testen lassen. Trotz negativem Bescheid sitzt er nun in 14-tägiger häuslicher Quarantäne. Dass seine Gemeinde von der Vielzahl an Coronafällen betroffen ist, sei natürlich "nicht gut und bedauerlich". Allerdings zeigt er sich nicht sonderlich überrascht: "Dass es in einer Pflegeeinrichtung einmal dazu kommen würde, war abzusehen." Ob die angespannte Situation in Klein Priebus auch Auswirkungen auf das Betreungsregime in den anderen sieben Altenpflegeheimen von St. Martin haben wird, war von der Diakonie nicht zu erfahren. Sie betreut insgesamt 511 Pflegebedürftige, hinzu kommen rund 400 stationäre Plätze in den Wohnstätten und Wohnpflegeheimen der Behindertenhilfe.

Quarantänen im Landkreis sind auf 224 gestiegen

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