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Erziehung ist alles

Kerstin und Susan Schulze aus Bühlau führen eine Hundeschule. Sie helfen, Stress für Mensch und Tier zu vermeiden.

© Thorsten Eckert

Von Constanze Knappe

Wer hat das Sagen, wenn Mutter und Tochter eine Firma gründen? Kerstin und Susan Schulze aus Bühlau sehen das ziemlich locker. Mit ihrem ersten Hund traten sie 1998 in den Hundesportverein Großharthau ein. Inzwischen haben sie vier Hunde und ihr Hobby zum Beruf gemacht. Ihr Geschäft ist eine Hundeschule und die Arbeit der beiden Frauen zumeist mit Spaß verbunden.

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Hallo zusammen! Seit 2011 betreiben Sie gemeinsam eine Hundeschule. Wer von Ihnen hatte denn die Idee dazu?

Susan Schulze: Wir beide. Wir haben vorher Training im Hundesportverein Großharthau und in anderen Vereinen gegeben. Das Konzept für die Hundeschule haben wir deshalb zusammen entwickelt.

Kerstin Schulze: Es war gut, dass ich in der Zeit Susan an meiner Seite hatte, so konnte ich mich voll auf meine Ausbildung zur zertifizierten Hundeerzieherin und Verhaltenstrainerin konzentrieren.

Wie arbeiten Sie als Team zusammen?

Susan Schulze: Jeder sammelt erst einmal Ideen für sich, die werfen wir dann alle in einen Topf und bewerten sie gemeinsam.

Kerstin Schulze: Wir planen zusammen die Kurse, besprechen Trainingsmethoden, führen die Vor- und Nachgespräche mit den Hundehaltern gemeinsam durch.

Spätestens seitdem Martin Rütter übers Fernsehen Tipps zur Hundeerziehung in viele Wohnzimmer bringt, ist das ein öffentliches Thema. Muss jeder Hund in einer Hundeschule erzogen werden?

Susan Schulze: Nicht unbedingt in einer Hundeschule, aber ohne Erziehung geht es nicht. Mensch und Tier leben meist lange zusammen, doch jeder Hundehalter hat andere Vorstellungen von dem, was sein Hund können muss. Um es auf den Punkt zu bringen: Für einen gut erzogenen Hund öffnen sich viele Freiräume. Es bedeutet weniger Stress für Mensch und Tier.

Kerstin Schulze: Was man dem Hund an- oder abtrainiert, hängt vom Lebensumfeld ab. Spielt der Jagdtrieb eine Rolle oder soll der Hund allein in der Wohnung bleiben? Das sind nur zwei Beispiele dafür.

Früher ging es dennoch ganz ohne Hundetrainer. Wieso sind die jetzt derart in Mode gekommen?

Susan Schulze: Mit Modeerscheinung hat das nichts zu tun. Immer mehr Menschen haben einen Hund. Medien und Werbung suggerieren seit Jahren, dass zu einer glücklichen Familie mit Eltern und Kindern ein Hund gehört. Doch nicht jeder hat Wissen und Erfahrung, richtig mit dem Tier umzugehen. Außerdem gibt es immer mehr Rassen. Der Wunschhund mag zwar äußerlich ins Bild der Familie passen, nicht immer aber seine genetisch bedingten Eigenschaften. Da kann ein Trainer helfen.

Kerstin Schulze: Früher gehörte ein Hund auf den Hof, heutzutage wird er überallhin mitgenommen, muss Bus oder Bahn fahren, Verkehrslärm ertragen. Nicht jeder Hund kann das von Geburt an automatisch. Ganz abgesehen davon haben wir heute eine andere Haltung zum Tierschutz.

Warum sind Sie Pfotentrainerinnen geworden?

Susan Schulze: Den Hunden etwas beizubringen, macht großen Spaß. Wir setzen dabei auf positive Verstärkung und nutzen das Markertraining, eine Methode, die vor allem in Amerika schon lange im Tiertraining eingesetzt wird.

Kerstin Schulze: Hunde sind ja nicht bloß Befehlsempfänger. Wie man sie motivieren kann, ist eine spannende Sache. In den vergangenen 20 Jahren hat sich in der Trainingsmethodik sehr viel verändert.

Kann man denn von so einer Hundeschule leben?

Susan Schulze: Jein. Deshalb betreiben die meisten auch eine Tierpension. Ich habe noch einen Hauptberuf, arbeite in der Informatikabteilung eines Krankenhauses.

Kerstin Schulze: Unser Ziel ist das schon, einmal davon zu leben. Deshalb habe ich auch die professionelle Ausbildung gemacht. Fürs Fitnessstudio zum Beispiel geben Leute Geld aus und investieren Zeit. Warum nicht auch für die Beschäftigung mit ihrem Hund?

Ist es für Frauen schwerer, von Hund und Herrchen akzeptiert zu werden?

Susan Schulze: Für die Hunde nicht, für manches Herrchen schon. Dabei geht es gar nicht um die Frauenfrage, sondern um die Trainingsmethodik. Für uns sind Hunde Familienmitglieder.

Kerstin Schulze: Deshalb gibt es auch keine generellen Verbote. Jeder Hundehalter muss für sich festlegen, was sein Hund bringen soll und was für ihn tabu ist .

Was sollte ein Hund unbedingt können?

Kerstin Schulze: Den sicheren Rückruf. Er muss in jeder Situation ansprechbar sein.

Worauf kommt es noch an?

Susan Schulze: Dass man sich Zeit nimmt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Kerstin Schulze: Konsequenz. Und vor allem dranbleiben an dem, was man sich mit seinem Hund vorgenommen hat.

Und wenn der Hund Probleme macht?

Kerstin Schulze: Dann sollte man zunächst den Grund dafür herausfinden. Verhält sich der Hund so, weil er Angst hat, weil es genetisch bedingt ist oder weil falsches Verhalten durch den Besitzer verstärkt wurde? Dann trainiert man dem Hund an, was er stattdessen machen soll, ein Alternativverhalten also.

Haben Sie noch ein paar Tipps für einen heißen Sommer mit Hund?

Susan Schulze: An heißen Tagen muss man nicht mit dem Hund durch die Botanik rennen. Mit Futtersuchspielen kann man ihn im Haus geistig fördern. Nasenarbeit strengt an, ohne dass sich der Hund in der Hitze körperlich auspowern muss. Ob sein Hund gern badet, wird jeder Tierhalter selbst wissen. Aber eins geht gar nicht: den Hund allein im heißen Auto lassen. Zum Glück kommt das immer seltener vor. www.pfotentrainer.de