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Meißen

Erste stationäre Corona-Patienten im Kreis

Die Anzahl der Infizierten im Kreis Meißen steigt auf 35. Die Polizei musste einige verbotene Gruppenbildungen in der Region auflösen.

Zwei Landkreisbewohner werden mittlerweile stationär behandelt.
Zwei Landkreisbewohner werden mittlerweile stationär behandelt. © Eric Weser

Meißen. Die Zahl der akut an Covid-19 Erkrankten ist am Dienstag im Landkreis Meißen auf 35 gestiegen. Das sind acht mehr als  am Montag. Über 300 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Das teilte das Landratsamt am Dienstagmittag mit.

Inzwischen gibt es auch die ersten Patienten, die stationär behandelt werden müssen. Dabei handelt es sich um zwei Landkreisbewohner, die das 80. Lebensjahr überschritten haben. Am heutigen Dienstag nimmt die zentrale Covid-Leitstelle an der Uniklinik Dresden ihre Arbeit auf, so die Information des Vorstandes der Elblandkliniken Frank Ohi. Rund um die Uhr werden Corona-Patienten über diese Zentrale an Kliniken in Dresden und dem  Umland je nach Bettenkapazität vermittelt. Die Elblandkliniken sind Teil dieses Verbundes, folgen aber mit einer speziellen Station in Meißen einem eigenen Konzept. Dazu sagte der Vorstand: „Wir halten die Häuser in Radebeul und Riesa für andere Notfälle offen und werden unsere Covid-Patienten ausschließlich in Meißen behandeln.“ 

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Am Meißner Krankenhaus wird voraussichtlich am Mittwoch die mobile Station der Kassenärztlichen Vereinigung in Kooperation mit den Elblandkliniken mit der Testung von Corona-Verdachtsfällen beginnen. Die bestehende Infektionsambulanz der Klinik Meißen wird mit der neuen mobilen Einrichtung zusammengeführt. Zusätzlich zu den Tests, die per Abstrich erfolgen, soll ein Call-Center die Patienten über ihren Testtermin informieren. 

Bereits am Montag kontrollierte die Polizei im Landkreis Meißen die Einhaltung der Allgemeinverfügung zu weitreichenden Ausgangsbeschränkungen und Veranstaltungsverboten vom 23. März 2020. Das Ergebnis war nicht so positiv wie erwartet. Unter Alkoholeinfluss kam es zu  verbotenen Gruppenbildungen u.a. in Meißen, Coswig, Nossen. Ein sehr ähnliches Bild gab es auch in der Region Riesa-Großenhain. Landrat Steinbach dankte der Polizei für ihre Kontrollen und sagte: „Das Gruppenverhalten ist nicht akzeptabel und wird geahndet.“

Kreistag abgesagt

Landrat Arndt Steinbach musste den Kreistag am 26. März absagen, weil er voraussichtlich nicht beschlussfähig wäre. Er begründet diese bislang in der Geschichte des Landkreises Meißen einmalige Entscheidung mit großem Verständnis für die Mitteilung vieler Kreisräte, nicht an einer öffentlichen Sitzung teilnehmen zu wollen. Zudem sind etliche Kreisräte etwa durch die Anordnung einer Quarantäne indirekt von der Epidemie betroffen.

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Die Corona-Epidemie mit Quarantäne und strikten Ausgangsbeschränkungen fördert auch familiäre Konfliktsituationen. „Hier ist Hilfe von außen oftmals ein guter Weg, den Familienfrieden wieder herzustellen“, sagte die 1. Beigeordnete des Landkreises Meißen Janet Putz. „Wir sind sehr dankbar für das ehrenamtliche Engagement vor allem im Kinder- und Jugendbereich." Gegenwärtig gibt es viele Vereine und Initiativen, die Familienhilfe und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in ihrem Programm haben. (SZ/um)

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!