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Wie in Schulen wieder Normalität einzieht

Das neue Schuljahr soll nicht anfangen, wie das alte aufgehört hat. Ganz ohne Corona-Einschränkungen geht es aber nicht.

Neues Schuljahr, neue Vorgaben: Die Treppen im Zittauer Johanneum sollen aber weiter "Einbahnstraßen" bleiben.
Neues Schuljahr, neue Vorgaben: Die Treppen im Zittauer Johanneum sollen aber weiter "Einbahnstraßen" bleiben. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Von Benjamin Pohl

Pünktlich 7.45 Uhr wird am Montag die Schulklingel im Zittauer Christian-Weise-Gymnasium wieder läuten. Es ist der Tag, an dem Sachsens neue Corona-Allgemeinverfügung auch an allen Schulen umgesetzt werden muss: Der Mindestabstand von anderthalb Metern entfällt, die Schüler dürfen jetzt auch wieder im Klassenverband lernen und nicht mehr - wie vor den Ferien - nur gruppenweise. 

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Dennoch geht nichts ohne Hygiene-Regeln, die eingehalten werden müssen. "An jedem Eingang und auf allen Gängen gibt es bei uns einen Desinfektionsspender. Die Schüler müssen sich immer die Hände desinfizieren, ehe sie die Häuser betreten", erklärt Ingo Elmenthaler, der neue Schulleiter des Gymnasiums. Übrigens sind die Desinfektionsspender hier keine Corona-Erfindung. Es gibt sie schon seit über einem Jahr.

Keine Maskenpflicht im Unterricht

Ingo Elmenthaler möchte den Schülern einen halbwegs normalen Start ins Schuljahr ermöglichen. "Die Maskenpflicht ist für Schüler und Lehrer in den Unterrichtsräumen aufgehoben und ich hoffe, dass wir das so beibehalten können", sagt er. "Ich persönlich möchte auf gar keinen Fall, dass die Schüler im Unterricht Masken tragen müssen." 

Ausnahmen gibt es dennoch. Deswegen gehört ein Mundschutz auch weiterhin in jede Schultasche. "Wenn Lehrer es zu ihrem eigenen Schutz wünschen, beispielsweise weil sie zur Risikogruppe gehören, müssen Schüler diese Maske auch tragen", erklärt der Schulleiter des Zittauer Gymnasiums. "Ich möchte einem Kollegen einen solchen Wunsch nicht verweigern, aber bis jetzt ist so eine Bitte noch nicht an mich herangetragen worden."

Auch an anderen Schulen gehören Masken weiter zum Schulbetrieb: An der Pestalozzi-Oberschule in Oderwitz ist das zum Beispiel bei Schülerexperimenten der Fall, erklärt Schulleiter Volker Rienäcker. An der Schkola in Ebersbach soll ab Montag wieder alles so laufen wir vor den Corona-Einschränkungen. "Wir sind sehr froh darüber", sagt Geschäftsführerin Ute Wunderlich. Alle Schüler werden aber täglich mit ihren Kontaktdaten in Anwesenheitslisten eingetragen. 

"Die richtige Hygiene ist aber auch sehr wichtig", erklärt Ute Wunderlich. "Hände waschen und desinfizieren ist für unsere Schüler selbstverständlich." Außerhalb des Klassenverbandes, beispielsweise beim gemeinsamen Mittagessen, sollen die Schüler aber auf Abstand achten.

Üben für den nächsten Lockdown

Zur besonderen Unterrichtsform der freien Schkola gehört, dass Schüler hier selbstständig lernen. Ute Wunderlich will noch einen Schritt weiter gehen: "Falls noch einmal ein solcher Lockdown kommen sollte, wollen wir vorbereitet sein, deshalb üben wir auch mal das selbstständige Recherchieren von Informationen ohne Arbeitsheft und Lehrbuch - so als wären die Schüler ohne Lernbegleiter an ihrer Seite zu Hause".

Auf einen möglichen neuen Lockdown bereiten sich auch anderen Schulen vor. An der Pestalozzi-Oberschule in Oderwitz und am Zittauer Weise-Gymnasium werden die Abstandsmarkierungen und Richtungspfeile im Schulhaus vorsichtshalber noch nicht entfernt. "Wir wollen auf veränderte Situationen diesmal schneller reagieren können", sagt Volker Rienäcker. An der Schule herrscht deshalb weiterhin "Rechtsverkehr". 

Klassenfahrten sind wieder möglich

Aber auch außerhalb des Unterrichts soll Normalität einkehren. Schüler können sich in den Pausen frei auf den Schulhöfen bewegen, werden jedoch gebeten, so wenig Körperkontakt wie möglich zu haben.

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Auch Klassenfahrten sollen wieder möglich sein: Nächste Woche beispielsweise fahren die Sechstklässler des Zittauer Weise-Gymnasiums ins Querxenland. Bis jetzt habe es auch noch kein Anzeichen einer Stornierung gegeben, sagt der Schulleiter. "Die zehnten Klassen sind dann als nächste im Laufe des Schuljahres dran. Nach jetzigen Plänen soll es nach Bayern und an die Ostsee gehen".

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