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Meißen

Es geht nicht um Parteien, es geht um die Gemeinde

50,7 Prozent gegen 49,3 Prozent – in einer denkbar knappen Wahl setzte sich Mirko Knöfel bei der Bürgermeisterwahl durch.

Hat künftig als Bürgermeister das Sagen –  Mirko Knöfel. Er hofft, mit dem knapp unterlegenen Carsten Hahn im Gemeinderat gut zusammenzuarbeiten.
Hat künftig als Bürgermeister das Sagen – Mirko Knöfel. Er hofft, mit dem knapp unterlegenen Carsten Hahn im Gemeinderat gut zusammenzuarbeiten. © Claudia Hübschmann

Herr Knöfel, was ist denn das Erste, das Sie als Bürgermeister angehen wollen?

Ich werde mir erst einmal eine Übersicht verschaffen. Natürlich kenne ich als Mitglied des Gemeinderates die Beschlüsse, die derzeit in der Verwaltung umgesetzt werden, aber ich muss jetzt als Bürgermeister noch tiefer ins Detail gehen, um auf den aktuellen Stand zu kommen.

Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
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Ein zentrales Problem moderner Verwaltungsarbeit scheint mir die Frage zu sein, wie man die Bürger stärker vor Ort einbinden kann. Wie sehen Sie das?

Wir werden als Erstes den Internetauftritt der Gemeinde aktualisieren. Über diesen Weg und die sozialen Netzwerke wollen wir mehr Öffentlichkeit und Transparenz herstellen. Letztlich geht es um mehr Bürgernähe und mehr Bürgerbeteiligung in der Arbeit der Gemeinde.

Welche Rolle sollen in diesem Zusammenhang die Ortschaftsräte spielen?

Sie werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen, weil sie ja die Probleme vor Ort am besten kennen. Wir werden die Anregungen und Kritiken aus den Ortschaftsräten sehr ernst nehmen.

Klipphausen ist wirtschaftlich stark aufgrund seiner Gewerbegebiete geworden. Es gibt Firmen, die wollen erweitern, wofür aber wertvolles Acker- bzw. Weideland verloren gehen würde. Wie wollen Sie diesen Widerspruch lösen?

Das ist eine Gratwanderung. Wir werden in Zukunft sehr genau abwägen müssen, ob es eine Erweiterung wert ist, Boden zu versiegeln, oder ob sie auch einmal abgelehnt werden muss. Aber ich habe schon immer gesagt, dass wir den Firmen, die hier schon Jahrzehnte investiert haben, die Möglichkeit bieten müssen, sich in der Gemeinde zu erweitern. Daran will ich festhalten.

Die Gemeinde Klipphausen hat in den letzten Jahren sehr viel Kraft für die Beseitigung der Hochwasserschäden einsetzen müssen. Diese Arbeiten kommen nun an ihr Ende, was wollen Sie mit den frei werdenden Kräften machen?

Die Kräfte, die frei werden, werden sofort beim anstehenden Breitbandausbau gebunden. Das wird ab kommendem Jahr eine massive Herausforderung für die Kommune werden. Mein Ziel ist es, beim Breitbandausbau, wenn möglich, Synergien zu erzielen, indem etwa Straßen saniert und Beleuchtung erneuert werden, um einen Mehrwert für die Bürger zu schaffen.

Klipphausen besteht nicht zuerst aus Gewerbegebieten, sondern aus Landwirtschaftsflächen. Bislang gibt es aber kaum eine Zusammenarbeit mit den Landwirten. Haben Sie eine Idee, wie man besser mit ihnen zusammenarbeiten kann?

Das ist ein schwieriges Thema. Es gab in der Vergangenheit ja schon runde Tische. Es muss darum gehen, nicht aufeinander zu schimpfen, sondern miteinander Lösungen zu finden. Eine Möglichkeit dafür ist die Wiederbelebung des Umweltausschusses, der ja in der Vergangenheit schon gute Arbeit geleistet hat. Außerdem kann ich mir vorstellen, die Landwirte regelmäßig einzuladen, damit sie sich in Sachen Landschaftsschutz und Landschaftspflege mit einbringen können.

Klipphausen ist aufgrund der vom Land vorgegebenen Strukturpolitik – dass Gemeinden eine bestimmte Einwohnerzahl haben müssen – in den vergangenen dreißig Jahren auf 43 Ortsteile angewachsen. Was wollen Sie tun, um den Zusammenhalt der Bürger zu schaffen bzw. zu stärken?

Indem ich nah am Bürger sein werde, mir die Probleme, die es gibt, vor Ort nicht nur anschaue, sondern versuche, sie gemeinsam mit ihnen zu lösen. Jeder Ortsteil muss sich, was die Investitionen betrifft, als gleichberechtigt fühlen. Es muss uns gelingen, Netzwerke, etwa über die Vereine und die Feuerwehren, aufzubauen, um die Leute zusammen zu bringen.

Leute zusammenbringen – Sie sind ganz knapp Bürgermeister geworden. Die Hälfte der Bürger hat für Carsten Hahn gestimmt. Wollen Sie mit ihm zusammenarbeiten?

Carsten Hahn hat mir nach der Wahl gratuliert. Ich habe ihm die weitere Zusammenarbeit angeboten und würde mich sehr freuen, wenn er seine Erfahrungen und seine Themen aktiv im Gemeinderat einbringt.

Das Verhältnis des Landes zur Gemeinde war oft schlecht. Wie wollen Sie das ändern?

Ich bin unvoreingenommen, kann versuchen, Brücken zu bauen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit dem Landkreis und dem Land gut zusammenarbeiten werden.

Sie sind für sieben Jahre gewählt. Wo wollen Sie 2026 mit der Gemeinde sein?

Die Liste der noch offenen Projekte ist sehr lang. Ich hoffe, dass wir den Großteil der Strukturprojekte wie den Breitbandausbau, die Oberschule, die Straßensanierung, und das Abwasser etc. zu Ende gebracht haben. Darüber hinaus gibt es viele Themen wie Vereine, Tourismus und Digitalisierung, wo ich die Gemeinde ein Stück voranbringen will.

Sie sind jetzt der Chef der Gemeindeverwaltung, aber der Souverän ist der Bürger in Gestalt des Gemeinderates. Wie stellen Sie sich die künftige Zusammenarbeit vor?

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Carsten Hahn (CDU) ist zwar nicht Bürgermeister geworden, aber im Gemeinderat will er sich aktiv einbringen.

Ich hoffe und wünsche mir, dass die Arbeit im Gemeinderat genauso sachlich und lösungsorientiert weitergeht, wie in den vergangenen dreißig Jahren. Es war immer so, dass es für uns keine Parteien, keine Fraktionen gegeben hat. Es ging immer um die Sache, es ging immer um Klipphausen.

Die Fragen stellte Udo Lemke.

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