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Es hakt beim B-169-Radweg

Für die seit Jahren geplante Verbindung Gröditz-Prösen soll endlich eine Genehmigung her. Doch es gibt Probleme.

Zwischen Prösen (in Blickrichtung) und Gröditz gibt es bisher keinen Radweg, sodass Radler auf der B169 fahren müssen. Das kann gefährlich werden.
Zwischen Prösen (in Blickrichtung) und Gröditz gibt es bisher keinen Radweg, sodass Radler auf der B169 fahren müssen. Das kann gefährlich werden. © Eric Weser

Gröditz/Prösen. So viel lässt sich schon vorab festhalten: Auch dieses Jahr wird der Radweg entlang der B 169 zwischen Gröditz und Prösen nicht gebaut. Dabei hatte es zuletzt eigentlich ganz gut ausgesehen für das bereits seit mehr als zehn Jahren angedachte Projekt: Das für die Planung zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) legte 2019 einen konkreten Entwurf vor, wie der Weg gestaltet sein soll (siehe Karte). 

Eine Karte veranschaulicht den Verlauf des geplanten B-169-Radwegs zwischen Gröditz und Prösen. Die Route führt ein Stück über Brandenburger Territorium. Die Kleingartensparte Waldfrieden ist das grünliche Dreieck im 3. Abschnitt.
Eine Karte veranschaulicht den Verlauf des geplanten B-169-Radwegs zwischen Gröditz und Prösen. Die Route führt ein Stück über Brandenburger Territorium. Die Kleingartensparte Waldfrieden ist das grünliche Dreieck im 3. Abschnitt. ©  SZ-Grafik: Romy Thiel

Die Baugenehmigung für das Vorhaben wollten die Straßenplaner schon damals ohne förmliches Verfahren bekommen – also auf einem vergleichsweise einfachen Weg.

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Im Mai dieses Jahres war ein wichtiger Schritt in diese Richtung getan worden: Die Landesdirektion als zuständige Genehmigungsbehörde stellte fest, dass es keine sogenannte Umweltverträglichkeitsprüfung für das Radwegprojekt braucht. Gute Nachrichten für die Planer: Damit „ergibt sich formal die Möglichkeit, auf ein förmliches Baurechtsverfahren zu verzichten“, erklärte das Lasuv.

Sorge um Stellplätze und Zäune

Es gibt jedoch ein Aber: Wirklich verzichtbar ist das förmliche Verfahren nur, wenn alle vom Bau betroffenen Flächeneigentümer und Pächter den Planungen zustimmen. Daran hapert es allerdings.So haben die Kleingärtner der kurz vorm Ortseingang Prösen gelegenen Sparte Waldfrieden Einwände gegen das Projekt. Über den Riesaer Verband der Gartenfreunde haben sie den Dresdner Anwalt Thorsten Hebbering eingeschaltet. Er schreibt auf SZ-Nachfrage, dass der Kleingartenverband und die Sparte als Unterpächter „grundsätzlich mit der Baumaßnahme einverstanden“ seien. Gleichwohl stören sich die Gärtner offenbar an Teilen der Planung.Konkret geht es um die Frage von Stellplätzen und Einfriedungen: Unklar sei nämlich, ob der Radweg diese betrifft und ob sie zum Beispiel dauerhaft zurückgesetzt werden müssen. 

Ausweichroute am Floßkanal

Anwalt Hebbering verweist noch auf einen zweiten Punkt: Den heutigen Grünstreifen zwischen B 169 und den Gärten, auf dem die Kleingärtner seit Jahrzehnten ihre Autos parken. Wenn der Radweg käme, würde der Streifen überbaut. Der gewohnte Parkplatz fiele weg. Es brauche deshalb Stellplätze mit Zufahrtsmöglichkeit auf den Pachtflächen. Diese einzuplanen, ist aus Sicht des Dresdner Anwalts kein Problem. Allerdings sei das in der bisherigen Planung nicht passiert.

Das soll deutlich gemacht haben, dass Regelungen zu den Stellplätzen und Einfriedungen nach dem Stand des Verfahrens nicht mehr möglich sind. Inwieweit die Kleingärtner zu spät eingebunden worden seien, um die genannten Punkte mit einzuplanen, „vermögen wir nicht zu beurteilen“, so Anwalt Hebbering. Eine Formulierung, aus der mancher durchaus einen Vorwurf in Richtung des Lasuv herausliest.

Eine Replik der Behörde dazu steht vorerst aus. Offen ist damit auch, was es genau für das Radwegprojekt bedeuten würde, wenn es keine Einigung gibt. Klar ist aber: Wer zwischen Prösen und Gröditz mit dem Rad fährt, wird noch einige Zeit mit der Bundesstraße oder den Floßkanalradweg vorliebnehmen müssen.

  • Robinien am Kanal sollen fallen Durch den Bau des Radwegs würden rund 3.100 Quadratmeter Fläche neu versiegelt.
  • Auch vier Obstbäume, zwei Robinien, reichlich 250 Quadratmeter Waldrand und 150 Quadratmeter Gehölze sollen im Zuge des Baus gefällt werden.
  • Kompensiert würde das unter anderem durch Maßnahmen im Naturschutzgebiet Kuschgeteich Moritzburg. Eine weitere Ökomaßnahme ist die Entsiegelungen in der Gohrischheide. (Quelle: Landesdirektion Sachsen)

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