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Es gibt unbürokratisch Geld

Markus Renner und Kerstin Besser erklären, wie und wo die finanziellen Mittel beantragt werden können. 50.000 Euro stehen bereit.

Meißens Bürgermeister Markus Renner und Familienamtsmitarbeiterin Kerstin Besser erklären, wie leicht es ist, Fördergelder zu beantragen.
Meißens Bürgermeister Markus Renner und Familienamtsmitarbeiterin Kerstin Besser erklären, wie leicht es ist, Fördergelder zu beantragen. © Claudia Hübschmann

Meißen/Nossen/Käbschütztal. Mal abseits von Corona: Es gibt so viele Beispiele, wie Menschen gemeinsam viel bewirken können. Aktionen für das Zusammenleben, für die Verschönerung der eigenen Stadt oder des eigenen Dorfes. Ideen gibt es vielleicht schon viele. Nur wie setzt man sie um? Beispielsweise den schönen Kräutergarten, eine Bienenwiese oder eine Dorfveranstaltung. Zur Umsetzung werden kreative Menschen gebraucht. Die gibt es ganz sicher. Aber es gibt sogar auch Geld dafür. Und zwar ziemlich unbürokratisch, obwohl es sich um Fördergelder handelt.

So gibt es einen Fördermitteltopf in Höhe von 50.000 Euro, den die Stadt Meißen für Initiativen in Meißen, Nossen und Käbschütztal ausschüttet. Für kleinere und größere Projekte. Welche das sind, wer das Geld bekommen kann und welche Voraussetzungen nötig sind, dazu hat die SZ bei der Stadt nachgefragt.

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Für welche Aktionen gibt es Geld?

Für Projekte, an denen sich die Bürger beteiligen. Vielleicht eine schöne Graffitiwand, ein gemeinsames Theaterstück mit Jung und Alt, Vorträge aus anderen Ländern. Veranstaltungen, bei denen unterschiedliche Menschen zusammenkommen, um einander kennenzulernen, voneinander zu lernen. Auch die Öffnung eines Sportvereins für Migranten könnte ein Projekt sein. Der Fokus liege immer auf der Bürgerbeteiligung. 

Ein Beispiel ist die Kugelbahn an den Justusstufen in Meißen, umgesetzt im vorigen Jahr. „Es gibt immer Leute, die schimpfen, weil es keinen Spielplatz gibt oder weil es irgendwo dreckig ist. Aber mit diesen Fördergeldern ist es möglich, dass sich jeder einbringen kann“, erklärt Bürgermeister Renner. Ziel ist es, dass die Einwohner das gesellschaftliche Leben aktiv mitgestalten.

Wie viel Geld gibt es?

Je nach Aufwand für ein Projekt gibt es unterschiedliche Fonds. Für kleine Projekte wie Vorlesungen oder einen Frühjahrsputz gibt es den Mikrofonds bis zu einer Höhe von 500 Euro. Der Hauptfonds, Aktions- und Initiativfonds, schüttet pro Projekt bis zu 5.000 Euro aus. Zudem gibt es einen Jugendfonds, aus dem es Gelder bis zu 500 Euro gibt.

Wer kann die Gelder beantragen?

Vereine, Verbände, Stiftungen, Organisationen. Wichtig ist die Gemeinnützigkeit. Also auch eine gGmbH kann Gelder für ein Projekt beantragen. Beim Jugendfonds können Jugendliche bis 27 Jahre oder Erwachsene, die für Jugendliche aktiv sind, Geld beantragen.

Wo kann das Geld beantragt werden?

Bei der Partnerschaft für Demokratie Meißen. Dort gibt es auch die Antragsformulare, für Fördermittelanträge, vergleichsweise unbürokratisch. Vier A4-Seiten sind auszufüllen. Zumeist Multiple-Choice. „Wir haben bewusst die Antragstellung so einfach wie möglich gehalten“, sagt Renner. Wer dennoch nicht klar kommt, kann sich Hilfe bei Conny Bernecker von der Fach- und Koordinierungsstelle holen. Sie gibt Tipps und Hinweise.

Wer entscheidet über die Vergabe?

Beim Mikrofonds die Fach- und Koordinierungsstelle. Beim großen Fonds gibt es den sogenannten Begleitauschuss mit 15 Mitgliedern, wo die Antragsteller ihr Vorhaben auch kurz vorstellen. Und über den Jugendfonds entscheidet der Jugendstadtrat.

Was tun, wenn ich als Privatperson eine Idee habe?

Diese kann sich an einen Verein wenden, der seine Projektidee mit verwirklicht. Oder aber, wenn keine Idee besteht, wer der richtige Ansprechpartner ist, hilft auch Conny Bernecker.

Der nächste Termin für die Beantragung aus dem Aktions- und Initiativfonds ist der 27. April. Bleibt es bei dem Termin, trotz Corona?

Ja. Zwar arbeitet Conny Bernecker derzeit im Homeoffice, Fragen können dennoch per Telefon gestellt werden.

Was passiert mit den Projekten in Corona-Zeiten? Alle beruhen darauf, dass sich Menschen treffen. Ist es sinnvoll, trotzdem Anträge zu stellen?

Ja, sagt Renner. Bis Ende des Jahres ist aufgrund dieser außergewöhnlichen Situation Zeit, Aktionen zu schieben. Unabhängig von dem ursprünglich geplanten Termin.

Um welchem Fördermitteltopf handelt es sich?

Im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben“ werden Partnerschaften vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in ganz Deutschland unterstützt. Ansprechpartner für Meißner, Nossener und Käbschütztaler ist die externe Koordinierungs- und Fachstelle Partnerschaft für Demokratie Meißen. Zu erreichen unter der E-Mailadresse [email protected] oder telefonisch unter 03521 7549604.

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