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Erster Rummel in Großenhain seit Corona

Ein Jessener Familienbetrieb macht nach achtmonatiger Pause Station an der Auenstraße. Mit acht Fahrgeschäften und kulinarischen Angeboten.

Ein mobiler Freizeitpark wird derzeit an der Großenhainer Auenstraße vom Familienunternehmen Schmidt aus Jessen aufgebaut. Ab Freitag warten hier zehn Tage lang ab 14 Uhr Fahrgeschäfte und Imbissangebote auf die Besucher.
Ein mobiler Freizeitpark wird derzeit an der Großenhainer Auenstraße vom Familienunternehmen Schmidt aus Jessen aufgebaut. Ab Freitag warten hier zehn Tage lang ab 14 Uhr Fahrgeschäfte und Imbissangebote auf die Besucher. © Norbert Millauer

Großenhain. "Weihnachten war unser letztes Geschäft", sagt Rene Schmidt und blickt auf das Umfeld am Festplatz an der Großenhainer Auenstraße. Hier sind seit Montag die Familienmitglieder und einige Helfer dabei, den ersten Rummelplatz nach Corona in der Röderstadt herzurichten. Rene Schmidt ist mit seinem Bruder Fernando, insgesamt fünf Söhnen und einer Tochter seit August wieder auf Tournee - nach achtmonatiger Corona-Zwangspause. "Rummel" wollen sie das Areal allerdings nicht nennen, vielmehr einen mobilen Freizeitpark. 

Der Unterschied: Bei letzterer Variante gibt es lediglich einen Ein- und einen Ausgang, das Gelände muss umzäunt sein - Hygiene- und Abstandsregeln dem vorliegenden und bestätigten Gesundheitskonzept geschuldet. Zwar gibt es für Großenhain keine offiziell vorgeschriebene Maximalzahl an Besuchern. Doch im Eingangsbereich soll gezählt werden, damit höchstens 400 Gäste zur gleichen Zeit da sind. Vorsichtshalber. Ein Mund-Nasen-Schutz ist allerdings nicht zwingend erforderlich. Man werde aber darauf achten, dass die Karussells nicht überfüllt sind, sondern auch Reihen sicherheitshalber frei bleiben.

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Rene Schmidt nimmt es mit Gelassenheit. "Wir sind froh, dass wir überhaupt wieder etwas machen dürfen", sagt er. Normalerweise sei der Tourneeplan 2020 wie immer prall gefüllt gewesen. Nach Weihnachten und bis zum März habe das Familienunternehmen alles vorbereitet, die Attraktionen aufgemöbelt. "Doch dann kam eine sehr saure Zeit", erinnert sich Schmidt an den Corona-März. An Veranstaltungen war nicht zu denken. Schmidts konnten lediglich hier und da mit ihren Imbissangeboten zum Beispiel vor Einkaufsmärkten sein. Karussells und die anderen Attraktionen des Jessener Betriebes mussten stillstehen. 

In Torgau und Eilenburg wagte die Familie nun den Neustart mit ihrem mobilen Freizeitpark. Großenhain ist die dritte Station - vom 4. bis zum 13. September. Aus den beiden ersten Stopps habe man Mut geschöpft. "Die Leute haben sich gefreut, dass wieder etwas los ist", so Rene Schmidt. Zwar würden viele bei der Auswahl der Fahrgeschäfte mehr als vorher aufs Budget schauen. Andererseits habe es auch Familien gegeben, die zwei- oder dreimal gekommen sind. 

Das erhoffen sich die Betreiber nun auch für Großenhain. Mit acht Fahrgeschäften -  darunter als besondere Attraktion der 25 Meter hohe Free-fall-Turm - sind die Jessener an die Röder gekommen. Für jedes Alter wird etwas dabei sein. Hinzu kommen zahlreiche kulinarische Angebote. Von der guten alten Bratwurst bis hin zu Fisch aus Hamburg reicht die Palette. Tische und Bänke sollen die Großenhainer zusammenbringen - bei einem Bierchen oder einem Kaffee. So der Wunsch des Jessener Familienbetriebes. 

Seit 1973 konzentrieren sich Schmidts auf den Schaustellerbetrieb. Das Unternehmen war vorher im Zirkuswesen unterwegs. Doch für derartige Privatinitiativen gab es seinerzeit keine staatlichen Förderungen. Wir haben damals mit einer Ponybahn und -reiten angefangen", erinnert sich Fernando Schmidt. Andere Fahrgeräte wurden mühevoll hinzugekauft. "Wir sind halt Lebenskünstler", so Schmidt.

Optimismus wird auch weiterhin gefragt sein. Das Jahresgeschäft 2020 dürfte nicht aufzuholen sein. Doch aufstecken will die Familie nicht. Nach zehn Tagen Großenhain wird sie ihren mobilen Freizeitpark in Leisnig, anschließend in Döbeln aufbauen. In der Vorweihnachtszeit soll traditionell in Neubrandenburg Station gemacht werden. "Doch das steht noch in den Sternen", sagt Rene Schmidt mit beinahe trauriger Miene.

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