SZ +
Merken

Erstes Nikolausfest im Görlitzer Bahnhof fand viel Anklang

Der Görlitzer Bahnhof hat schon viel erlebt, aber noch kein Nikolausfest. Da traf es sich gut, dass auch die zentrale Weihnachtsaktion der Deutschen Bahn ihren Platz finden konnte. Unter dem Motto „Bilder...

Teilen
Folgen

Von Frank Fischer

Der Görlitzer Bahnhof hat schon viel erlebt, aber noch kein Nikolausfest. Da traf es sich gut, dass auch die zentrale Weihnachtsaktion der Deutschen Bahn ihren Platz finden konnte. Unter dem Motto „Bilder an den Weihnachtsmann“ setzten sich viele Kinder an einen Tisch, wo man seinen Wunschzettel mit Farbstiften illustrieren konnte. Der fünfjährige Samuel wollte gar nicht mehr mit dem Malen aufhören. Eigentlich hätte er noch einen zweiten vorgedruckten Wunschzettel für seine lange Wunschliste gebraucht, aber da spielte die Mutti nicht mehr mit.

Jedes Bilderwerk wurde mit der Anschrift des Schöpfers versehen und wanderte dann in einen Riesenbriefkasten. Dieser findet sich am Ende der Aktion im Berliner Ostbahnhof ein, wo beim Abschluss-event die schönsten Bilder mit tollen Preisen belohnt werden.

Dass dieses Nikolausfest so viele Besucher erlebte, war ein Verdienst von Pächtern im Bahnhof, von Händlern, Vereinen und der Werbegemeinschaft Oberlausitzer Bahnhöfe. Sie alle formten mit ihren Möglichkeiten an einem farbenprächtigen Bild, das man sehen, hören und auch schmecken konnte. Auf dem berühmten Gleis eins drehten die Gartenbahnen von Modelleisenbahnern ihre Runden, der Demokratische Frauenbund warb auf seiner Bastelstraße für kreative Freizeitgestaltung, viele Leute erkletterten den Bahnhofs-turm und die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde warteten ungeduldig auf die Ankunft des Nikolaus-Sonderzuges. Kurz vor 14 Uhr war es dann soweit. Eine Kriegslok, Baujahr 1944, dampfte mit seiner originalgetreu erneuerten Kesselheizung in die Bahnhofshalle. Sie hatte Personenwagen im Schlepptau, die bis 1978 zum öffentlichen Schienenverkehr gehörten.

Natürlich wurde der Zug von vielem Publikum empfangen. Auch der Nikolaus ließ es sich nicht nehmen, manchen „Aussteiger“ mit einer Süßigkeit zu begrüßen.

Das Kulturhauptstadtbüro zeigte ebenfalls Flagge und war mit jungen Damen unterwegs. Sie hatten sich mit einem mittelschweren Bauchladen bewaffnet und keine schlechten Umsätze zu beklagen. „Im Gegenteil“, sagte Astrid Jeschke, „ich musste meinen Bauchladen schon einige Male nachfüllen lassen, weil Lebkuchen mit unserem Kulturhauptstadt-Logomännchen, Blechbläser CDs und Zipfelmützen sehr oft gekauft werden.“

Elfriede Neugebauer war mit ihren beiden Enkelkindern auf dem Bahnhof anzutreffen: „Ich bin schon fast zwei Stunden hier, und die beiden Mädels entdecken so viel Interessantes, dass ans Heimgehen noch nicht zu denken ist.“