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Es gibt kein Recht auf Rausch

über Drogenmissbrauch und Straftaten

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Jürgen Müller

Strafverteidiger haben die Aufgabe, das Bestmögliche für ihre Mandanten herauszuholen. Die Strategie des Verteidigers im gestrigen Verfahren am Amtsgericht Dresden gegen einen mehrfach vorbestraften Meißner war jedoch sehr gewöhnungsbedürftig und auch missverständlich. Er meinte, sein Mandant sei in erster Linie ein Opfer. Er brauche Hilfe statt Strafe, schließlich sei er seit vielen Jahren drogenabhängig. Richtig krude wurde es, als er legale und illegale Drogen praktisch gleichsetzte, rauchenden Juristen das Recht absprach, über Leute zu urteilen, die Haschisch oder Marihuana nehmen oder damit handeln.

Selbst wenn der Anwalt nur darauf hinweisen wollte, wie schwer es ist, von illegalen Drogen wie Crystal wegzukommen, wenn das schon vielen Rauchern bei der Droge Tabak nicht gelingt, ist es ein falsches Signal. Es verharmlost illegale Drogen, gibt kriminellen Konsumenten die trügerische Sicherheit, mit milderen Strafen wegzukommen, weil sie ja „krank“ sind.

Vor allem eine Gruppe lässt diese Argumentation völlig außer Acht: die Opfer. Diesmal entstand zwar nur Sachschaden. Doch niemand würde es verstehen, wenn jemand brutal zusammengeschlagen und schwer verletzt wird, der Täter aber eine mildere Strafe bekommt, nur weil er unter Drogen stand.

Es gibt kein Recht auf Rausch, hatte der Anwalt eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes von 1994 zitiert. Nein, das gibt es nicht.