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Erzieher lassen Rentier entführen

In der Fachschule für Sozialpädagogik wird die Aula zur Märchenbühne. Seit vielen Jahren gibt`s das Weihnachtsspiel.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Traditionell ist ein Theaterstück für die Knirpse der umliegenden Kindereinrichtungen eine Aufgabe im ersten Ausbildungsjahr für angehende Erzieher. Um kurz vor Weihnachten rund 500 Kindern eine Freude zu bereiten, müssen sich die beiden Klassen richtig was einfallen lassen. Vom Stück selbst über Kostüme und Dekorationen bis hin zu den kleinen Geschenken. Das alljährliche Weihnachtsspiel ist ein Dankeschön an die Praxis-Kindergärten in Großenhain und Umgebung. Zwei Wochen absolvierten die angehenden Erzieher aus dem gesamten Landkreis dort ihr Orientierungspraktikum.

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Die Erzieherklasse A studiert nun derzeit ein Stück ein, in dem das Rentier Rudolph entführt wird – von einem Kobold, der ein Problem mit Weihnachten hat. Wie immer geht es dabei turbulent zu. Für die 26 Schülerinnen der Klasse war die Rollenverteilung nicht leicht: Alle wollten mitspielen. Und so gibt es keine Zweitbesetzung. „Hoffentlich wird niemand krank“, sagt Projektverantwortliche Luisa Kaden. Für Stefan, den einzigen Mann in der Gruppe der 18- bis 44-Jährigen, war die Rolle allerdings gesetzt: Er spielt den unentbehrlichen Weihnachtsmann.

An der Handlung wird noch gefeilt

Jeden Dienstag üben die künftigen Erzieher nun unter Anleitung von Lehrerin Annett Leopold zwei Stunden darstellendes Spiel. Es macht allen viel Spaß, doch hier und dort muss die Handlung noch verfeinert werden. „Die Schüler sind mit Eifer bei der Sache, es werden sicher wieder gelungene Aufführung“, ist sich Annett Leopold sicher. Und natürlich gibt es ein Happy End.

Neben Luisa hat auch die Maus den Hut fürs Weihnachtsprojekt auf – gespielt von Lisa Marie Treuse. „Wir wollen kindgerecht spielen und die Zuschauer zum Mitmachen anregen“, sagt die junge Frau. So bezieht sie die Kinder durch Fragen mit ein. Und durch Singen. Wenn die Kinder das bekannte Weihnachtslied „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ anstimmen, fliegt ein vermeintlicher Schneeball auf die Bühne. Ein Schneemann wird gebaut und auch sein Lied können die Kinder erschallen lassen.

Wenn es ans Geschenkeverteilen geht, sollten die Kindergartenkinder ebenfalls ein Lied singen oder ein Gedicht vortragen. „Das ist uns wichtig, auch wenn es in den vergangenen Jahren keine Rolle gespielt hat“, sagt Lisa Marie. Äpfel und Kekse werden diesmal an die 500 Kinder ausgegeben. Um diese Spenden mussten sich die angehenden Erzieher auch selbst kümmern. Leiterin Annemarie Koch vom Verein Lustiger Tausendfüßler war mit ihrer Einrichtung immer gern beim Weihnachtsspiel. „Die Vorstellungen sind stets sehr schön, die jungen Leute machen alles selbst und geben sich viel Mühe“, lobt die Kita-Chefin.

Kulissen gebaut und bemalt

Auch diesmal hat sich die Erzieherklasse A lustige Kostüme und kreative Kulissen einfallen lassen. Die sieben Zwerge mit ihren Zipfelmützen treten auf, ein Hase und eine rundliche Eule spielen mit. Die Bühnendekorationen wurden von den Schülern in den Werkstätten im Schulgebäude Industriestraße gebaut und bemalt. Die Erzieherklasse B spielt ein Stück mit Bibi Blocksberg.

Am 16. und 17. Dezember um 8.30 Uhr und 10 Uhr in der Heinrich-Heine-Straße 8 in Großenhain (Aula)