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Erster Schritt für denBrückenschlag?

Seit Jahren fehlt ein kleines Stück Radweg an der Ullersdorfer Mühle. Nun keimt Hoffnung.

© Herbert Löffler

Von Jens Fritzsche

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Ullersdorf. Gerade jetzt – an den im morgendlichen Berufsverkehr noch dunklen Tagen – sind die Autofahrer nicht wirklich begeistert, wenn in der Fahrzeugschlange auch noch Radfahrer einen Platz suchen. Mitunter vielleicht noch schlecht, bis gar nicht beleuchtet … Dabei, so wundern sich die morgendlichen Berufspendler dann nicht zuletzt auf der Ullersdorfer Hauptstraße Richtung Dresden-Bühlau, dabei gibt es hier ja eigentlich einen separaten Radweg; ein paar Meter abseits der engen Straße.

Allerdings hat dieser Radweg ein Problem. Und somit eben auch die Radfahrer. Zu denen nicht wenige Schulkinder gehören! An der Ullersdorfer Mühle nämlich, kurz vorm Ortsausgang, müsste der Radweg eigentlich über die Prießnitz führen. Eigentlich … Tut er aber nicht, weil es hier keine Brücke gibt. Also müssen die Radfahrer auf die Straße, sich mitten in den hier mit Blick auf das Ortsausgangsschild schon reichlich Schwung holenden Autoverkehr drängeln. Und das ist nicht ungefährlich. Also radeln die Radler offenbar gleich lieber von vornherein auf der Straße …

Das Ärgernis ist dabei nicht neu; so lange Ullersdorf seinen Radweg-Teil nach Bühlau fertig hat, so lange kämpft der Radeberger Ortsteil nun schon um besagte Radwegbrücke über die Prießnitz. Zwischenzeitlich keimte Hoffnung, dass es nun endlich werden würde – nämlich, als auch Dresden seinen Radweg-Abschnitt von Bühlau nach Ullersdorf auf Vordermann gebracht hatte. Aber auch das ist nun schon gut zwei Jahre her. Hauptproblem ist dabei offensichtlich nicht mal unbedingt der Naturschutz – die Dresdner Heide ist ja bekanntlich ein Naturschutzgebiet und in Naturschutzgebieten ist in Sachen Baumaßnahmen mitunter nur nach aufwendigem Ringen etwas möglich. Vielmehr war lange Zeit unklar, wer eigentlich zuständig ist. Der Forst? Die Stadt Dresden? Radeberg? Oder doch der Landkreis Bautzen, zu dem Radeberg ja gehört? „Aber spätestens seit September 2016 ist eigentlich klar, dass das Landesamt für Straßenbau in Bautzen zuständig ist“, weiß Herbert Löffler. Der Ullersdorfer sitzt für die CDU im Ortschaftsrat und kümmert sich schon seit Jahren um das leidige Radwegthema, wie ein umfangreicher E-Mail-Verkehr mit zahlreichen Ämtern belegt. Doch trotz der Klarheit in Sachen Verantwortlichkeit, „ist es seit anderthalb Jahren nicht gelungen, zumindest mal den Auftrag für eine Variantenuntersuchung zu erteilen“, ärgert sich Herbert Löffler.

Mit diesen Varianten könnten dann Möglichkeiten auf den Tisch kommen, wo und wie der Radweg auf dem noch fehlenden, nur wenige Meter langen, Teilstück verlaufen könnte. Aber weil der Ullersdorfer eben nicht locker lässt, weiß er, dass sich wohl noch im laufenden Monat etwas tun könnte. Das zumindest hat Herbert Löffler vom Leiter der Bautzener Niederlassung des Landesamtes für Straßenbau erfahren. Heißt, bis Ende Januar soll es noch einige Abstimmungen zwischen dem Landesamt und dem Bauamt der Stadt Radeberg geben, dass sich im Auftrag des Landesamtes um das Thema kümmern soll, bezahlt wird das Ganze dann vom Freistaat. Im Anschluss kann dann ein Planungsbüro gesucht werden, dass die Varianten untersucht und darstellt. „Und nach der Auswertung erfolgt dann hoffentlich ein Planungsauftrag; dann die Ausschreibung und erst dann kann der Bau beginnen“, weiß Herbert Löffler, dass es noch eine Weile dauern wird, bis er – und alle Radler – den Radweg durchgängig benutzen können … Aber ein erster, ein wichtiger, Schritt wird nun endlich gegangen, freut er sich. Und wird weiter dranbleiben, stellt er gleich noch klar.