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Erste Schritte zu weicherem Wasser

Wasserverband und Veolia geben eine Million Euro für eine neue Leitung aus. Der Baubeginn liegt 30 Kilometer entfernt.

Wie oft die Waldheimer ihre Armaturen auch putzen - der Kalk ist hartnäckig und kommt schnell wieder. Aber das könnte sich bald ändern.
Wie oft die Waldheimer ihre Armaturen auch putzen - der Kalk ist hartnäckig und kommt schnell wieder. Aber das könnte sich bald ändern. © Dietmar Thomas/Archiv

Waldheim. Wie oft die Waldheimer ihre Armaturen auch putzen – der Kalk kommt schnell wieder. Der Ärger bei den Waldheimern ist ungebrochen. Egal ob Wasserkocher, Kaffeemaschine oder die Armaturen in der Dusche – was auch immer im Haushalt mit Wasser in Berührung kommt, hat nach kurzer Zeit Kalkspuren.

Das Wasser, das in der Zschopaustadt und in der Umgebung aus den Leitungen kommt, hat durchschnittlich 30 Grad deutscher Härte. Damit gehört die Region im Altkreis Döbeln zu denen mit den höchsten Härtegraden. Seit Langem fordern die Einwohner eine Änderung. Im Herbst 2019 hat der Stadtrat gehandelt und in diesem Jahr erfolgen bereits die ersten Schritte, hin zu nitrat- und kalkärmerem Wasser.

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„Derzeit arbeitet die Prowa Ingenieure Dresden GmbH an der ingenieurtechnischen Feinplanung einer neuen Transportleitung, die zwischen Oschatz/Malkwitz und Ostrau gebaut werden soll“, erklärt Tina Stroisch, Leiterin Unternehmenskommunikation der Veolia Wasser Deutschland GmbH. Über diese neue Leitung soll künftig das Trinkwasser aus den nitrat- und kalkärmeren Grundwasserressourcen im Raum Oschatz und Malkwitz in das Trinkwassernetz in Richtung Waldheim eingespeist werden.

700 Meter lange Transportleitung

In einem ersten Bauabschnitt wird in diesem Jahr bei Leuben-Schleinitz ein rund 700 Meter langer Abschnitt dieser neuen Transportleitung gebaut. „Die Ausschreibung der Bauleistungen ist erfolgt. Nun warten wir auf die Angebote der Firmen“, so Tina Stroisch. Unterdessen wurden die Unterlagen zur Baugenehmigung eingereicht. Sobald in beiden Punkten eine Entscheidung gefallen ist, können die Arbeiten starten – voraussichtlich im Sommer.

Weitere Bauetappen sollen im Herbst 2020 mit der Investitionsplanung für 2021 festgelegt werden. „Die Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft GmbH als gemeinsame Kooperationsgesellschaft von Wasserverband und Veolia investiert 2020 rund eine Million Euro in das Projekt“, erklärt die Pressesprecherin.

Vor reichlich sieben Monaten hatte der Wasserverband den Waldheimer Stadträten alle Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Trinkwassernetzes im Versorgungsgebiet des Wasserverbands Döbeln-Oschatz vorgestellt. „Sie verlaufen wie geplant“, sagt Tina Stroisch.

Danach ist geplant, die Altkreise Oschatz und Döbeln im Bereich der Trinkwasserversorgung stärker zu verknüpfen (sächsische.de berichtete). Zwischen Oschatz und Ostrau soll in den kommenden drei bis vier Jahren eine insgesamt zehn Kilometer lange neue Verbindungsleitung entstehen. Im Norden des zum Wasserverband gehörenden Gebietes ist außerdem der Ausbau des Trinkwassernetzes geplant. Dadurch soll im Fall einer Havarie eine Versorgung durch andere Wasserfassungen sichergestellt werden. Dafür werden fünf Kilometer Trinkwasserleitungen neu gebaut und etwa 15 Kilometer erneuert und im Durchmesser erweitert.

Auch andere Kommunen profitieren

Nach Projektende reduziert sich die Härte des Wassers wahrscheinlich um zehn bis zwölf Grad, weil das Grundwasser aus den nitrat- und kalkärmeren Wasserressourcen im Raum Oschatz und Malkwitz mit dem in der Jahnaaue geförderten Grundwasser gemischt wird. „Die Wasserhärte wird voraussichtlich 18 Grad betragen, was die Bürger von Waldheim deutlich spüren werden“, sagte Dr. Markus Biegel, Leiter Technische Dienste bei Veolia und ein Experte auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft, im Herbst nach der Beratung mit den Stadträten.

Aber auch die Kunden in den anderen Kommunen des Altkreises würden davon profitieren. Derzeit liege die Wasserhärte in Hartha und Großweitzschen zwischen 27,5 und 30 Grad deutscher Härte, in Döbeln, Roßwein, Zschaitz-Ottewig, Ostrau sowie einigen Leisniger Ortsteilen zwischen 25 und 30 Grad deutscher Härte. Künftig seien es auch dort zehn bis zwölf Grad weniger. (mit eg)

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