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„Es gibt genug für die ganze Familie“

Immer mehr Nossener nutzen das Angebot der Meißner Tafel in ihrer Stadt.

Seit vier Jahren besteht die Nossener Ausgabestelle der Meißner Tafel. Nach einer Anfangszeit in Gebäuden der katholischen und danach der evangelischen Kirche werden jetzt die Waren auf der Waldheimer Straße 40 in Räumen des Kinderschutzbundes verteilt. Ursula Gleisberg, die Vorstandsvorsitzende der Meißner Kinder- und Familienhilfe Meißner Tafel e.V., zieht ein Resümee.

Frau Gleisberg, wer wendet sich in Nossen mit der Bitte um Unterstützung an die Tafel?

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Die besten Angebote des Jahres gibt´s traditionell am letzten Freitag im November: beim SALE Friday.

Zu unserem einzigen Ausgabetag, Mittwoch zwischen 10 und 12 Uhr, kommen in der Woche zirka 60 bis 70 Familien. Meist sind es Familien, Rentner und Sozialhilfeempfänger. Sie brauchen einen Bescheid vom Amt, um ihre Bedürftigkeit nachzuweisen. Ihre Zahl steigt seit der Eröffnung unserer Nossener Außenstelle ständig an.

Planen Sie weitere Öffnungstage oder eine Verlängerung der Ausgabezeiten? Nein, dies können wir aus finanziellen Gründen nicht stemmen. Fahrzeuge, Benzin, Kühlmöglichkeiten – alles kostet. Extra für die Kühlung beim Transport in die Außenstellen, wie Nossen oder Lommatzsch mussten große Thermobehälter angeschafft werden. Unsere Lieferautos sind im Schnitt sechs Jahre alt, und wir schieben die nötigen Reparaturen vor uns her. Im Moment ist das Geld sehr knapp, wir müssen wieder raus aus den roten Zahlen. Von uns guckt keiner auf seine Arbeitsstunden, aber die festen Kosten müssen rein.

Was können Bedürftige nach einem Besuch der Tafel nach Hause tragen?

Es gibt die ganze Palette der Lebensmittel. Von Eiern, Milch, Brot und Brötchen, über Joghurt, Wurst und Käse bis hin zu Mehl, Fertiggerichten und jede Menge an Obst und Gemüse. Bevor wir es ausgeben, werden jeden Morgen die Obst- und Gemüsekisten durchsortiert und alles geputzt. Unser Ziel ist es, anständige Ware bieten zu können. Erwachsene entrichten einen kleinen Obolus von 2,50 Euro, pro Kind sind 50 Cent zu zahlen. Dafür gibt es dann genügend für die gesamte Familie. Manchmal ist sogar ein Strauß Blumen dabei. Weihnachten organisieren wir für die Kinder Bücher als kleine Überraschung.

Wo kommen die Spenden her?

Der Hauptanteil der Spenden kommt aus dem Meißner Raum. Die großen Lebensmittelketten sind seit Jahren treue Lieferanten, ebenso die Meißner Bäcker.

Gespräch: Kristin Koschnick