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Wirtschaft

Es gibt eben keine grünen Autofabriken

Behörden haben den Bau der Tesla-Fabrik in Brandenburg genehmigt, nun haben Proteste das Projekt gestoppt. Das war zu erwarten. Ein Kommentar.

Georg Moeritz ist Wirtschaftsredakteur bei Sächsische.de.
Georg Moeritz ist Wirtschaftsredakteur bei Sächsische.de. © dpa/Montage: SZ

Das klingt ja fast nach einem Öko-Projekt: In Grünheide entsteht nahe dem Bahnhof Fangschleuse eine Produktionsstätte für Elektroautos von Tesla. Die Fabrik ist dank des benachbarten Güterverkehrszentrums Freienbrink an den umweltfreundlichen Schienenverkehr angeschlossen. Bis zu 12.000 neue Arbeitsplätze entstehen, zukünftig auch per Bahn erreichbar. Außerdem will Bauherr Tesla den Kiefernwald an anderer Stelle ersetzen – sogar dreimal so groß und mit besseren Bäumen, mit Mischwald.

Trotzdem haben Umweltschützer ein Stück Wald besetzt und vor Gericht durchgesetzt, dass die Abholzung überprüft wird. Denn die Genehmigungsbehörde hat für den großen Investor Tesla großes Tempo vorgelegt und Bäumefällen gestattet, obwohl der Fabrikbau noch keine Baugenehmigung hat. 

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Zwar ist es sinnvoll, Bäume eilig vor Beginn der Vogelbrutsaison zu fällen, wenn es schon sein muss. Aber der Rechtsweg ist nicht ausgeschlossen. Es war zu erwarten, dass Protest und Rechtsstreit das Vorzeigeprojekt Tesla-Genehmigung noch bremsen.

Ob die neue Fabrik wirklich ein großer und guter Arbeitgeber wird, hängt vom Erfolg der Fahrzeuge ab. Bio-Autos werden jedenfalls nicht herauskommen. 

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Ob Tesla in Grünheide oder VW-ID in Dresden – beide Projekte zeigen, dass die Behörden gerne beim Fabrikbau helfen und schnell genehmigen können. Doch die Produkte sind immer noch Autos. Sie brauchen Material, Flächen und viel Energie, die weiter aus Kraftwerken kommt.

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