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Erste Einwände gegen den IPO

Informationen zum Gewerbepark gibt es bei einer Pirnaer Veranstaltung aus erster Hand. Was die Besucher wissen wollten.

Wachsender Aktenberg: Die Planungen für den Industriepark Oberelbe gehen unter Beteiligung der Bürger weiter.
Wachsender Aktenberg: Die Planungen für den Industriepark Oberelbe gehen unter Beteiligung der Bürger weiter. © Daniel Förster

Ist unser Grundstück künftig weniger wert? Bekommen wir eine Tankstelle in der Nachbarschaft? Warum kann der Grünstreifen vor dem Industriepark nicht breiter angelegt werden? Das sind drei Fragen, die ein Paar aus Dohna dringend interessieren. Die beiden werden direkte Nachbarn des Industrieparks Oberelbe IPO sein, wenn die Pläne der Städte Pirna, Heidenau und Dohna Wirklichkeit werden. Deren gemeinsamer Zweckverband beplant derzeit eine 140 Hektar große Fläche am Pirnaer Autobahnzubringer. Das Areal ist so groß wie die Dresdner Innenstadt. Selbst wenn Dohna mittlerweile aus dem Projekt aussteigen will, rechnen die Macher mit Platz für Tausende neue Arbeitsplätze.

Doch das Vorhaben steht gewissermaßen noch am Anfang. Seit Ende Juni liegt der Entwurf des Rahmenbebauungsplanes aus, können Bürger und öffentliche Stellen dazu Statements abgeben. Deshalb sind auch die beiden Neu-Dohnaer am Montag in die Pirnaer Herderhalle gekommen. Dort bot der IPO-Zweckverband Informationen aus erster Hand an. Tatsächlich wurde Fachkompetenz und Prominenz aufgefahren. Neben Planern und städtischen Bauexperten war etwa auch ein Team aus Berlin vor Ort, das die IPO-Macher in Sachen Nachhaltigkeit berät. Dazu Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter  Hanke (parteilos) nebst dem Heidenauer Bürgermeister und IPO-Vorsitzenden Jürgen Opitz (CDU) und dem Dohnaer Amtskollegen Ralf Müller (CDU). Alle haben sich vorgenommen, drei Stunden lang Fragen zu beantworten, um - wie es heißt - die Interessenten nicht mit einem Aktenberg allein zu lassen. 

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Zum Thema Autohof etwa stellt Jürgen Opitz klar, dass diese Option bereits abgewählt sei. Ein solches Unternehmen böte weder eine große Anzahl noch sehr gut bezahlte Arbeitsplätze. Dabei haben die IPO-Macher genau diese Kriterien im Blick. Martina Kasparetz-Kuhlmann vom gleichnamigen Planungsbüro meint, dass attraktive Arbeitsplätze in der Nachbarschaft den Wert von Grundstücken eher steigern denn mindern. Und das mit einem breiteren Grünstreifen sei vielleicht noch machbar. Das Dohnaer Paar ist sich einig: "Wir werden dazu auf jeden Fall eine Stellungnahme abgeben."

Bis Ende der Veranstaltung werden es 40 Interessenten sein, die sich die thematischen Stände anschauen, darunter auch einige Stadträte wie zum Beispiel André Liebscher von den Freien Wählern aus Pirna und Michael Schürer von der Heidenauer Bürgerinitiative. Letzterer schaute sich am Stand des Berliner Kompetenzzentrums ein Beispiel von Gründächern an, wie sie auch im IPO entstehen könnten. Und dann ist  da noch die Sache mit der Wasserwirtschaft. Ein besonders kritischer Punkt mit Blick auf die Topographie des Geländes, das teilweise abfällt. Ingenieurin Pascale Rouault vom Kompetenzzentrum sagt: "Die Planer schauen sich an: Was muss man im Worst Case zur Verfügung stellen, damit Regenwasser zurückgehalten wird." Die Frage sei nur, meint Schürer, wer das am Ende bezahlen soll. 

An einem weiteren Stand erklärt Ingrid Schubert von der Pirnaer Stadtentwicklung auf Nachfrage eines Besuchers, wie neue Radwege am und im IPO entstehen sollen. Bereits fest eingeplant ist ein separater Radweg entlang der Dippoldiswalder Straße ab der Pirnaer Stadtgrenze bis zum Neubauernweg in Großsedlitz. Den können die beteiligten Städte auf ihrem Gebiet fortführen. Auch die Straße nach Krebs bekommt nach den Plänen einen separaten Radweg.

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Seit Ende Juni kamen bislang fünf Einwände von Bürgern zum IPO, vier aus Pirna und einer aus Heidenau. Weitere Bedenken und Anregungen können noch bis 14. August formuliert werden.

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