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Erziehen ist Männersache

Fünf Emus sind im Ossiger Sonnenhof heimisch geworden. In den nächsten Jahren wird mit Nachwuchs gerechnet.

Markus Weinert, Chef des Sonnenhofs in Ossig, lockt die Emus mit ein paar Blättern, die er vom Baum gepflückt hat. Die Tiere sind neu auf dem Sonnenhof Ossig.
Markus Weinert, Chef des Sonnenhofs in Ossig, lockt die Emus mit ein paar Blättern, die er vom Baum gepflückt hat. Die Tiere sind neu auf dem Sonnenhof Ossig. © Lutz Weidler

Ossig. Freudig laufen die Emus auf Markus Weinert zu. Er füttert sie mit ein paar Blättern, die er vom Baum gepflückt hat und streichelt den jungen Vögeln über den Kopf. Angst brauche keiner vor den Emus zu haben, versichert Weinert. Vor einem halben Jahr hat der Betreiber des Ossiger Sonnenhofes die Tiere bei einem Züchter in Präbschütz gekauft und selbst großgezogen. Im Sonnenhof können sich die fünf Jungtiere auf einer Fläche von zweieinhalb Hektar austoben.

Sie teilen sich das Gehege mit zwanzig Kamerunschafen. Reichlich Platz ist trotzdem. Die Laufvögel strecken die Brust heraus oder wälzen sich auf dem begrünten Boden. „Das machen die, wenn die sich freuen“, sagt Weinert. Im Schatten der Bäume können sie gelassen Gras oder Würmer picken, Wasser trinken und rennen. Mehr brauchen die pflegeleichten Vögel nicht für ihr Glück.

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Männlein oder Weiblein?

Markus Weinert hat selbst eine private Enten-und Gänsezucht. Daher ist er auf die Idee mit den Emus gekommen. Auch die will er züchten. Bis jetzt kann noch kein Geschlecht der Jungtiere festgestellt werden. „Das geht erst mit ein bis eineinhalb Jahren“, meint Weinert. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Männchen und Weibchen dabei sind, sei sehr hoch.

Interessanterweise brüten nur die männlichen Emus die Eier aus. Manchmal legen zwei Männchen ihre Nester zusammen und wechseln sich mit dem Brüten ab. Die Küken bleiben ein halbes Jahr lang bei den Vätern. Gegenüber den Weibchen weisen die männlichen Tiere während der Brutzeit meist ein aggressives Verhalten auf. Erziehung ist bei den Emus Männersache.

Erlebnisdorf soll entstehen

Mit der Emu-Zucht legt Markus Weinert den Grundstein für etwas Größeres. In den nächsten zwei bis drei Jahren soll auf dem Gelände des Wildgeheges ein Erlebnisdorf entstehen. Kindergruppen, Schulklassen und Familien sollen hier die Möglichkeit haben, der Natur auf die Spur zu gehen. Zwanzig Hütten werden im Wildgehege zwischen den Emus und den Schafen, natürlich mit einer Abgrenzung, erbaut. Auf einem Naturpfad soll die Umwelt entdeckt werden. Markus Weinert plant das Projekt unter dem Motto „Back to the roots“ – „Zurück zu den Wurzeln“. Ihm ist es wichtig, dass die Kinder lernen, woher die Produkte aus dem Supermarkt kommen.

Beispielsweise soll es die Möglichkeit geben, Apfelsaft selbst herzustellen. Mit frischen Äpfeln, frisch gepresst. „Der schmeckt anders, als der im Supermarkt“, sagt Weinert. Markus Weinert ist ebenfalls Vorsitzender des Lüttewitzer Kindergartens und hat mit den Kindern dort bereits Apfelsaft hergestellt. Und das hat sich gelohnt. Die Kinderaugen glänzten, als der frische Saft aus der Presse tropfte. Neben dem Saft sollen ebenfalls andere Lebensmittel hergestellt werden, und in einer Grillecke wird es die Möglichkeit geben, den Abend mit einem selbstgemachten Stockbrot ausklingen zu lassen – umgeben von Emus, Schafen, Wiesen und Bäumen.

Findling Friedel räumt auf

Markus Weinert hat ein Herz für die Natur und Tiere. Vor drei Jahren hat er den Wildschwein-Findling Friedel in seinem Streichelzoo aufgenommen. Passanten hatten Friedel im Straßengraben gefunden. Heute ist Friedel ein ausgewachsener Keiler und wohl auf. Zusammen mit seinem Ziehvater genießt er den Schatten in der Hütte. Ganz verschmiert vom Fressen kommt er langsam heraus. Dass das eher schüchtern wirkende Wildschwein gelegentlich doch zur Sau wird, merkt man ihm gar nicht an. „Wir haben viele Spielemöglichkeiten angelegt, aber das brauchst du bei Schweinen nicht zu machen“, sagt Markus Weinert. Die Wiese hatte keine Chance und eine extra Grube zum Suhlen, unterlegt mit einer dicken Folie, hielt gerade mal zwei Tage. Dann war die Folie herausgezerrt und die Suhle hin. Eine kleinere existiert dennoch im Gehege, allerdings ohne Unterlegfolie. Daher trocknet sie schneller aus und muss öfter mit Wasser neu befüllt werden.

Attraktionen gibt es viele im Sonnenhof Ossig und es werden noch einige kommen. „Wir sind immer in der Entwicklung“, sagt Markus Weinert. Das Erlebnisdorf ist eins der großen Projekte, andere folgen. In den nächsten Jahren soll ebenfalls ein Hühnerhaus entstehen, dass besichtigt werden kann. Außerdem will Weinert sich gern neue Bienenvölker zulegen und Honig produzieren.  (pw)

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