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Es brummt im Eiscafé

Heiße Tage, Ferien und eine Umleitung sorgen im Koselitzer Betrieb von Familie Tege für Zulauf. Die Einbußen durch Corona kann das aber wohl nicht auffangen.

Inhaber Mario Tege in seinem Koselitzer Eiscafé: An Gästen mangelt es dem Lokal nicht. Besonders gefragt: Eisbecher, wie hier mit Pfirsichgeschmack.
Inhaber Mario Tege in seinem Koselitzer Eiscafé: An Gästen mangelt es dem Lokal nicht. Besonders gefragt: Eisbecher, wie hier mit Pfirsichgeschmack. ©  Klaus-Dieter Brühl

Koselitz. Eine ruhige Minute bleibt für Mario Tege kaum: Viele Sitzplätze im Außenbereich seines Koselitzer Eiscafés sind besetzt. Jetzt müssen die bestellten Eisbecher schnell zu den Gästen gebracht werden. Normalerweise würde eine weitere Arbeitskraft helfen. Aber mit Ehefrau Katrin und einer weiteren Mitarbeiterin schmeißt Mario Tege das Geschäft in Zeiten von Corona zu dritt. 

Es ist Freitagnachmittag, kurz vor 14 Uhr. Und obwohl der Eiscafé-Chef schon wie ein Dauerläufer zwischen den Sitzplätzen im Garten und der Theke im Geschäft hin und her spurtet, Bestellungen aufnimmt, Eis kredenzt und leer gewordene Tische desinfiziert, hat  der eigentliche Stress noch gar nicht angefangen. Denn der wirkliche Gästeansturm kommt erst noch, macht Mario Tege deutlich und lacht. 

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Bei schönem Sommerwetter sei es meistens der spätere Nachmittag, an dem es in dem Eiscafé in Koselitz richtig brummt. Dann, wenn es schon wieder ein wenig kühler ist. Heiße Temperaturen von um die 35 Grad, wie am frühen Mittwochnachmittag, seien eher Bade- als Eiscaféwetter, sagt der Inhaber. Lust auf eine kühle Erfrischung bekämen die Wasserratten meistens nach dem Aufenthalt in Bad oder am See. 

Unter hundertjährigen Kastanien

Dass sie dann beim Abstecher nach Koselitz am Platz bedient werden, ist erst seit drei Wochen wieder möglich. Vorher sei alles mit Selbstbedienung vom Fenster gelaufen – mit Einweggeschirr für die Eisfans, erzählt Mario Tege. Inzwischen seien die Regeln so, dass das Personal wieder im Garten bewirten darf. 

Katrin Tege zapft hinter der Theke das beliebte Softeis. Dieses Jahr gab es mit Schokolade-Orange eine neue Sorte.
Katrin Tege zapft hinter der Theke das beliebte Softeis. Dieses Jahr gab es mit Schokolade-Orange eine neue Sorte. ©  Klaus-Dieter Brühl

Dort hält der Familienbetrieb dieses Jahr mehr Plätze bereit als sonst: Knapp 30 Leute finden im Schatten der hundert Jahre alten Kastanien Platz. Normalerweise wären es 20. Aber in normalen Zeiten wäre auch der Innenbereich mit 20 Plätzen in Nutzung. Der ist aber schon seit März zu. Bei den geltenden Abstandsregeln würden sich dort nur zwei Tische nutzen lassen. Das lohnt nicht, macht Mario Tege deutlich.

Blickt der Unternehmer auf die vergangenen Wochen, kann er eine positive Bilanz ziehen. "Durch die Umleitung zwischen Tiefenau und Gröditz war der Zuspruch richtig gut." Viele hätten den Weg über Pulsen und Koselitz genommen. Auf der Straße vorm Eiscafé sei es zugegangen "wie auf der Autobahn". Bedingt durch die Ferienzeit sei auch viel los. Und das schöne Wetter helfe natürlich auch. 

Beliebte Ausstellung fällt wohl weg

Aber trotz allem: Das Corona-Jahr ist auch für den eingesessenen Gastbetrieb in der Röderaue ein Schwieriges. Durch das zwangsweise reduzierte Platzangebot gibt es weniger zu tun. Das Team ist deshalb verkleinert – von neun auf sechs Leute. In der Woche wird die Arbeit zu dritt erledigt statt zu viert. Am Wochenende sind fünf Leute im Einsatz statt sechs. Wie groß der Umsatzunterschied zu den vergangenen Jahren ist, hat der Eiscafé-Chef noch nicht überschlagen. Wirklich wettmachen könnten auch die guten Tage nicht, was an Geschäft aus dem Frühsommer fehlt: "Was weg ist, ist weg."

Gut möglich außerdem, dass Corona im Koselitzer Eiscafé auch die Saison am Ende verkürzt. Eigentlich ist immer Ende Oktober Schluss. Das geht aber nur, wenn die Innenräume voll nutzbar sind. Ob die Corona-Regeln in den nächsten Wochen so geändert werden, dass das möglich wird?  Mario Tege ist da skeptisch. Auch die traditionelle Weihnachts- und Floristikausstellung der Familie im November – für viele ein fester Termin in der Vorweihnachtszeit – wird deshalb wohl wegfallen, sagt der Unternehmer. "Das ist ja im Grunde eine größere Veranstaltung." Die Besucherströme zu lenken, wie gefordert, sei einfach nicht möglich.

Und so versucht der Familienbetrieb sein Bestes, um aus den sommerlichen Tagen das Beste herauszuholen. Mario Tege jedenfalls ist schon wieder unterwegs, um Bestellungen bei einer Gästegruppe aufzunehmen. 

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