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Löbau

Erster Spatenstich für Löbau-Süd

Wie vor 60 Jahren wurde der Grundstein für das älteste Neubaugebiet der Stadt gelegt wurde.

Noch ist fast alles grüne Wiese, als sich am 25. April 1959 hinter der damaligen Gärtnerei Wenzel die ersten Spaten von Aufbauhelfern für eine Straße und die ersten beiden Wohnblöcke unweit der heutigen Ahornallee in die Erde graben.
Noch ist fast alles grüne Wiese, als sich am 25. April 1959 hinter der damaligen Gärtnerei Wenzel die ersten Spaten von Aufbauhelfern für eine Straße und die ersten beiden Wohnblöcke unweit der heutigen Ahornallee in die Erde graben. © SZ-Archiv

Wenn vor reichlich 60 Jahren Busse, Autos, Kräder aus Richtung Großschweidnitz an die Löbauer Stadtgrenze kamen, dann fuhren sie durch fast unbebautes Land, fuhren lediglich an zwei einzelnen in den 1920er Jahren erbauten Häusern und einer Kleingartenanlage vorbei. Hinter der heutigen Go-Tankstelle ging die Rumburger Straße in keine Rechtskurve über, sondern verlief schnurgerade weiter, ehe sie schließlich am Keglerheim am Rundteil in die Äußere Zittauer Straße mündete. Von Löbau-Süd noch keine Spur. Doch in den Köpfen der Bauplaner hatte das erste Löbauer Neubaugebiet schon Gestalt angenommen. Die schnell wachsenden Einwohnerzahlen nach 1945 verlangten nach mehr Wohnungen. Über 1 000 davon sollten genau hier „nach neuesten Erkenntnissen des sozialistischen Städtebaus“ bis Mitte der 1960er Jahre entstehen. Mit einer Fotoserie stimmte die Sächsische Zeitung 1958 auf die künftige Südvorstadt ein. „Heute Felder – morgen Stadt“ oder „Heute Wiese – morgen Schule“ lauteten zwei von etlichen Schlagzeilen zu den Bildern.

Am 25. April 1959 erfolgte der erste Spatenstich. Die ersten Häuser nahmen Gestalt an. Doch die Anordnung der meist in Großblockbauweise errichteten Gebäude folgte nur bedingt dem Verlauf der alten Rumburger Straße, sie ging vielmehr weit darüber hinaus. Da sich eine Hauptverkehrsader als Durchgangsstraße durch das neue Wohnviertel verbot, wurde eine Ersatztrasse gebaut, gewissermaßen Löbaus erste Umgehung, so, wie sie heute noch im Zuge der S 148 als Rumburger Straße an den Häusern von Löbau-Süd I vorbeiführt. Zu den Wohnungen im neuen Viertel gesellten sich Kindereinrichtungen, eine Schule (die heute bereits wieder abgerissen ist) und eine Kaufhalle. Bei den Straßennamen stand die Botanik Pate, offenbar inspiriert durch die Lage im Grünen mit Ausblicken in die südliche Oberlausitz: Birkenweg, Lindenstraße, Rosenstraße. Aus dem Stück Rumburger Straße, das nun mitten im Wohngebiet lag, wurde die Ahornallee.

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60 Jahre sind seit der Grundsteinlegung von Löbau-Süd I vergangen. Vor allem nach der Wende wurde hier saniert und modernisiert, allein die Wohnungsgenossenschaft Löbau bewirtschaftet rund 650 Wohnungen. Aktuell wird die Regen- und Schmutzwasserkanalisation auf dem Birkenweg repariert. Löbau-Süd I war das erste Neubaugebiet, das zur DDR-Zeit in der Altkreisstadt entstand, ehe später Nord, Ost und Süd II folgten.

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