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Erste Warnungen vom Arbeitsmarkt

Georg Moeritz kommentiert,  wie die Statistik Zeichen für einen  Abschwung anzeigt. 

Die Zahlen der Arbeitsagentur enthalten nach  langem Aufschwung negative Früh-Indikatoren.
Die Zahlen der Arbeitsagentur enthalten nach langem Aufschwung negative Früh-Indikatoren. © SZ/dpa

Noch nie war die Arbeitslosigkeit in Sachsen so niedrig, jedenfalls seit Einführung der Statistik im Jahr 1991. Dennoch zeigen die Tabellen der Arbeitsagentur nun an einigen Stellen an, dass der lange Aufschwung erst einmal zu Ende ist. 

So erfreulich es aussieht, dass sächsische Betriebe allein im Juli 8 917 freie Stellen neu gemeldet haben – vor einem Jahr waren es noch 947 mehr.

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Das ist nicht der einzige Früh-Indikator, also ein Warnzeichen in der Statistik. Auch Kurzarbeit gibt es mehr als voriges Jahr, und die Leiharbeit geht zurück. Nach jüngsten Zahlen vom Mai gibt es 7.200 Leiharbeiter weniger in Sachsen als ein Jahr zuvor. Manche von ihnen dürften von Entleihbetrieben übernommen worden sein. Aber insgesamt schrumpft eine Branche, die sich mit dem Auf und Ab der Konjunktur bewegt. Jetzt ist Abschwung. Das zeigt sich auch am gesunkenen Energieverbrauch.

Sachsens Arbeitsagentur-Chef Klaus-Peter Hansen möchte nicht, dass mit seinen Zahlen eine Krise herbeigeredet wird. Das wäre auch falsch: Schon für das nächste Jahr rechnen Wirtschaftsforscher wieder mit etwas stärkerem Wachstum. Einige Industriebranchen wie die Autoproduktion sind zwar in der Rezession. Der Bau dagegen bekommt noch immer starke Aufträge, dort sind die Erwartungen an die kommenden Monate sogar gestiegen. Bei 39.000 freien Stellen muss Sachsen auch keine starke Arbeitslosigkeit fürchten – sondern eher die Schwierigkeit, wichtige Plätze zu besetzen.

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