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Es bleibt beim Aus für Traditions-Buslinie

2000 Bürger haben in einer Petition den Erhalt der Linie gefordert. Doch in Dresden hält man sie offenbar nicht für nötig.

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Von Astrid Ring

Die durchgehende Buslinie von Dresden über Dippoldiswalde nach Olbernhau wird nicht wiederbelebt. Das ist kurz gefasst die Antwort, welche die Freie Presse in dieser Woche auf ihre Nachfrage von dem Petitionsausschussvorsitzenden und FDP-Landtagsabgeordneten Tino Günther erhielt.

Nach der Einstellung dieser Traditionslinie mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 war starker Protest laut geworden. Sie verband bereits seit 1926 viele Erzgebirgsorte mit der Landeshauptstadt und galt als die älteste Fernverbindung der Region. Von Dresden fuhr der Bus über Bannewitz, Dippoldiswalde, Frauenstein, Rechenberg-Bienenmühle nach Olbernhau. Je viermal am Tag beförderten Busse die Fahrgäste auf dieser Strecke. Auch am Wochenende und feiertags waren die Busse der BVO Verkehrsbetriebe Erzgebirge GmbH und RVD dort unterwegs.

Protest gegen den Wegfall der Linie gab es auch aus Hartmannsdorf-Reichenau. „Die Linie wird von unseren Einwohnern viel genutzt“, erklärte Bürgermeister Reinhard Pitsch (parteilos) damals. Gerade am Wochenende war sie für viele die einzige Möglichkeit, aus dem Ort herauszukommen.

Massiver Protest

Für den Erhalt der Direktverbindung hatten sich Ende 2010 nicht nur Fahrgäste eingesetzt, die mit dem Bus zur Arbeit gefahren sind, sondern auch Ärzte, die ihre Patienten zu Spezialisten nach Dresden überweisen. Auch die Bürgermeister von Hartmannsdorf-Reichenau, Frauenstein, Neuhausen, Olbernhau, Pfaffroda, Rechenberg-Bienenmühle, Dorfchemnitz und Sayda forderten schriftlich vom sächsischen Wirtschaftsministerium, den Landkreisen und Verkehrsverbünden den Erhalt der Linie.

Der massive Protest gipfelte in einer Petition, die mit den Unterschriften von rund 2000 Unterstützern im Oktober 2010 nach Dresden ging. Mehr als ein Jahr brauchte das Dresdner Gremium, um sich eine Meinung zu bilden. Nun ist sie raus. Es bleibt bei dem Aus für die Buslinie. Laut Tino Günther wird der sächsische Landtag das Thema im März abschließend behandeln. An der Sache selbst dürfte das aber nichts mehr ändern. Die lange Bearbeitungszeit erklärt Günther damit, dass zwei Verkehrsverbünde in die Problematik involviert sind.

Begründet wurde die Einstellung der Direktverbindung mit einer zu geringen Auslastung sowie fehlenden Finanzen. Die Linie war durch die Verkehrsbetriebe Erzgebirge und den Regionalverkehr Dresden gemeinsam abgesichert worden. Der Landkreis Mittelsachsen hatte sich an der Finanzierung beteiligt.

Zwei Fahrscheine nötig

Seit Dezember 2010 ersetzen Busse zwischen Olbernhau und Frauenstein sowie nach Umstieg zwischen Frauenstein, Schmiedeberg und Dresden die Direktlinie. Anstelle eines Fahrplanes und einer Fahrkarte müssen Fahrgäste, die von Olbernhau bis Dresden fahren wollen, nun zwei Fahrscheine lösen und drei Fahrpläne studieren. Zudem wurde die Linie unattraktiver, denn es fahren weniger Buspaare. Der erste aus dem Erzgebirge erreicht Dresden 12.49 Uhr. 17.35 Uhr fährt der letzte Bus von dort zurück. Man könne nur versuchen, die Wartezeiten zwischen den einzelnen Busverbindungen zu verkürzen. „Mehr können wir nicht tun“, sagt Tino Günther. (FP)