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Baden und Segeln wieder erlaubt

Wegen Corona beginnt die Saison am Bärwalder See viel später als sonst. Und hinter manchem steht auch jetzt noch immer ein Fragezeichen.

© Joachim Rehle

In den vergangenen, bisher besucherstärksten Tagen hielten sich alle Einwohner und Gäste am Bärwalder See bestmöglich an Hygiene- und Abstandsregeln. Das ergaben stichprobenartige Kontrollen des Ordnungsamtes der Gemeinde Boxberg. An sich hätte die Saison an Sachsens größtem Binnensee am 1. April begonnen. Doch wegen Corona wurde daraus nichts. Inzwischen sind die vom Freistaat verfügten Maßnahmen so gelockert, dass der Nutzung des Sees nichts mehr im Wege steht. Vorausgesetzt, die nach wie vor geltenden Corona-Schutzregeln werden eingehalten.

Auch das Baden ist an den frei zugänglichen Badebereichen in Boxberg, Uhyst und Klitten wieder erlaubt, wobei selbst dabei Abstands- und Hygienevorschriften zu beachten sind. Darauf macht die Gemeindeverwaltung Boxberg aufmerksam. Das Baden erfolgt auf eigene Gefahr.

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Starken Diskussionsbedarf sieht Horst Jannack (Linke) für den Boxberger Strand. „Wir können doch nicht die ganze Saison damit leben, dass es dort nur eine Kleinversorgung gibt“, kritisierte er in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats – und wurde auf den nichtöffentlichen Teil verwiesen. Das fachte seinen Widerspruch erst richtig an. „Das verstehe ich nicht. Das Thema bewegt die Bürger sehr, und wir verlegen alles in den nichtöffentlichen Teil“, sagte er. Hintergrund seiner Anfrage ist die Tatsache, dass selbst nach der Corona-Lockerung die Kombüse am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees geschlossen bleibt. Die Hotel und Erlebnispark Oberlausitz GmbH als Betreiber und Investor weiterer geplanter gastronomischer und touristischer Einrichtungen am See hatte unter anderem wegen der schleppenden Genehmigungsverfahren zur Fahrgastschifffahrt im April ihren Rückzug von allen Plänen erklärt. Seither steht zur Versorgung der Urlauber und Badegäste am Boxberger Strand lediglich der Kiosk am Campingplatz Sternencamp zur Verfügung. Aus Sicht von Horst Jannack unzureichend, wie er bereits in der Gemeinderatssitzung im Mai angemahnt hatte.

Und Frank Müller (CDU) würde es gern sehen, wenn die öffentlichen Toiletten am Bärwalder See bis 22 Uhr geöffnet hätten. „Die schließen leider schon viel eher. Dabei sind abends noch viele Urlauber und Touristen unterwegs“, begründete er. Amtsleiter Roman Krautz verwies auf die derzeitige Kernöffnungszeit von Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Bis auf die Toiletten in der Verwaltung seien die fünf am See die einzigen öffentlichen in der Gemeinde. Es sei aber „ein großer Kraftakt“, mit nur acht Mitarbeitern für den See auch noch die öffentlichen Toiletten abzusichern. „Es ist sehr schwierig, darüber hinaus etwas zu versprechen“, sagte er. Viel passiere am See mit Ehrenamtlern, von denen zwei nicht mehr zur Verfügung stehen. Letztlich sei alles eine Frage, was man sich leisten kann, ergänzte er mit einem Verweis auf das Haushaltsstrukturkonzept.

Nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen dürfen sich auch Wassersportler wieder auf dem See aufhalten. Wie die Gemeinde mitteilt, dürfen Sportboote jedoch nur an der öffentlichen Slipanlage im Hafen Klitten ins Wasser gelassen werden. Mindestens 24 Stunden vor der geplanten Nutzung ist der Hafenmeister per Mail zu informieren. Das Büro des Hafenmeisters ist bis 31. Oktober während der saisonalen Kernöffnungszeiten von Freitag bis Sonntag jeweils 10 bis 16 Uhr besetzt.

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