merken
PLUS

Riesa

Erster Unfall im neuen B-169-Kreisverkehr

Nur Stunden nach der Freigabe des Kreisels hat es gekracht. Dabei sollte das Bauwerk eigentlich für Sicherheit sorgen.

Die Polizei (Richtung Gröditz unterwegs) musste am Sonntag gleich zu einem Einsatz im neuen Kreisverkehr ausrücken. Dort waren zwei Autos zusammengestoßen.
Die Polizei (Richtung Gröditz unterwegs) musste am Sonntag gleich zu einem Einsatz im neuen Kreisverkehr ausrücken. Dort waren zwei Autos zusammengestoßen. © Klaus-Dieter Brühl

Neudorf. Der Kreisverkehr an der B 169 im Zeithainer Ortsteil Neudorf ist erst seit diesem Wochenende freigegeben – und schon hat es zum ersten Mal gekracht. 

Nach Angaben der Polizei war am Sonntagabend der Fahrer eines Toyota mit seinem Wagen Richtung Gröditz unterwegs. Als der 41-Jährige den Kreisverkehr passierte, stieß er mit dem Audi A3 eines 18-Jährigen zusammen. Dieser hatte gerade in den Kreisel einfahren wollen. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand, es entstand aber ein Schaden von rund 5.000 Euro.

Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Normalerweise wäre der Zusammenprall nur einer von vielen Fällen für die Unfallstatistik. Doch in Neudorf sorgt der Zusammenstoß durchaus für Verwunderung. Denn das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hatte den Kreisverkehr (Lasuv) erst in den vergangenen Monaten neu bauen lassen, um die Sicherheit auf der Bundesstraße an dieser Stelle zu erhöhen. 

Der Kreisel (mit Blick aus Neudorf) wurde vor wenigen Tagen erst fertig
Der Kreisel (mit Blick aus Neudorf) wurde vor wenigen Tagen erst fertig © Klaus-Dieter Brühl

Das Bauvorhaben lief wie geplant, alles wurde rechtzeitig fertig. Doch nur wenige Stunden nach der Freigabe kam es im ersten B-169-Kreisverkehr im Altkreis Riesa zu einem Unfall. Bei Anwohnern sorgt das für Skepsis. 

So wunderte sich am Montagvormittag ein älterer Herr über die Konstruktion des Kreisels. Dieser sei so angelegt, dass Autofahrer, die von Gröditz Richtung Zeithain wollen, ohne großen Schlenker und Geschwindigkeitsverlust durch den Kreisverkehr rauschen könnten. Dies würde insbesondere dadurch erleichtert, dass die Mittelinsel nur mit Steinen ausgelegt und nicht etwa begrünt ist. So könnten Autofahrer schon von Weitem die Situation im Kreisverkehr einsehen und müssten nicht zwingend vom Gas gehen.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr plant bereits seit Jahren einen Kreisverkehr für die Kreuzung an der Bundesstraße. Da aber teilweise Verhandlungen mit Grundstückseigentümern scheiterten, hat das Lasuv den Kreisel vorerst als Provisorium errichten lassen. Die vorgezogene Variante hat einen Außendurchmesser von 30 Metern und bietet Fußgängern und Radfahrern mehrere Querungshilfen, um beispielsweise zur Bushaltestelle Richtung Gröditz zu gelangen. 

Der rund 200.000 Euro teure Kreuzungsbau soll laut Lasuv dazu dienen, die Sicherheit an der Bundesstraße deutlich zu erhöhen. In einem späteren Schritt soll noch ein Radweg Richtung Lichtensee gebaut werden.