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Erste Grippeerkrankungen im Landkreis

In Meißen sind Fälle registriert worden. Um Großenhain macht sie bisher einen Bogen.

Von P. Anderson und S. Plecher

Grippeviren kennen keinen Anstand. Selbst vor Schulleitern machen sie nicht halt. So geschehen an der Meißner Triebischtalschule, wo Schülern zufolge krankheitsbedingt derzeit mindestens zehn Lehrer fehlen. Auch mehr als ein Dutzend Jugendliche sollen betroffen sein. Ob bei allen Fällen tatsächlich eine Grippe vorliegt, lässt sich schwer nachweisen.

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Der Begriff Grippe werde häufig auch beim Auftreten von grippalen Infekten verwendet, heißt es aus dem Gesundheitsamt des Kreises. Die Folgen einer Erkältung ähneln denen einer echten Influenza A, unterscheiden sich aber deutlich in Schwere und Verlauf. Eine wirkliche Grippe beginnt plötzlich mit Fieber über 38,5 Grad Celsius, mit einem schweren Krankheitsgefühl, trockenem Husten und starken Kopf- Hals- und Gliederschmerzen. Im Meißner Landratsamt liegen zum Grippe-Verlauf derzeit vor allem Informationen aus Schulen, Altenheimen oder großen Kindertagesstätten vor. Vergangene Woche habe es einen sprunghaften Anstieg um 50 Prozent der gemeldeten Fälle gegeben. Wie die Behörde informiert, wurden in einem Altenpflegeheim 32 erkrankte Bewohner und 30 erkrankte Mitarbeiter registriert.

Während die Grippe in Meißen und Dresden bereits wütet, macht sie um Großenhain bisher offenbar einen Bogen. Einige Schüler und Lehrer seien zwar erkrankt, aber von einer exorbitanten Häufung eines speziellen Krankheitsbildes kann Klaus Liebtrau, Leiter des Großenhainer Siemens-Gymnasiums, nicht sprechen. „Ich hoffe, dass Schüler und Lehrer bis zum nahen Winterferienbeginn durchhalten und ich nicht ähnliche Maßnahmen ergreifen muss, wie an mehreren sächsischen Schulen nötig geworden sind“, sagt er. Bildungseinrichtungen in Einsiedel und Dresden mussten grippebedingt für mehrere Tage komplett schließen. Auch an anderen Schulen in Großenhain und Umgebung entspricht der Krankheitsstand dem Jahresdurchschnitt. Das hat eine SZ-Umfrage ergeben. Bestätigte Grippefälle gibt es bislang nicht. Es seien grippale Infekte, Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen aufgetreten. Dies übersteige aber nicht den zu dieser Jahreszeit üblichen Rahmen. In der Oberschule Schönfeld liege die Ausfallquote mit nur drei kranken Schülern sogar „fast unterdurchschnittlich“, wie es heißt.

Entwarnung signalisieren auch hiesige Seniorenheime. „Die Grippewelle hat uns bisher verschont“, sagt etwa Birgit Kummerlöw vom AWO-Pflegeheim in Rödern. Gleiches gilt für Großenhainer und Schönfelder Einrichtungen. Apothekerin Sabine Fuchs bestätigt: „Bei uns ist kein Grippefall gemeldet worden, dafür gibt es viele Atemwegserkrankungen.“ Das sei für die Jahreszeit normal. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Die Verbraucherzentrale warnt vor erhöhter Ansteckungsgefahr. Feucht-kaltes Wetter und Wind begünstigen die Entwicklung von Viren und Bakterien.

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