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PLUS Großenhain

Erster Kunde mit Glasfaser im Haus

Computerfachmann Enrico Grimmer war in Kleinthiemig einer der Ersten mit Breitbandinternet. Großenhains Ortsteile sind damit spitze im Kreis.

Im Großenhainer Ortsteil Kleinthiemig freuen sich Unternehmer Enrico Grimmer (l.) und Oberbürgermeister Sven Mißbach über den neuen Enso-Glasfaseranschluss.
Im Großenhainer Ortsteil Kleinthiemig freuen sich Unternehmer Enrico Grimmer (l.) und Oberbürgermeister Sven Mißbach über den neuen Enso-Glasfaseranschluss. © Lutz Weidler

Kleinthiemig. Als Computerspezialist keinen leistungsfähigen Internetanschluss zu haben, das brachte Enrico Grimmer manchmal zur Verzweiflung. "Dann bin ich abends auf den Großenhainer Hauptmarkt gefahren, um das dortige freie Wlan für Datenübertragungen zu nutzen", erzählt der Kleinthiemiger. Zu Hause brauchten auch die Kinder für den virtuellen Unterricht am Gymnasium während der Schulschließung eine gute Verbindung. Doch das DSL 2000 habe nicht viel hergegeben. Deshalb hat der Informationstechnologe auch bei der Telekom gekündigt. 

Seit 4. Mai hat Grimmer auf seinem Dreiseitenhof nun einen 50 MBit-Breitbandanschluss. Damit war er einer der Ersten in den Großenhainer Ortsteilen mit Glasfaserinternet von der Enso. "Wir haben einen Monat Corona ohne und einen Monat mit schnellem Datenanschluss erlebt", sagt Enrico Grimmer. "Jetzt geht es eindeutig besser." Und weil hier drei Wohnparteien den Enso-Glasfaseranschluss buchten, hat das Unternehmen freiwillig die Kabel bis ins  Haus verlegt. "Das bieten wir bei Mehrfamilienhäusern mit mindestens drei Produktverträgen", bestätigt Enso-Vertriebsmitarbeiterin Iris Schmidt.

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Alter Vertrag - neuer Vertrag

Kleinthiemig und Zschauitz sind die ersten Ortsteile, wo nach etwa einem Jahr Bauzeit die ersten 100 Kunden jetzt ans Netz geschaltet werden konnten. Großenhain ist mit seinen ländlichen Orten damit laut Oberbürgermeister Sven Mißbach Spitzenreiter im Landkreis Meißen. Denn von rund 110 Kilometern Tiefbauarbeiten in 17 Dörfern sind inzwischen etwa 70 Kilometer ausgeführt. "1000 Hausanschlüsse wurden schon gebaut", sagt Enso Netz-Regionalbereichsleiter Tilo Kadner bei einem Vor-Ort-Termin. Mit 95 Prozent sei die Anschlussquote sehr hoch.

Demnächst gehen auch die Ortsnetze in Weßnitz, Folbern, Skaup und Rostig in Betrieb. Die Corona-Zeit habe laut Kadner nur einen "geringfügigen Baurückstand" hervorgerufen. Gleichzeitig beginnen die Bauarbeiten in Krauschütz, Skäßchen und Strauch. In Ortsteilen wie Zabeltitz wird es zu Teil-Inbetriebnahmen kommen. Bis Herbst 2021 soll alles fertig sein. Dann hat die Enso insgesamt 520 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt und zirka 2000 Anschlüsse geschaltet. Weil es wie bei Grimmers auch mehrere Einheiten pro Anschluss gibt, kommt man sogar in Summe auf 3000.

Viele haben in Kleinthiemig an einem Strang gezogen, um Enrico Grimmer (vorn) zu schnellerem Internet zu verhelfen.
Viele haben in Kleinthiemig an einem Strang gezogen, um Enrico Grimmer (vorn) zu schnellerem Internet zu verhelfen. © Lutz Weidler

Oberbürgermeister Sven Mißbach freut sich über die große Bereitschaft seiner Großenhainer, einen Breitbandvertrag im Rahmen des geförderten Ausbaus abzuschließen. "Hauptsächlich werden 50 Mbit/s gebucht", weiß Vertriebsmitarbeiterin Schmidt. Im ersten Jahr zahlen Anschlussnehmer dabei den Sonderpreis von 29,95 Euro pro Monat plus fünf Euro fürs Telefonieren. Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu einem GBit/s sind letztlich möglich. Computerspezialist Enrico Grimmer sagt, er habe zuletzt jeden Tag auf den Glasfaseranschluss gehofft. "Das ist die Technologie der Zukunft", so Enso-Regionalleiter Kadner. 

Wer sich für einen Anschluss interessiert, sollte spätestens ein halbes Jahr vor der Inbetriebnahme des neuen Ortsnetzes einen Produktvertrag abschließen, so die Enso. In Weßnitz, wo ab August das schnelle Internet freigeschaltet wird, hätten dies bereits 30 Einwohner getan. Der Vorlauf sei notwendig, damit die Kündigung des Altvertrages bis zum tatsächlichen Anbieterwechsel in die Wege geleitet werden könne. Der neue Vertrag beginne erst, wenn der Bisherige endet, damit keine doppelten Kosten entstehen, heißt es.

Weiße Flecken sollen verschwinden

Neidisch werden die Görziger auf die Nachbarorte schauen. Denn dort darf die Enso keinen geförderten Ausbau vornehmen. Die 120 Anschlussnehmer sollen im Projekt "Weiße Flecken" des Landkreises erschlossen werden. Dort wird der Fördermittelbescheid erwartet, danach folgt die Ausschreibung. Für 3.000 Adressen soll dieses Vorgehen im Landkreis das ersehnte schnelle Internet bringen, heißt es. Alle, die über 30 MBit/s liegen und damit bisher nicht förderfähig sind, sollen dann zum Zuge kommen.

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Bei den "grauen Flecken" geht es danach sogar um die Anschlüsse mit Übertragungsraten darüber hinaus. Spätestens da kommt auch das Stadtgebiet Großenhain wieder mit ins Spiel. Denn hier hat die Enso ohne Förderung schnelles Internet über Vectoring ausgebaut. Da geht in Zukunft noch mehr.

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