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Erste heiße Spuren zu Lonelys Herkunft

Steckt ein menschliches Schicksal hinter dem Fall des ausgesetzten Hundes vom Bischdorfer Tierheim? Es wurde ein Herzmedikament bei ihm gefunden.

Warum ist der ausgesetzte Hund so abgemagert und wer hat ihn zum Tierheim gebracht?
Warum ist der ausgesetzte Hund so abgemagert und wer hat ihn zum Tierheim gebracht? © Tierheim

Gerade mal 16 Kilogramm bringt „Lonely“ auf die Waage. Der schwarz befellte Labradormix wurde letzte Woche vor dem Bischdorfer Tierheim angebunden von einer Anwohnerin entdeckt. Seinen Namen – der Einsame – haben ihm die Tierschützer gegeben. „Eigentlich müsste ein Hund dieser Größe das Doppelte und damit um die 35 Kilogramm wiegen“, sagt Tierheimmitarbeiter Sören Ebermann. Er geht mit dem dürren „Lonely“ nun die täglichen Gassirunden. Ein ausgesprochen freundliches Tier sei der Findling, liebenswürdig und kein bisschen aggressiv. Nur, wenn ihn ein anderer Hund vollbellt, bellt „Lonely“ zurück.

Das Schicksal des von Unbekannt ausgesetzten Hundes bewegt die Menschen sehr. Auf Facebook wurde der Suchaufruf, zu wem der Vierbeiner gehört, mehr als 3.000 Mal geteilt. Mittlerweile sind auch die ersten Hinweise beim Tierheim eingegangen, wie die SZ auf Nachfrage erfuhr. Nach Angaben von Martina Mucke, der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden, kamen Anrufe aus der Umgebung von Passau und Heilbronn. Dort vermissten Besitzer ähnlich aussehende Hunde. Doch ob „Lonely“ so einen weiten Weg gelaufen ist und weshalb der Rüde dann vorm Tor angebunden war, ist unklar. Und auch wenig wahrscheinlich, wie Tierheimmitarbeiter sagen.

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Zwei ähnliche Hinweise aus der Region

„Es gibt aber auch mindestens zwei fast identische Hinweise, dass der Labradormix aus der näheren Region stammen könnte“, sagt Martina Mucke. Verbirgt sich dahinter vielleicht ein menschliches Schicksal? Hinweisgeber ordnen den Hund einer betagten Person zu, die selbst nicht mehr in der Lage sei, das Tier zu versorgen. Wollten vielleicht Angehörige dem Hund auf diese Weise helfen, indem sie ihn vor dem Tierheim aussetzten? In der Nähe des am Tor angebundenen Hundes wurde eine abgegriffene Schachtel mit einem Herzmedikament gefunden. Völlig offen ist, ob die etwas mit dem Fall zu tun hat. „Es handelt sich um ein Arzneimittel für Menschen und nicht, wie ursprünglich gedacht für Hunde“, sagt Martina Mucke.

Die Tierschutzeinrichtung geht nun den Hinweisen nach um zu prüfen, ob der Hund tatsächlich aus einem Haushalt der Umgebung stammt. Weil am Halsband keine Steuermarke angebracht war und der Hund auch nicht gechipt ist, gestaltet sich die Suche schwierig. „Wir werden aber mit dem Ordnungsamt der uns genannten Gemeinde in Kontakt treten um zu erfragen, ob es in diesem Ort einen solchen Hund gab“, sagt Martina Mucke.

Rüde genießt die Sonderstellung

Lonely selbst zeige derweil keine Anzeichen von Traurigkeit. Vielmehr genießt der Hund seine aktuelle „Sonderstellung“ und die vielen Streicheleinheiten. Denn weil er so extrem abgemagert ist, gibt es für ihn statt der üblichen täglichen Futterportion dreimal pro Tag eine volle Schale. Sein Appetit sei riesig. Deshalb müssen die Tierheimmitarbeiter zu einem kleinen Trick bei der Fütterung greifen: Kredenzt wird das Fressen in einem Anti-Schlingnapf. Sonst würde Lonely alles auf einen Happs herunterwürgen. Das sei nicht gut für die Verdauung. Glück hat der Rüde wohl auch in puncto Vermittlung. Obwohl sein Tierheimaufenthalt erst wenige Tage dauert, gibt es jetzt bereits die ersten Interessenten, die sich per Mail an das Tierheim gewendet haben. Doch noch kann Lonely nicht frei gegeben werden. Vier Wochen muss er mindestens erst einmal da bleiben.

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