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Erste Sieger sind die Wähler

Frank Grubitzsch über Afghanistan und die Präsidentenwahl

Wer diese Wahl gewonnen hat, werden die Afghanen möglicherweise erst in zwei Wochen erfahren. Doch ein Sieger stand bereits am Wahltag fest: die Wähler. Überraschend groß war der Andrang in den Abstimmungslokalen. Dass sich Millionen Menschen von den Drohungen der radikal-islamischen Taliban nicht von der Stimmabgabe abhalten ließen und ihr Wahlrecht wahrnahmen, spricht nicht nur für ihren Mut. Es zeigt auch, dass die Mehrheit in Afghanistan der Demokratie vertraut. Allein das ist ermutigend für die Zukunft des geschundenen Landes. Wie stark Ansätze demokratischer Kultur verankert sind, wird sich auch im Umgang mit Beschwerden über fehlende Stimmzettel und andere Unregelmäßigkeiten zeigen.

Zudem sollte sich niemand Illusionen machen: Auch wenn es den Taliban nicht gelang, die Abstimmung mit Anschlägen auf Wahllokale zu stören, so geben sie sich keineswegs geschlagen. Der Krieg wird weitergehen. Noch besitzen die Milizen das militärische Knowhow und genügend Gefolgsleute, um Staat und Armee herauszufordern. Das haben sie in den Tagen vor der Wahl mit einer Serie blutiger Attacken demonstriert.

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Egal, welcher Kandidat den scheidenden Präsidenten Hamid Karsai ablöst: Er steht vor einer schweren Mission. Soll endlich Frieden einkehren am Hindukusch, muss er mit den moderaten Teilen der Taliban verhandeln. Will er Vertrauen in den Staat und seine Institutionen stärken, muss er mit den Hinterlassenschaften Karsais aufräumen, Korruption und Vetternwirtschaft bekämpfen. Erst dann könnte der erste Machtwechsel nach demokratischen Spielregeln tatsächlich als ein Erfolg in die Geschichte Afghanistans eingehen.